­čÄž Schuttkaplan Georg Springer

Vom zerbombten ├ľdland zur Kirche

Episode #053

In dieser Folge von „F├╝nfzehn Minuten ├╝ber den F├╝nfzehnten“ spricht Brigitte Neichl in einem fiktiven Interview mit dem als „Schuttkaplan“ bekannten Pfarrer Georg Springer (1905-1992). Georg Springer hat nach dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit vielen Freiwilligen, seiner sogenannten ÔÇ×Eisernen GardeÔÇť, den Bauplatz f├╝r die Kirche Herz Mari├Ą in der Winckelmannstra├če 34 vorbereitet. 1945 hatte dort eine Bombe das Wohngeb├Ąude zerst├Ârt.

Karin Elise Sturm ÔÇô Southy ÔÇô hat mit hat mit dem Obmann des Kulturvereins Rudolfsheim, Dietmar Baurecht, gesprochen. Dieser Kulturverein sorgt seit mittlerweile 46 Jahren f├╝r Kunst und kulturelle Veranstaltungen im 15. Bezirk.

Karin Martiny – ÔÇ×NordyÔÇť – berichtet ├╝ber die Veranstaltungsreihe ÔÇ×Emanzipatorisch wohnen. Vom Eink├╝chenhaus bis heuteÔÇť, die von Wohnpartner Wien gemeinsam mit dem Verein Eink├╝chenhaus organisiert wird. Karin spricht mit Anna Fischlmayr, Stella V├Âtsch und Elke Sodin.

Co-Moderator dieser Folge ist Maurizio Giorgi.


Die Podcast-Episode zum Artikel

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#053 Schuttkaplan Georg Springer
#053 Schuttkaplan Georg Springer

INHALT


Transkript der Podcast-Episode

Transkript der Podcast-Episode:

Intro

Brigitte Neichl
Hallo Maurizio, sch├Ân Dich zu sehen und vielen Dank f├╝r die Einladung auf Deinen Balkon.

Wir nehmen jetzt zum zweiten Mal schon hier auf. In Folge 49 mit dem Titel „Die akustische Vermessung von Rudolfsheim-F├╝nfhaus“ war ich ja schon einmal da. Es f├╝hlt sich wie Urlaub an.

Maurizio Giorgi
Ja sehr gern, liebe Brigitte, chillen wir uns also durch die Folge. Ich hoffe, dass die Stimmung auch ein wenig zu Ihnen, liebe H├Ârerin, lieber H├Ârer, r├╝berkommt.

Brigitte Neichl
Wir werden uns jedenfalls bem├╝hen, und die Balkon-Atmo wird ihren Teil dazu beitragen.

Chillige Podcast-Aufnahme auf Maurizios Balkon, Foto: BM15_Maurizio Giorgi 2022

Maurizio Giorgi
Heute gibt’s ja wieder ein fiktives Interview, wenn ich recht informiert bin.

Brigitte Neichl
Ja genau, ich hatte ein Gespr├Ąch mit einer Person, die eigentlich keine Interviews mehr f├╝hren kann, weil sie bereits verstorben ist.

Maurizio Giorgi
Und wen hast Du diesmal vors Mikro geholt, liebe Brigitte?

Brigitte Neichl
Ich spreche mit Georg Springer, dem sogenannten „Schuttkaplan“, der nach dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit vielen Freiwilligen – seiner sogenannten „Eisernen Garde“ – den Bauplatz f├╝r die Kirche Herz Mariae in der Winckelmannstra├če 34 vorbereitet hat. 1945 hatte dort eine Bombe das Wohngeb├Ąude zerst├Ârt.

Winckelmannstra├če 34, Kirche Herz Mariae, Plan: wien.gv.at/stadtplan

Maurizio Giorgi
Spannend! Zu Georg Springer habe ich ja schon in Folge 76 unserer Vorort-Geschichten berichtet. Ich bin gespannt, was der Schuttkaplan, alias unser Kollege Herbert Meuser, in diesem fiktiven Interview zu erz├Ąhlen hat. Legen wir los?

Brigitte Neichl
Ja klar, lieber Maurizio! Zuerst begr├╝├če ich aber noch unsere H├Ârerinnen und H├Ârer.

Begr├╝├čung


Brigitte Neichl
Hallo und herzlich willkommen zur 53. Folge von 2x F├╝nfzehn Minuten ├╝ber den F├╝nfzehnten. Mein Name ist Brigitte Neichl.

Warum wir inzwischen bei 2x 15 Minuten gelandet sind, erfahren Sie ├╝brigens in der Folge 47. Im Folgenden bleiben wir aber einfachheitshalber bei der gewohnten Bezeichnung F├╝nfzehn Minuten ├╝ber den F├╝nfzehnten.

Dieser Podcast wird Ihnen pr├Ąsentiert vom Bezirksmuseum Rudolfsheim-F├╝nfhaus, dem Veranstaltungs-Museum im Herzen des 15. Bezirks. Das Museum bietet Ausstellungen, Veranstaltungen und Events f├╝r Erwachsene und Kinder und diesen Podcast.

Mehr dazu finden Sie auf www.museum15.at

Maurizio Giorgi
Geht’s jetzt los?

Brigitte Neichl
Ja! Also, Ton ab. [00:03:11]

[Fiktives] Interview mit Schuttkaplan Georg Springer

Was ist ein fiktives Interview?

Brigitte Neichl
Ich spreche heute mit Georg Springer, genauer Pfarrer Georg Springer, bekannt auch als „Schuttkaplan“.

