#FAQ15/017 Wie viele Gassen im 15. Bezirk sind nach KünstlerInnen benannt?

Was Sie schon immer über Rudolfsheim-Fünfhaus wissen wollten …

Hier erfahren Sie regelmäßig interessante Details aus Vergangenheit & Gegenwart von Rudolfsheim-Fünfhaus, dem 15. Wiener Gemeindebezirk.

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FAQ 15

FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)


182 – 29 – 16 – 1/2

In Rudolfsheim-Fünfhaus gibt es dzt. 182 Gassen / Straßen / Plätze.

Wie viele davon, schätzen Sie, sind nach KünstlerInnen benannt? Nach Schriftstellern, Malern, SchauspielerInnen, Kupferstechern, (Minne)sängern, Komponisten, Märchenerzählern, Lyrikern, Theaterintendanten, Librettisten, Komikern und Regisseuren.

Und wie viele Frauen sind darunter?

Nun, wenn ich mich nicht verzählt habe, sieht die Lösung folgendermaßen aus:

182 – 29 – 16 – 1/2

Es gibt also 182 Gassen / Straße / Plätze in Rudolfsheim-Fünfhaus, davon wurden 29 nach KünstlerInnen benannt, das sind 16%, eine halbe Gasse ist nach einer Frau benannt – dazu gleich mehr.

Anschützgasse

1894 benannt nach dem deutsch-österreichischen Schauspieler und Regisseur Heinrich Anschütz (1785–1865)

Beckmanngasse

1894 benannt nach dem deutschen Komiker Friedrich Beckmann (1803–1866).

Costagasse

1912 benannt nach dem volkstümlichen Schriftsteller und Librettisten Karl Costa (eigentlich Kostia, 1832–1907); Von 1882 bis 1885 leitete er das Theater in der Josefstadt.

Dingelstedtgasse

1894 benannt nach dem deutschen Dichter, Journalisten und Theaterintendanten Franz Freiherr von Dingelstedt (1814–1881). Er gilt als bedeutender Theaterleiter des späten 19. Jahrhunderts; zuletzt war er Direktor des Wiener Burgtheaters.

Friedensreich-Hundertwasser-Platz

2007 benannt nach dem Maler Friedensreich Hundertwasser (eigentlich Fritz Stowasser, 1928–2000); er arbeitete in vielen graphischen Techniken wie Lithografie, Siebdruck, Radierung, Farbholzschnitt und andere.

Geibelgasse

1894 benannt nach dem deutschen Lyriker Emanuel Geibel (1815–1884).

Grangasse

1894 benannt nach dem Maler Daniel Gran (1694–1757); er war nach einem Jahrhundert italienischer Dominanz in Österreich neben Johann Michael Rottmayr einer der ersten bedeutenden Barockmaler in Mitteleuropa. In Wien schuf er u. a. Deckenfresken bzw. Deckengemälde für das Palais Schwarzenberg (1726), die Hofbibliothek (1726–1730), die Schlosskapelle Schönbrunn (1744) und die Annakirche (1751).

Grimmgasse

1894 benannt nach den Brüdern Grimm, also Jacob Grimm (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859), deutsche Sprach- und Literaturwissenschaftler; sie gelten als Begründer der deutschen Philologie und Altertumswissenschaft. Berühmt wurden beide durch ihre Sammlung „Kinder- und Hausmärchen“ (2 Bände, 1812–1815) und durch die Arbeit am „Deutschen Wörterbuch“ (ab 1838).

Ibsenstraße

1912 benannt nach dem norwegischen Schriftsteller Henrik Ibsen (1828–1906); er war ein Dramatiker, der gegen die Moral und „Lebenslüge“ seiner Zeit zu Felde zog und im „Kampf der Geschlechter“ im Gegensatz zu August Strindberg den Standpunkt der Frau vertrat.

Jurekgasse

1938 benannt nach dem Beamten Wilhelm August Jurek (1870–1934); neben seiner Tätigkeit in der Staatsdruckerei wirkte er als Komponist, Militärkapellmeister und Chordirigent. Er komponierte über 300 Werke für Orchester sowie Tanzmusik, Lieder und Werke für Blasmusik; sein bekanntestes Werk ist der Deutschmeister-Regimentsmarsch (1893).

Kannegasse

1912 benannt nach dem Komponisten und Schriftsteller Friedrich August Kanne (1778–1833); er schrieb Musikkritiken und Aufsätze für zahlreiche Zeitschriften. Als Komponist schrieb er Klavierwerke, Lieder, Singspiele, Opern und Messen. Erfolg hatte er vor allem mit den Opern „Orpheus“ (1807) und „Mirandola“ (1811) sowie dem vaterländischen Schauspiel „Die Spinnerin am Kreuz“ (1822).

