#FAQ15/058 Was hat es mit der Küchelbeckergasse und der Goldschlagstraße auf sich?

Was Sie schon immer über Rudolfsheim-Fünfhaus wissen wollten …

Die Küchelbeckergasse ist 50 m lang, die Goldschlagstraße 1,83 km. Erfahren Sie mehr über diese beiden Gassen und deren Besonderheit für Rudolfsheim-Fünfhaus.

Sie interessieren sich für interessante Details aus Vergangenheit & Gegenwart von Rudolfsheim-Fünfhaus, dem 15. Wiener Gemeindebezirk? Dann sind Sie hier richtig beim Blog WIENfünfzehn!

Haben Sie auch eine Frage? Dann schreiben Sie uns unter faq15@bm15.at

FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)

Die Straßen von Wien Rudolfsheim-Fünfhaus

In Wien gibt es dzt. rund 7.000 Straßen / Gassen / Plätze, davon 182 im 15. Bezirk. 29 davon sind übrigens nach Künstler*innen benannt. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Mit zwei dieser Gassen wollen wir uns heute beschäftigen: Mit der Küchelbeckergasse und mit der Goldschlagstraße.

Küchelbeckergasse

Fotos: Pia Michalko, 2020

Die Küchelbeckergasse wurde am 17. September 1912 nach Johann Basilius Küchelbecker benannt und befindet sich zwischen der Tautenhayngasse und der Oeverseestraße.

Johann Basilius Küchelbecker (1697-1757) war ein deutscher Jurist und Schriftsteller. Mehr zu seinem Leben finden Sie hier.

Zu seiner Zeit war er vor allem als Reiseschriftsteller bekannt. So verfasste er zum Beispiel 1737 die „Allerneueste Nachricht vom Römisch-Kayserl. Hofe, nebst einer ausführlichen Beschreibung der kayserlichen Residentz-Stadt Wien und der umliegenden Oerter, theils aus eigener Erfahrung zusammen getragen, und mit saubern Kupfern ans Licht gegeben“

Küchelbecker, Johann Basilius: Allerneueste Nachricht vom Römisch-Käyserl. Hofe. Nebst einer ausführlichen Historischen Beschreibung der Kayserlichen Residentz-Stadt Wien, und der umliegenden Oerter, theils aus den Geschichten, theils aus eigener Erfahrung zusammen getragen und mit saubern Kupffern ans Licht gegeben. Hannover: Förster 1730

In dieser Publikation verband sich Hofbericht und Stadtbeschreibung zum Zweck eines Reiseführers und war eine für jene Zeit wesentliche Quelle der Wiener Stadtgeschichte.

Beim ersten Teil des Werks handelt es sich um einen Hofbericht, der eine Moral- und Sittenbeschreibung (Kapitel XII) beinhaltet, der zweite Teil stellt eine umfangreiche Historische Topographie dar, die eine Tendenz zur Enzyklopädie besitzt.

Hier finden Sie die komplette Ausgabe des Werks

Über die Wiener*innen und ihre „dasige Lebensart“ befindet er folgendermaßen (Wien umfasste zu dieser Zeit etwa die Bereiche des heutigen 1. Bezirks, Innere Stadt, und war von einer Stadtmauer begrenzt):

„Dasige Lebensart: Wiener sind treu und andächtig, sprechen übel deutsch und sind nicht gar zu höflich.“

Transkript

Von dem Wienerischen Zeit=Vertreib und dasiger Lebensart.

Summarien.

Zeit=Vertreib zu Wien, 1. Grosse Gesellschaften, 2. Kleine Gesellschaften, 3. Compagnien, wo starck gespielet wird, 4. Comedies, 5. Promenade auf den Prater; in das sogenannte Stadt=Gut, 6. Promenade in den Au=Garten, 7. Im Sommer es ist es zu Wien einsam, 8. Bälle, 9. Carneval oder Fasching, 10. Kinder=Fest, 11. Kirchweyhen, 12. Lebens=Art der Wiener; sie sind treu und andächtig, 13. Die Wiener reden übel deutsch, 14. Wienerische Education, 15. Der Luxus ist zu Wien groß, 16. ingleichen die Libertinage, 17. Wiener sind nicht gar zu höflich, 18.

Goldschlagstraße

Fotos: Pia Michalko, 2020

Die Goldschlagstraße befindet sich heute im 14. (Penzing) und 15. Bezirk. Im ehemaligen Vorort Fünfhaus (*) 1864/69, in Rudolfsheim 1874 benannt. 1898 erfolgte durch die Einbeziehung eines Teils der Neubergenstraße eine Verlängerungen. 1899 erfolgte die Benennung.

Die Straße beginnt beim Neubaugürtel, ab Hausnummer 127 befindet sie sich im 14. Bezirk und endet dort bei Nummer 213 an der Rottstraße.

Der Name kommt von der bereits 1375 erwähnten Weingartenried „Goldschlagen“. Weinried ist eine für den Weinbau landwirtschaftlich genutzte Fläche in Steil-, Hang- oder Flachlage.

(*) Fünfhaus entstand um 1710 aus fünf Winzerhäusern, war zwischen 1849-1890/91 eine selbständige Ortsgemeinde, danach bis 1938 der 15. Bezirk. 1938 wurde Fünfhaus gemeinsam mit Rudolfsheim zum 15. Bezirk, ab 1957 in Rudolfsheim-Fünfhaus umbenannt. Am 21. September 2001 wurde im Dingelstedtpark ( wo die Clementinengasse, die Dingelstedtgasse und die Talgasse zusammentreffen) der Gedenkstein „300 Jahre Fünfhaus“ enthüllt.

Auf Goldschlagstraße 12 lebte der Wiener Liederkomponist Ferry (eigentl. Franz) Wunsch. Von ihm stammt unter anderem der Wienerlied-Evergreen „Heut‘ kommen d‘ Engerln auf Urlaub nach Wien“. Am Haus befindet sich eine Gedenktafel (feierlich enthüllt am 5. Juli 1964).

Peter Alexander – Heut‘ kommen d’Engerln auf Urlaub nach Wean


Auf Goldschlagstraße 108 befindet sich seit 1999 der Franz-Gawlik-Hof, eine städtische Wohnhausanlage. Franz Gawlik (1914-1996) war Direktor der Lehrwerkstätte Jugend am Werk (*), Bezirksrat und Bezirksparteivorsitzender der SPÖ-Rudolfsheim und zwischen 1965 und 1983 Mandatar des Wiener Gemeinderates.

(*) Jugend am Werk ist ein gemeinnütziger Verein u.a. für Jugendliche, die keine Lehrstelle finden konnten, eine Berufsausbildung ermöglicht und Dienstleistungen für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung sowie Beschäftigungstherapien anbietet.

Das Geheimnis wird gelüftet …

Was hat es nun mit diesen beiden Gassen auf sich?

Nun: Die Küchelbeckergasse ist mit 50 m die kürzeste, die Goldschlagstraße ist mit 1,83 km die längste Gasse des 15. Bezirks.

Die kürzeste Gasse von Wien ist übrigens die Irisgasse mit 17,5 m.

Irisgasse – kürzeste Gasse von Wien

Die längste Straße von Wien ist die Höhenstraße mit 15 km.

Noch mehr Details über Wien und die einzelnen Bezirke finden Sie hier.

Links & Quellen

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Oder wie es Anton Ziegler 1828 (*) so schön ausgedrückt hat:

Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf größere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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