Parte Georg Springer 1992, zur Verf├╝gung gestellt von Frau Hildegard Bartl

Herr Pfarrer Springer, ich freue mich sehr, dass Sie heute zu diesem besonderen Interview zu uns ins Bezirksmuseum gekommen sind. Es ist ein nicht ganz gew├Âhnliches Interview, da Sie ja eigentlich schon …

Georg Springer
… verstorben sind. Sagen Sie es ruhig. Ich habe kein Problem damit. Sie hoffentlich auch nicht.

Brigitte Neichl
Nein, das ist es nicht. Es ist nur etwas ungewohnt.

Georg Springer
Sie sagten, dass es um ein Interview geht. Was m├Âchten Sie denn gerne wissen?

Brigitte Neichl
Ja vielen Dank, dass ich in ein paar Fragen stellen kann. Darf ich beginnen?

Georg Springer
Nur zu, fragen Sie.

Fragenteil 1: Werdegang bis 1932

Brigitte Neichl
Nun, ich w├╝rde unseren H├Ârerinnen und H├Ârern – vor allem denen, die Sie noch nicht kennen – gerne Ihren Werdegang vorstellen.

M├Âchten Sie uns erz├Ąhlen, wie Ihr Leben bis 1932 verlaufen ist – in diesem Jahr sind Sie ja zu uns in den 15. Bezirk gekommen.

Georg Springer
1932 war das? Ach ja, das stimmt. Nun, wie ist mein Leben bis dahin verlaufen?

Geboren bin ich am 30. April 1905 in Wien.

Geburtsmatrikel Georg Springer, Pfarre St. Brigitta vom 30.4.1905, Matricula Online

Mein Vater war Bahnmeister. Also ein technischer Eisenbahnbediensteter, der innerhalb eines Streckenbereich f├╝r die betriebssichere Unterhaltung der Eisenbahnanlagen verantwortlich ist. Ich hatte 11 Geschwister. In Feldsberg besuchte ich f├╝nf Klassen Volksschule und eine Klasse B├╝rgerschule. In Hollabrunn war ich im Gymnasium und habe dort anno 1925 maturiert.

Gleich nach der Matura bin ich frohen Herzens ins Priesterseminar in Wien eingetreten. Am 13. Juli 1930 wurde ich in St. Stephan zum Priester geweiht. Der rote Teppich vor dem Altar und das Riesenbild des heiligen Stephanus war auf einmal wei├č wie Schnee als wir 35 Priesterkandidaten – alle angetan mit einer wei├čen Alba – uns zur Erde warfen in langen Reihen hingestreckt.

Kandidaten einer katholischen Diakonweihe, Fra ┼Żelimir Gogi─ç @ http://www.bosnasrebrena.baRe─Ĺenje za ─Éakone, Gorica,Livno0211CC BY-SA 3.0

1930 bis 1932 war ich Kaplan in Hohenau, Nieder├Âsterreich, mit der ber├╝hmten Zuckerfabrik [bestand von 1867-2006]. Eine Marktgemeinde an der Nordbahn, am Ende des Marchfeld, ganz nahe der March und der tschechoslowakischen Grenze, mit dem hunderten von Arbeitern, wenig Kleinbauern und noch weniger Beamten in der Fabrik.

Brigitte Neichl
Wie ist es Ihnen in Hohenau ergangen?

Georg Springer
In den f├╝nf Jahren des Seminar sehnte ich nichts so sehr herbei als diesen Tag, den Eintritt in das Leben. Volksschule, Hauptschule oft bis sieben Stunden Unterricht am Tage. Predigten, Taufen, Versehg├Ąnge, Begr├Ąbnisse.

Brigitte Neichl
Entschuldigen Sie, darf ich etwas nachfragen?

Georg Springer
Nat├╝rlich d├╝rfen Sie! Was m├Âchten Sie denn wissen?

Brigitte Neichl
Was ist ein Versehgang?

Georg Springer
Ein Versehgang ist der Gang des katholischen Priesters zur Spendung der Sakramente an Kranke, besonders an Sterbende.

Brigitte Neichl
Danke! Haben Sie noch andere Erinnerungen an Hohenau?

Georg Springer
Ja, jetzt wo ich mich damit befasse, kommen noch viele Erinnerungen in mein Ged├Ąchtnis. Ich gr├╝ndete auch einen Burschenverein. In einem Jahr hatte ich 40 junge Kerle beisammen, mit denen ging es durch dick und d├╝nn. Welch ein Gl├╝ck, dass ich f├╝nf Jahre lang bei den Theologen auf der Uni das Turnen leitete. Mit den Burschen sprang ich damals von der Marchbr├╝cke kopf├╝ber in die Tiefe, kippte unz├Ąhlige Male im selbstgebastelten Paddelboot um, weil es gar so schmal konstruiert war. Ich war ein Mann unter jungen M├Ąnnern, ich war bei ihnen daheim und die Burschen bei mir.

Ach Vieles g├Ąbe es noch zu sagen. Ich hatte kaum eine Stunde Zeit f├╝r ein Tagebuch. 1932 kam ich dann nach Wien als Kaplan der Pfarre Reindorf. [00:07:36]

Fragenteil 2: Pfarre Reindorf, Krieg, Bombenkrater Winckelmannstra├če 34

Brigitte Neichl
War das eine gro├če Umstellung f├╝r Sie?

Georg Springer
Dieser Zeit verlangte f├╝r mich eine totale Umstellung von M├Ąnner- auf M├Ądchenseelsorge, denn ich bekam den Auftrag, die M├Ądchen in dieser Pfarre zu ├╝bernehmen. Es war jeder Hinsicht Neuland f├╝r mich und die M├Ądchen.