Kauergasse

1894 benannt nach dem Komponisten und Dirigenten Ferdinand Kauer (1751–1831). Kauer schuf über 200 Opern und Singspiele, wie „Das Donauweibchen“ (1798) und andere Kompositionen, so etwa über 20 Messen, Requiems, Symphonien, Quartette und Konzerte. Trotz seiner großen Produktivität verarmte er ab 1820. Auf Ferdinand Kauer basiert die Figur des Spielmanns in der Erzählung „Der arme Spielmann“ (1848) von Franz Grillparzer.

Koberweingasse

Hier kommt die 1/2 nach einer Frau benannte Gasse ins Spiel:

1912 benannt nach dem Schauspieler-Ehepaar Josef Koberwein (1774–1857) und Sophie Koberwein (1783–1842). Josef debütierte 1796 am Burgtheater, Sophie spielte ab 1803 ebenfalls am Burgtheater.

Küchelbeckergasse

1912 benannt nach dem deutschen Juristen und Schriftsteller Johann Basilius Küchelbecker (1697–1757); seinen Zeitgenossen war er vor allem als Reiseschriftsteller bekannt, z. B. durch seine Allerneueste Nachricht vom Römisch-Kayserl. Hofe, nebst einer ausführlichen Beschreibung der kayserlichen Residentz-Stadt Wien und der umliegenden Oerter (1730) und seine Allerneuste Nachricht vom Königreich Engeland (1737).

Kürnbergergasse

1894 benannt nach dem Schriftsteller und Journalisten Ferdinand Kürnberger (1821–1879); in seinen Schriften, vor allem seinen meisterhaften Feuilletons, prangerte er auf humorvolle Art und Weise immer wieder die Verhältnisse in seiner Heimatstadt und seinem Land an und wurde zu einem Chronisten der „Wiener Seele“. Karl Kraus betrachtete ihn als sein Vorbild. Gemeinsam mit Josef Schöffel setzte er sich für die Rettung des Wienerwalds ein.

Loeschenkohlgasse

1912 benannt nach dem Graveur und Kupferstecher Hieronymus Löschenkohl (1753–1807); er betrieb ab 1780 ein Geschäft am Hohen Markt (später am Kohlmarkt), wo er Produkte des grafischen Gewerbes herstellte und vertrieb, vor allem Kupferstiche, aber auch Kalender, Fächer, Tapeten sowie Karten-, Brett- und Würfelspiele.

Moeringgasse

1894 benannt nach dem Offizier und Schriftsteller Karl Moering (1810–1870); seit 1846 beim Geniestab in Wien tätig, begann er sich der Politik zuzuwenden und veröffentlichte zahlreiche Artikel und Flugschriften. Mit den 1847 veröffentlichten „Sibyllinischen Büchern aus Österreich“ trug er zum Sturz Metternichs bei. Die Gasse war vorher Teil der Zinckgasse.

Reuenthalgasse

1912 benannt nach dem Dichter Neidhart von Reuenthal (Lebensdaten unbekannt, erste Hälfte des 13. Jahrhunderts), Minnesänger am Hof Friedrichs des Streitbaren. Er war einer der bedeutendsten und fruchtbarsten deutschen lyrischen Dichter des Mittelalters. 56 bis 132 Lieder und 55 Melodien sind von ihm überliefert. Die Gasse ist Teil des Nibelungenviertels.

Robert-Hamerling-Gasse

1890 benannt nach dem Gymnasiallehrer, Dichter und Schriftsteller Robert Hamerling (eigentlich Rupert Johann Hammerling, 1830–1889); er zählte zu seiner Zeit zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. Zu seinen Hauptwerken zählt das Epos Ahasverus in Rom (1865), das ihn einem breiten Leserpublikum bekannt machte, und Der König von Sion (1869).

Die Autorin Ilse Krumböck sieht Robert Hammerling als „Wegbereiter des Antisemitismus“.

„In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Zündstofflieferant Robert Hamerling“ (Innsalz) arbeitet Krumpöck anhand vieler Quellen und noch mehr Belegen den Antisemitismus des Schriftstellers auf.

Sicher: Ende des 19. Jahrhunderts gehörte Judenfeindlichkeit beinahe zum guten Ton. Man denke nur an Karl Lueger. Aber Hamerling hatte eine enorme Wirkung, er heizte die Stimmung richtiggehend an, weil er zu tief und zu oft in die Schublade mit Stereotypen griff. Über „Jüd’sche dreist verschlagne Tatkraft“ befindet er vor allem im späten Epos „Homunculus“: Da wird nach Herzenslust über „Schacherjuden“, „Wucherjuden“ und „Zeitungsjuden“ gedichtet, es tauchen „mauschelnde Finanzbarone“ und „schmutzige Judenhökerinnen“ auf.

