Gemeindebau Rauchfangkehrergasse – Anton Brenners „Wohnmaschine“ (Bild des Monats)

Unser Bild des Monats zeigt diesmal den Plan für die Wohnungen im Gemeindebau Rauchfangkehrergasse 26 / Heinickegasse errichtet 1924/25). Der Entwurf stammte von Anton Brenner, einem heute weitgehend vergessenen visionären Architekten.

Bild des Monats
Plan für die Wohnungen im Gemeindebau Rauchfangkehrergasse, 1924-03-19 Der Tag, ANNO

Anton Brenners „Wohnmaschine“

Anton Brenner ist ein heute weitgehend vergessener visionäre Architekt. In dem von ihm geplanten Gemeindebau in der Rauchfangkehrergasse war jeder Zentimeter in jedem Raum bis ins Kleinste durchdacht und funktional geplant.

Vor allem auch in der kleinen Küche der Wohnung waren diese Gedanken bereits angelegt. Die Hülle dieses Wohnetuis bildeten die Nischen und Einbauschränke. Durch eine versetzte Anordnung der die Wohnung abgrenzenden Füllwände entstanden Nischen, also zusätzlicher Raum, der für Möbeleinbauten genutzt wurde.

Das Tragwerk bestand – völlig unüblich für einen Gemeindewohnbau jener Zeit – aus einem Stahlbetonskelett.

Brenner selbst bewohnte mit seiner Familie eine eigentlich für Dienstbot*innen gedachte 38m² Wohnung in selben Haus. Seit ihrer Renovierung 2003 ist diese Wohnung als Museum zugänglich.

Es ist ein kubische Eckblock mit Loggien und Balkons. Zum ersten Mal in Wien wurden dabei Saalwohnungen mit flexiblen Zwischenwänden verwirklicht. Die im Haus gelegene Wohnung Brenners ist im Originalzustand erhalten.

In der berühmten „Frankfurter Küche“ der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) lassen sich Ansätze von Brenner erkennen. Es ist jedoch heute noch immer umstritten, von wem die ursprüngliche Idee stammt.

Eingang Gemeindebau Rauchfangkehrergasse 26 / Heinickegasse 1

Anton Brenner (12.8.1896 -26.11.1957)

In der Rauchfangkehrergasse 26 (Ecke Heinickegasse 1) befindet sich ein Gemeindebau – erbaut 1924/25 nach Plänen des Architekten Anton Brenner.

Es ist ein kubische Eckblock mit Loggien und Balkons. Zum ersten Mal in Wien wurden dabei Saalwohnungen mit flexiblen Zwischenwänden verwirklicht. Die im Haus gelegene Wohnung Brenners ist im Originalzustand erhalten.

Die Wohnhausanlage der Gemeinde Wien inkl. der Wohnung Brenners steht unter Denkmalschutz.

Einbaumöbel in der Wohnung Brenner im Gemeindebau Rauchfangkehrergasse 26, Wikipedia
Im Bild ein Ausschnitt der von Anton Brenner entworfenen Küche. Durch die Neukonzeption der Architektin Margarethe Schütte-Lihotzky wurde die minimalistischen und funktionale Küchenkonstruktion weltweit unter dem Namen „Frankfurter Küche“ bekannt.

Gemeindebau-Museum

Anton Brenner lebte selbst in einer dieser Wohnungen. Sie ist bis heute weitgehend erhalten und wird von Zeit!Raum (ein Netzwerk mit vielfältigen sozialen Projekten v.a für Kinder und Jugendliche) verwaltet. In der Wohnung in der Heinickegasse/Ecke Rauchfangkehrergasse ist sehr viel seiner ursprünglichen Form seit dem Bau 1925 erhalten geblieben. Sie wurde renoviert und ist interessierten BesucherInnen zugänglich. Kontakt

Mehr zu Anton Brenner und seine Wohnmaschine (Klick!).

Quellen

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(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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