Brigitte Neichl
Und dann kam die NS-Zeit und der Krieg …

Georg Springer
W├Ąhrend der NS-Zeit wurde ich dreimal von der Gestapo verhaftet und galt w├Ąhrend des gesamten Zweiten Weltkrieges als „wehrunw├╝rdig“ [wegen staatsfeindlicher Bet├Ątigung und/oder Gefahr f├╝r die „Manneszucht“ der Truppe].

Exkurs „Wehrunw├╝rdigkeit“

1938-10-21 Neues Wiener Tagblatt s. 10_wehrunw├╝rdig, ANNO

Transkript
Aufbauend auf der Auffassung, da├č Wehrdienst Ehrendienst am deutschen Volk ist, werden Juden vom aktiven Wehrdienst ├╝berhaupt ausgeschlossen, w├Ąhrend Mischlinge nicht Vorgesetzte in der Wehrmacht werden k├Ânnen. Ebenso gilt als wehrunw├╝rdig und damit von der Erf├╝llung der Wehrpflicht ausgeschlossen, wer mit Zuchthaus bestraft oder nicht im Besitz der b├╝rgerlichen Ehrenrechte ist, durch milit├Ąrgerichtliches Urteil die Wehrf├Ąhigkeit verloren hat, wegen staatsfeindlicher Bet├Ątigung gerichtlich bestraft ist und wer den Ma├čregeln der Sicherung und Besserung des Rechsstrafgesetzes unterworfen ist.
Transkript Ende

Erinnerungen Georg Springer vom 28.3.1983 (zur Verf├╝gung gestellt von Hildegard Bartl):
„Und bald war die GESTAPO da – doch ich  hatte Gl├╝ck. Ein Gestapobeanter – er wurde als Polizist, wie alle anderen, zur SS gezwungen, war ein guter Bekannter von mir und ein grundehrlicher und frommer Mann. Er kam am Abend vor meiner 1.Verhaftung und verriet mir (ein gef├Ąhrliches Unternehmen) das Amtsgeheimnie: „Morgen m├╝ssen’s zur GESTAPO auf dem Morzinplatz zum Verh├Âr. Wenn Sie hinkommen, erschrecken Sie nicht ├╝ber die Art des Verh├Ârs. Die schreien  
alle an und machen dieses Theater bei jedem Verh├Âr. Lassen Sie sich nicht einsch├╝chtern und geben Sie denen eine gezielte und schneidige Antwort, denn mit den Sch├╝chternen spielen sie sich vergn├╝glich noch l├Ąnger.“ Diesen guten Rat habe ich mir gut  gemerkt.  

Thema des 1. Verh├Ârs: „Sie halten immer noch Kinderstunden?“  „Jawohl, das ist meine Pflicht!“ Kommunionunterricht ist erlaubt.“ Die Debatte ging hin und her. Ohne Folgen  
durfte ich in Gnaden gehen.

Einige Monate 2. Verh├Âr: „Sie halten Jugendstunden!“ „Ja, auch das ist meine Pflicht!“ Kurze Debatte; Facit: „Ab heute ist Ihnen jede T├Ątigkeit mit der Jugend untersagt. Wir haben nur eine Jugend in ganz Gro├č-Deutschland – die „HITLERJUGEND“ – verstanden?“  „Jawohl!“ „Hauen Sie ab“. 

1940 kam es zum 3. Verh├Âr. Thema: „Sie haben hl. Bilder drucken lassen zu Ihrem 10-j├Ąhrigen Priesterjubil├Ąum mit dem Spruch: „Unser Leben ist ein Kriegsleben, wer nicht k├Ąmpfen will, der falle!“ „Meinen Sie damit den Kampf des F├╝hrers?“ „Aber Herr Inspektor! Halten  
Sie mich f├╝r so naiv, da├č ich meine, ich k├Ânnte mit solchen Spr├╝cherln etwas gegen den F├╝hrer ausrichten? Sie wissen ja, da├č die „Pfaffen“ S├╝nder sind, und Sie prangern sie ja auch genug an. Wer von uns nicht gegen seines S├╝nden ank├Ąmpft – wird fallen!“  „Na, gut, nehmen wir an, da├č es so ist.“ Ich f├╝hlte im Augenblick, der Mann, der mich verh├Ârte, hat anderes im Sinn. Er schaute das Foto von mir an, das vor ihm lag, steckte sich eine Zigarette an und sprach wohlwollend: „Na, bitte Zigarette?“ „Nein danke, ich bin Nichtraucher“!


Dann kam die oft ├╝bliche Frage: „Sagen Sie mal, was ist Ihnen da eingefallen, wie konnten Sie Pfarrer werden? Fescher junger Mann, nordischer Typ, blond, Langsch├Ądel, schlank, blau├Ąugig.“ „Nein, bitte grau“! „Egal – Hitler braucht M├Ąnner, M├Ąnner! Sie m├╝ssen Kinder zeugen f├╝r den F├╝hrer!“ „Oh“- platzte ich pl├Âtzlich heraus – das werden wir ja auch noch z’ammbringen!“ Sprach’s und schaute mir die M├Ąnner an, die bei dem Verh├Âr waren. Sie gr├Âlten vergn├╝glich und meinten „Gut, Gut!“ – Das Tippfr├Ąulein l├Ąchelte und tippte gehorsam alles mit! „Na, kam es dann heraus, Sie wissen, wir haben Sie im Auge. Ein 4. Verh├Âr gibt es bei uns nicht. Sind Sie vorsichtig, sonst sehen wir uns in Dachau wieder, hauen Sie ab! Heil Hitler!“ 

Das etwas lange Verh├Âr war zu Ende – ich ging und wu├čte nun Bescheid. „Seid klug wie die Schlangen und schlau wie die F├╝chse“ – im Gespr├Ąch mit Erwachsenen, – mit der Jugend und den Kindern, im Beichtstuhl und in Briefen.“

Exkurs Ende 

Die 3 Leits├Ątze von Pfarrer Georg Springer



Georg Springer
Im Gymnasium Diefenbachgasse wurde ein Lazarett eingerichtet und ich war dort als Lazarett-Pfarrer t├Ątig.