Ilse Krumpöck will keine Umbenennungen, sie spricht sich für Zusatztafeln mit dem Text „Robert Hamerling – ein Wegbereiter des Antisemitismus“ aus.

Ilse Krumböck „Zündstofflieferant Robert Hamerling“


Schmutzergasse

1912 benannt nach einer Wiener Kupferstecherfamilie, bestehend aus den Brüdern Adam Schmutzer (1694–1740), Josef Schmutzer (1695–1741) und Andreas Schmutzer (1700–1741), sowie Andreas‘ Sohn Jacob Matthias Schmutzer (1733–1811). Jakob Matthias wurde 1767 Hofkupferstecher und gründete 1768 eine Akademie für Kupferstecher, die den damaligen Ruhm der Wiener Reproduktionsgrafik begründete.

Schoellerweg

1925 benannt nach dem deutschen Maler und Zeichner Johann Christian Schoeller (1782–1851); er kam 1815 nach Wien und schuf hier hauptsächlich Miniaturen von Adeligen und wohlhabenden Bürgern, sowie Aquarelle mit Genreszenen aus dem Wien des Biedermeier.

Schuselkagasse

1912 benannt nach dem Schriftsteller und Politiker Franz Schuselka (1811–1886); er schrieb Romane, Novellen, vor allem aber politische Schriften; er war Herausgeber der politischen Zeitschriften „Die deutsche Volkspolitik“ und „Die Reform“. 1848 wurde er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, im gleichen Jahr wurde er in den österreichischen Reichstag gewählt.

Tannhäuserplatz

1912 benannt nach dem deutschen Dichter und Komponisten Tannhäuser († nach 1265), Minnesänger am Hof von Friedrich dem Streibaren; seine Dichtungen waren Minne- und Tanzlieder für Adel und Volk. Der Mythos um sein Leben lieferte Richard Wagner den Grundstoff für seine romantische Oper Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg.

Tautenhayngasse

1912 benannt nach dem Bildhauer und Medailleur Josef Tautenhayn (1837–1911), Münzgraveur beim Hauptmünzamt (ab 1862), Leiter der k.k. Graveurakademie (ab 1874), Professor an der k.u.k. Akademie der bildenden Künste (1881–1905).

Toldgasse

1912 benannt nach dem Schriftsteller Franz Xaver Told von Toldenburg (1792–1849); er war im Hauptberuf Soldat (1809–1840), daneben schrieb mehr als 150 Werke aller literarischen Gattungen. Bekannt wurde er u. a. durch das Zauberstück „Der Zauberschleier“, durch das Epos „Die Schlacht von Aspern“ und durch patriotische Gedichte.

Udo Jürgens Promenade

2017 nach dem Sänger und Entertainer Udo Jürgens, eigentl. Jürgen Udo Bockelmann (1934-2014) benannt. Hauptweg durch den Märzpark, der die Wurzbachgasse mit dem Roland-Rainer-Platz verbindet.

Vogelweidplatz

1912 benannt nach dem Minnesänger Walther von der Vogelweide (* um 1170, † um 1230); er gilt als der bedeutendste deutschsprachige Lyriker des Mittelalters. Schon im 13. Jahrhundert gehört er zu den allerersten Vorbildern, später zu den zwölf alten Meistern der Meistersinger. Der Vogelweidpark ist ebenfalls nach ihm benannt.

Weiglgasse

1912 benannt nach dem Komponisten und Dirigenten Joseph Weigl (1766–1846), Theaterkapellmeister an den Wiener Hoftheatern (1790–1792), Erster Theaterkapellmeister (ab 1792), Vizehofkapellmeister (1827–1839). Als Kapellmeister assistierte er Mozart bei der Wiener Erstaufführung des Don Giovanni und von Così fan tutte.

Wurzbachgasse

1894 benannt nach dem Bibliographen, Lexikografen und Schriftsteller Constant von Wurzbach (1818–1893); sein Lebenswerk ist das 60-bändige Biographische Lexikon des Kaiserthums Oesterreich (1855–1891). Wurzbach trug darin über 24.000 Biografien zusammen. 1874 wurde er zu Constantin Wurzbach Edler von Tannenberg nobilitiert.

Infos zu den hier genannten und allen weiteren Gassen im 15. Bezirk finden Sie hier.


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(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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