Der 21. Februar 1945, der Tag mit den schwersten Bombenangriff auf Wien, wird mir f├╝r immer im Ged├Ąchtnis bleiben.

Brigitte Neichl
M├Âchten Sie dar├╝ber sprechen?

Georg Springer
Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen w├Ąre. Alarm. Sirenen heulen auf, Anflug von Westen, Zielpunkt Wien. Ich hebe die Augen zum Himmel, einen Herzschlag lang. Doch schon sehe ich alles laufen – zwei Millionen Menschen laufen irr mit dem Tod um die Wette. Noch stehe ich am Fenster. Noch nie war es so wie heute. Es br├╝llt der Tod in den L├╝ften. Vom Esterhazyturm und aus der Stiftskaserne donnert FLAK [Flug(zeug)abwehrkanone] aus allen Rohren. ├ťber meinen Fenster bersten die Granaten, die Erde bebt, die Welt geht in Tr├╝mmer, unsere Welt. Die Bomben sind niedergegangen, eine Sekunde Totenstille, senkrecht ├╝ber unserem Haupt h├Âren wir sie rauschen. Gebet, Atem, Tr├Ąnen und jedes Gef├╝hl des Herzens und alles Leben erstarrt in dieser Sekunde.

Brigitte Neichl
An diesem 21. Februar 1945 fielen zwischen Schwendermarkt und Siebeneichengasse, an der Jheringgasse Bomben auch auf die H├Ąuser in der parallelen Winckelmannstra├če. Das eigentliche Ziel war die nahegelegene Zentralwerkst├Ątte der Wiener Verkehrsbetriebe. Auch das Haus Winckelmannstra├če 34 wurde getroffen.

Bombentreffer 21.2.1945, Plan: wien.gv.at/stadtplan

Georg Springer
Ja, auf 1008 Quadratmeter Fl├Ąche waren sieben schwere Bomben niedergegangen, und Haus, Stall, Hof, Garage, Garten und Schuppen waren nur mehr ein grausiges Tr├╝mmerfeld, Trichter an Trichter. Ein Tramwaywagen vor dem Haus, zwei Autos, K├Ąsten, Betten, Geschirr, Gartenb├Ąume, Dippelb├Ąume, schwere Eisentraversen und aller nur erdenkliche Hausrat starrte entsetzt in wirren Haufen in den dunklen Bombenkrater. Die ├ťberlebenden des Hauses kamen, suchten ihre letzten zerbombten Tr├╝mmer, Holz und Eisengeschirr.

So wurde aus dem lebensfrohen Haus Winckelmannstra├če 34 gegen├╝ber dem bl├╝henden Sch├Ânbrunner Vorpark, dem Auer Welsbach-Park, zerbombtes ├ľdland, Niemandsland.

Eine Ruinenwand und Schutt auf 1008 m2 ÔÇô das war der Bauplatz (aus: (aus: ÔÇ×SeniorenpostÔÇť Beilage zur ÔÇ×Wiener KirchenzeitungÔÇť Nr. 5/1978, S. 8)

Wer in der N├Ąhe wohnte oder vorbeikam, lagerte hier ab. Die hohlen Kellerfenster und Bombentrichter f├╝hlten sich mit Haufen von alten Konservendosen, Bodenschutt, Dachziegeln, Kellerschutt und Unrat aller Art.

Langsam wuchs Gras und Unkraut an den Trichterh├Ąngen. [00:11:39]

Fragenteil 3: Die „eiserne Garde“, Unf├Ąlle, Kratertanz, Kirchenbau

Brigitte Neichl
In dieser Zeit erhielt die Pfarre Reindorf Besuch von Kardinal Theodor Innitzer.

Georg Springer
Kardinal Innitzer versprach in seiner Predigt: „Wenn wir das ├╝berleben, werden wir ├ťberlebende hier eine Kirche bauen“.

Brigitte Neichl
Wie kamen Sie zu dem Baugrund Winckelmannstra├če 34?

Georg Springer
Der Hausherr schenkte den Grund mit der Ruine zum Dank seiner Errettung der Erzdi├Âzese Wien.

Brigitte Neichl
Ein Jahr nach Kriegsende hat der Kardinal dann sein Versprechen eingel├Âst.

Georg Springer
Ich erhielt ein Schreiben mit folgendem Inhalt:
Ich beauftrage Sie, alle Arbeiten zur Errichtung der geplanten Pfarre Sch├Ânbrunn-Vorpark und zum Bau der dazugeh├Ârigen Pfarrkirche durchzuf├╝hren und bitte die Gl├Ąubigen, Sie bei diesem Werke tatkr├Ąftig zu unterst├╝tzen. Mit Segensgru├č, Theodor Karl Innitzer.

Brigitte Neichl
Ein st├Ąndiges Problem war allerdings die Finanzierung. Wann begannen denn die Arbeiten und was war das Ziel?

Georg Springer
Am 21. April 1947 ging ich gemeinsam mit den Herren Gurka und Zahradnik suchend von Trichter zu Trichter, vom Tr├╝mmerhaufen zu Tr├╝mmerhaufen. Wir sammelten altes zerschlagenes Eisen, schleppten Traversen, bargen zerstreute Munition und warfen Fetzen und Lumpen zu Haufen. Das war unser Beginn.

Der ÔÇ×SchuttkaplanÔÇť im Einsatz am Bau, (aus: (aus: ÔÇ×SeniorenpostÔÇť Beilage zur ÔÇ×Wiener KirchenzeitungÔÇť Nr. 5/1978, S. 8)

Das Ziel war zun├Ąchst, den Platz gemeinsam mit freiwilligen Helfern vom Bombenschutz zu r├Ąumen und dann zu versuchen, mit bescheidenen Mitteln eine Not-Gottesdienstst├Ątte und eine Ausspeisungsstelle f├╝r das hungrige Volk zu errichten.

Brigitte Neichl
In ├╝ber 16.000 Arbeitsstunden und mit mehr als 120 Helferinnen und Helfern, gelang es Ihnen schlie├člich bis Oktober 1948 in 12.000 unbezahlten Arbeitsstunden, den Schutt abzutragen und 150.000 St├╝ck Ziegel, 200 Kubikmeter Sand und 20 St├╝ck Dippelb├Ąume zu gewinnen.

Was war denn das dramatischte Erlebnis in dieser Zeit?

Georg Springer
Es gab mehrere Unf├Ąlle, die gl├╝cklicherweise alle glimpflich ausgingen. Einmal brach ein Auto in ein Gew├Âlbe ein, dann st├╝rzte eine Frau mit dem Gew├Âlbe in die Tiefe, ein Arbeiter wurde versch├╝ttet und eine Trockenmauer st├╝rzte ein. Ich sprang mit der fallenden Mauer mit, kam aber zu sp├Ąt. Dabei wurde eine Frau von den st├╝rzenden Ziegeln im R├╝cken erwischt und zu Boden geschlagen.

Brigitte Neichl
Sie selbst wurden dabei ja auch verletzt, Herr Pfarrer Springer.

Georg Springer
Ich sp├╝rte einen starken Schlag am Knie und erlitt eine klaffende Wunde. Die Kniescheibe lag blo├č, war aber noch ganz. In der Ambulanz wurde die Wunde ausgeschnitten, gen├Ąht, geschient und verbunden.

Brigitte Neichl
Die Zeit der Heilung haben Sie dann zum Schreiben genutzt.

Georg Springer
Ja, ich verfasste in dieser Zeit aus meinem Tagebucheintragungen und Erinnerungen das kleine Heftchen „Der Schuttkaplan“, das 1948 in 1. Auflage erschien.

Georg Springer: „Der Schuttkaplan“, 1948

Brigitte Neichl
Es gab aber auch sch├Âne Erlebnisse.

Georg Springer
Sehr viele sogar! Wir vom Schutt, wie wir uns nannten, waren eine fr├Âhliche, eingeschworene Gemeinschaft, eine „Eiserne Garde“ von Frauen, M├Ąnnern, Burschen und M├Ądchen. Sie waren der gewachsene Kern der zuk├╝nftigen Pfarre.

Der Winter konnte die ÔÇ×eiserne GardeÔÇť des Schuttkaplans Georg Springer nicht schrecken. (aus: ÔÇ×SeniorenpostÔÇť Beilage zur ÔÇ×Wiener KirchenzeitungÔÇť Nr. 5/1978, S. 8)

Am 25. Mai 1947 feierten wir den ersten Krater-Tanz, zu dem alle festlich gekleidet erschienen. Es wurde getanzt und gesungen – „Es dunkelt schon die Heide“ und „Es wollt ein M├Ądchen tanzen gehen“.

Ringsum in den hohen H├Ąusern waren die Fenster offen und die m├╝den Menschen lauschen und tr├Ąumten beim Spiel des Geigers.

Brigitte Neichl
Am 6. Oktober 1948 war die Au├čenmauer auf der Winckelmannstra├če dann fertig.

Georg Springer
Um 2 Uhr kamen ein Vertreter des Bischofs, die Theaterpolizei, der Bezirksvorsteher, der Anrainer von Nummer 32 mit seinem Baumeister und unser Baumeister. Nach zweist├╝ndiger Beratung wurde der Bau genehmigt.

F├╝r uns alle vom Schutt begann eine sch├Ânere Zeit.

Brigitte Neichl
Am 10. Juli 1949 wurde die Kirche dem „Unbefleckten Herzen Marias“ geweiht. Vorerst als Seelsorge-Station eingerichtet, wurde diese im Jahr 1955 zur Pfarre erhoben und Sie zum Pfarrer ernannt. Wegen der Verwendung von aus den Tr├╝mmern gewonnenen Baumaterialien f├╝r die Kirche, wurde diese im Volksmund „Schuttkirche“ genannt.

Nach sechs Jahren war die Kirche (damals Sch├Ânbrunn-Vorpark) fertig, (aus: ÔÇ×SeniorenpostÔÇť Beilage zur ÔÇ×Wiener KirchenzeitungÔÇť Nr. 5/1978, S. 8)

Am 19. M├Ąrz 1970 erfolgte der Abbruch. Der Neubau ist nun in einem Wohnbau integriert, wurde Pl├Ąnen von Josef Vytiska errichtet und 1972 eingeweiht.

Die Herz-Mari├Ą-Kirche in der Winckelmannstra├če 34 (fr├╝here Kirche: Unbeflecktes Herz Mari├Ą), Foto: BM15_Brigitte Neichl 2020

Sie traten schlie├člich 1975 ihren wohlverdienten Ruhestand an. 1992 sind Sie dann verstorben, Ihr Grab befindet sich am Baumgartner Friedhof [(14, Waidhausenstra├če 335) beigesetzt (Gruppe N, Nummer 983)]

Georg Springers Grab am Friedhof Baumgarten (Gruppe N, Nummer 983)

Georg Springer
Das ist richtig!

Brigitte Neichl
Lieber Herr Pfarrer Springer, vielen Dank f├╝r dieses nicht ganz gew├Âhnliche Gespr├Ąch.

Georg Springer
Auch ich bedanke mich! Es freut mich, dass nach so vielen Jahren noch jemand an die Urspr├╝nge der Kirche in der Winckelmannstra├če 34 denkt und auch an mich, den „Schuttkaplan“.

Ich empfehle mich, Gr├╝├č Gott und adieu! [00:17:58]

Pfarrer Georg Springer in der Herz-Mari├Ą-Kirche in der Winckelmannstra├če 34, 1970er-Jahre, Foto zur Verf├╝gung gestellt von Hildegard Bartl

Erinnerungen an Pfarrer Georg Springer (von Hildegard Bartl)

Erinnerungen an Pfarrer Georg Springer (von Hildegard Bartl)


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├ťberleitung 1

Maurizio Giorgi
Das war sehr eindrucksvoll. Herbert hat seine Sache sehr gut gemacht und ich habe noch viel Neues aus dem Gespr├Ąch erfahren. Ich nehme an, Du hast noch weitere Quellen entdeckt, liebe Brigitte.

Brigitte Neichl
Ja stimmt, lieber Maurizio. Der Zufall oder das Schicksal – wie man es sehen will – hat Frau Hildegard Bartl zu uns ins Museum gef├╝hrt In der Unterhaltung kamen wir auch – ich wei├č gar nicht mehr, wie das gekommen ist – auf Georg Springer zu sprechen und Frau Bartl berichtete, dass sie Pfarrer Springer seit ihrer Kindheit kannte und bis zu seinen letzten Lebensjahren mit ihm in Kontakt stand. Zudem hatte sie etliche Dokumente und Fotos.

Maurizio Giorgi
Da hat Dein bezirkshistorisches Herz sicher gleich h├Âher geschlagen.

Brigitte Neichl
Davon kannst ausgehen! Einige der Infos sind schon hier eingeflossen, vor allem im Blogartikel. Vieles werden wir erst in der n├Ąchsten Zeit nach und nach bearbeiten.

Und ich m├Âchte mich an dieser Stelle auch bei unserer Kollegin Waltraud Zuleger bedanken. Sie hat schon vor l├Ąngerer Zeit viele Informationen zu Georg Springer zusammengetragen, die mir beim Skript f├╝r das fiktive Interview sehr geholfen haben.

Maurizio Giorgi
Jetzt geht’s aber weiter mit unseren Gr├Ątzelkorrespondentinnen Karin Nord und Karin S├╝d, stimmt’s?

Brigitte Neichl
Ganz genau, lieber Maurizio!

Maurizio Giorgi
Und wor├╝ber werden die beiden berichten?

Brigitte Neichl
Karin S├╝d, Karin Elise Sturm, hat mit dem Obmann des Kulturvereins Rudolfsheim, Dietmar Baurecht, gesprochen. Dieser Kulturverein sorgt seit mittlerweile 46 Jahren f├╝r Kunst und kulturelle Veranstaltungen im 15. Bezirk.

Und Karin Nord, Karin Martiny, berichtet ├╝ber die Veranstaltungsreihe „Emanzipatorisch wohnen – vom Eink├╝chenhaus bis heute“, die von Wohnpartner Wien gemeinsam mit dem Verein Eink├╝chenhaus organisiert wird. Karin spricht mit Anna Fischelmayr, Stella V├Âtsch und Elke Sodin.

Maurizio Giorgi
Da k├Ânnen wir uns ja wieder auf eine geballte Ladung Gr├Ątzelkorrespondenzen freuen!

Brigitte Neichl
Das denke ich auch, lieber Maurizio.

Wie immer der Hinweis an Sie, liebe H├Ârerin, lieber H├Ârer: Die Interviews und Berichte unserer Gr├Ątzelkorrepondentinnen sind teilweise gek├╝rzt. Sie h├Âren dazu sogenannte Gr├Ątzel-Flashes. In voller L├Ąnge k├Ânnen Sie die Gr├Ątzelkorrespondenz aber sowohl hier im Blogartikel, als auch auf unserem YouTube-Kanal, dem BM15-Channel, anh├Âren.


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Gr├Ątzelberichte

Wir beginnen mit Karin Elise Sturm „Southy“. Was hast Du ├╝ber den Kulturverein Rudolfsheim und seine Angebote erfahren?

Gr├Ątzelkorrespondentin Karin Elise Sturm berichtet

Gr├Ątzelkorrespondentin Karin Elise Sturm

Hallo, liebe H├Ârerinnen und H├Ârer, hallo Brigitte und Maurizio! Ich begr├╝├če Sie heute aus dem Herzen des sch├Ânen S├╝dens von Rudolfsheim-F├╝nfhaus. Ich bin in der Volkshochschule in der Schwendergasse, und hab mich da getroffen am Brunnen vor dem Tore, sozusagen, mit meinem heutigen  Interviewgast.

Schwendergasse 41, Plan: wien.gv.at/stadtplan

Das Thema ist der Kulturverein RudolfsheimKV15 – der seit 1976, also seit mittlerweile 46 Jahren f├╝r Kunst und kulturelle Veranstaltungen im 15. Bezirk sorgt.

Zeitschrift „Rudolfsheim heute“ von 1980, Foto: BM15_Karin Elise Sturm 2022

Den Vertreter des Kulturvereins, Dietmar Baurecht, darf ich heute ganz herzlich begr├╝├čen. Hallo Dietmar!

Dietmar Baurecht
Hallo, gr├╝├č Dich!

Karin Elise Sturm
Apropos, buntes Programm, was ist im Moment das Programm im Allgemeinen vom Kulturverein?

Dietmar Baurecht
Also wir haben Musikveranstaltungen, eine Kabarett-Veranstaltung. Aber durch Corona hat sich dann so ergeben, dass wir gesagt haben, gehen wir ein bisschen mehr raus, und da hat sich halt diese Serie, dieser Kulturherbst entwickelt, den wir bei der Maria vom Siege-Kirche machen.

Karin Elise Sturm
Ja toll!

Dietmar Baurecht
Also wir hatten einfach mal geplant ganz kleine Veranstaltungen zu machen und den Platz zu bespielen.

Karin Elise Sturm
Weil er so sch├Ân ist?

Dietmar Baurecht
Weil er so sch├Ân ist, weil sich die Schubertlinde und der Platz so anbietet, dort kleine Veranstaltung zu machen.

Karin Elise Sturm
Das Wirtshaus gibt es auch dort, das Dingelstedt 3.

Dietmar Baurecht
Genau, ein tolles Wirtshaus gibt es dort. Und vor allem der Platz hat danach gerufen, „bespielt uns einmal“! Ja und so haben wir dann damals „Frech’s Blech“ eingeladen, „G’mischten Satz“ haben wir eingeladen. die sind auch in diesem Jahr am 9.9. und am 16.9. vertreten.

Karin Elise Sturm
Okay.

Dietmar Baurecht
Von 16.30-18.00. Zus├Ątzlich haben wir dann noch eine Jazzformation, die dort auftreten wird. Und Irish gibt auch. Also 23.9. und 30.9.

Und zus├Ątzlich haben wir im September auch geplant drei Spazierg├Ąnge, die wir bereits deinmal durchgef├╝hrt haben und zwar geht’s da um „Zwischen Sch├Ânbrunn und Linienwall“. Das findet am 23.9. bis 7.10. statt. Es geht um den Vorpark von Sch├Ânbrunn, das ist der Auer Welsbach-Park. Dann die „Kaiserliche Promenade und die Rebellion“. Da geht es um die Revolution, aber auch um die Mariahilfer Stra├če, ├äu├čere Mariahilfer Stra├če in Verbindung zu Sch├Ânbrunn. Und das letzte ist „Vielf├Ąltiges F├╝nfhaus“ und da enden wir dann auch wieder bei Maria vom Siege.

Es findet dann ja auch wieder im Vogelweid-Park das „Birdie“ statt und hier haben wir zwei Veranstaltungen eingeloggt und zwar am 7. und 8. September wird um 16 Uhr der Bernhard Fibich auftreten. Das ist ein Kinderliedermacher.

Karin Elise Sturm
Das war ja ein sehr spannendes und informatives Gespr├Ąch ├╝ber den Kulturverein Rudolfsheim, der eben so wichtige Kulturarbeit in unserem Bezirk leistet. Ich freue mich sehr, dass wir uns heute unterhalten konnten und bedanke mich.

Dietmar Baurecht
Ich mich auch!

Karin Elise Sturm
Vielen Dank.

Dietmar Baurecht
Danke! So und somit geben wir zur├╝ck in das F├╝nfzehn Minuten ├╝ber den F├╝nfzehnten-Studio.

Gr├Ątzelkorrespondenz Karin Elise Sturm vom 15.8.2022, Interview mit Dietmar Baurecht, Kulturverein Rudoldsheim, Langversion

Gr├Ątzelkorrespondenz Karin Elise Sturm vom 15.8.2022 Langversion

Gr├Ątzelkorrespondenz Karin Elise Sturm – Termine Rudolfsheim-F├╝nfhaus / S├╝d

Gr├Ątzelkorrespondenz Karin Elise Sturm – Termine Rudolfsheim-F├╝nfhaus / S├╝d


Links


Brigitte Neichl
Liebe Karin, danke f├╝r die spannenden Infos! Die Veranstaltungstipps werden wir in unserem Blogartikel packen. Den Link zum Kulturverein Rudolfsheim gibt es in den Shownotes. Tsch├╝ss Karin und bis zum n├Ąchsten Mal!

Karin Elise Sturm
Pfiat eich aus dem S├╝den von Rudolfsheim-F├╝nfhaus! [00:24:16]


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Gr├Ątzelkorrespondentin Karin Martiny berichtet

Gr├Ątzelkorrespondentin Karin Martiny

Und jetzt zu Karin Martiny – Nordy. Liebe Karin, was hast Du ├╝ber das Thema „Emanzipatorisch wohnen“ erfahren?

Karin Martiny
Hallo Brigitte und Maurizio! Liebe H├Ârerinnen und H├Ârer! Diesmal m├Âchte ich Ihnen die Veranstaltungsreihe „Emanzipatorisch wohnen – vom Eink├╝chenhaus bis heute“ vorstellen, die von Wohnpartner Wien gemeinsam mit dem Verein Eink├╝chenhaus organisiert wird. Ich habe mit Elke Sodin gesprochen, die uns das „Kulturlabor Gemeindebau“ von Wohnpartner Wien vorstellen wird und Anna Fischlmayr und Stella V├Âtsch beim Heimhof, dem ehemaligen Eink├╝chenhaus, in der Johnstra├če 52 getroffen.

Johnstra├če 52, Plan: wien.gv.at/stadtplan
Der Heimhof in der Johnstra├če 52, Foto: BM15_Karin Martiny 2022

Elke Sodin
Wohnpartner ist ja ein Unternehmen sozusagen, dessen Aufgabe es ist, bei Nachbarschaftkonflikten den betreffenden Personen im Gemeindebau zur Seite zu stehen. Und ein gro├čer Teil von der Arbeit von Wohnpartner ist aber auch die Gemeinwesenarbeit. Ja und dann gab’s vor mittlerweile vier Jahren die Idee, hier gr├Â├čter aktiv zu werden, man wollte hier ein gr├Â├čeres Kultur- und Kunstangebot.

Karin Martiny
Sie organisieren ja gemeinsam auch eine Veranstaltungsreihe und zwar „Emanzipatorisch wohnen – vom Eink├╝chenhaus bis heute“, und dabei ist das Eink├╝chenhaus ja auch Ausgangspunkt f├╝r die Erkundung von Projekten, in denen unterschiedliche Wohnkonzepte realisiert werden und mich w├╝rde interessieren, warum haben Sie eigentlich das Eink├╝chenhaus als historischen Ausgangspunkt genommen?

Anna Fischlmayr
Die Idee des Eink├╝chenhauses gab’s schon vor hundert Jahren und hier hat die Auguste Fickert, eine Frauenrechtlerin, wahr werden lassen diese Wohnutopie. Der Auguste Fickert war es wichtig, dass Frauen erm├Âglicht wird berufst├Ątig zu sein.

Auguste Fickert 1905, Unknown authorUnknown author, Auguste Fickert, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Das hei├čt, dass die Care-Arbeit, wie wir sie heute nennen, Haushaltst├Ątigkeiten, vergemeinschaftet werden und auch bezahlt werden. Das besondere ist ein Speisesaal, man konnte da essen gehen wie in einem Restaurant, aber sich auch Speisen mit einem Lift in die Wohnung bringen lassen.

Speisesaal des Eink├╝chenhauses 1920er-Jahre, Bild: BM15

Und wenn Sie das mehr interessiert als Zuh├Ârerinnen und Zuh├Ârer, k├Ânnen Sie am 15.9. unseren heuer letzten Stadtspaziergang besuchen, der 16.00 bis 18.00 stattfindet. Treffpunkt: Johnstra├če 52. Und da k├Ânnen Sie sozusagen, die Details auch besprechen.

Ganz eine kurze Werbeeinschaltung f├╝r den 4. September, das ist der Tag des Wiener Wohnbaus. Da wird eben es ein ├Âffentliches Filmscreening geben, wo wir uns auch mit Emanzipatorischen Wohnen befassen. Da ist die herzliche Einladung an alle, das ist in den Breitenseer Lichtspielen, im 14. Bezirk, in der Breitenseeer Stra├če 21, von 16.00-18.00. Die Anmeldung f├╝r dieses konkrete Event erfolgt direkt bei den Breitenseer Lichtspielen unter office@breitenseer-lichtspiele.at

Und alle Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie auf der Homepage vom Kulturlabor Gemeindebau oder Sie k├Ânnen ein E-Mail schicken kulturlabor.gemeindebau@wohnpartner-wien.at

Karin Martiny
Am 4. September gibt es in den Breitenseer Lichtspielen ├╝brigens den Werbefilm Eink├╝chenhaus aus dem Jahr 1922 zu sehen.

Gr├Ątzelkorrespondenz Karin Martiny, Interview mit Elke Sodin/Kulturlabor Gemeindebau, 11.8.2022 Langversion

Elke Sodin um Kulturlabor Gemeindebau, Foto: BM15_Karin Martiny 2022
Gr├Ątzelkorrespondenz Karin Martiny, Interview mit Elke Sodin/Kulturlabor Gemeindebau, 11.8.2022 Langversion

Gr├Ątzelkorrespondenz Karin Martiny, Interview mit Anna Fischlmayr und Stella V├Âtsch/Verein Eink├╝chenhaus, 10.8.2022 Langversion

Stella V├Âtsch und Anna Fischlmayr vom Verein Eink├╝chenhaus, Foto: BM15_Karin Martiny 2022
Gr├Ątzelkorrespondenz Karin Martiny, Interview mit Anna Fischlmayr und Stella V├Âtsch/Verein Eink├╝chenhaus, 10.8.2022 Langversion



Karin Martiny
Mit diesen Tipps gebe ich zur├╝ck an das F├╝nfzehn Minuten ├╝ber den F├╝nfzehnten-Studio.

Brigitte Neichl
Vielen Dank, liebe Karin f├╝r Deinen Bericht. Bei uns im Museum befindet sich ├╝brigens das G├Ąstebuch der Er├Âffnung des Eink├╝chenhaus. Also baba Karin und bis bald!

Karin Martiny
Baba und bis zum n├Ąchsten Mal! [00:28:03]

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├ťberleitung 2

Maurizio Giorgi
Wieder einmal kulturelles aus dem 15. Bezirk vom Feinsten. Interessante Veranstaltungsangebote vom Kulturverein Rudolfsheim und Infos ├╝ber emanzipatorische Wohnkonzepte. Und eines davon, das Eink├╝chenhaus, befand sich bei uns in Rudolfsheim-F├╝nfhaus.

Brigitte Neichl
Ja, wie immer sehr spannend, was uns unsere Gr├Ątzelkorrespondentinnen da servieren.

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Veranstaltungen

Brigitte Neichl
Maurizio, wie sieht es denn mit dem Veranstaltungsangebot bei uns im Museum aus? Gibt’s da was im August und Anfang September oder haben wir ein museales Sommerloch?

Maurizio Giorgi
Mitnichten, liebe Brigitte! Trotz Sommerpause ist einiges los bei uns. Am 15. August ab 19 Uhr ist wieder Podcast-Party-Time im Museum. Wir lauschen der aktuellen Podcast-Folge – gerne auch anderen, wenn gew├╝nscht – und dann geht’s ans Feiern, Kennenlernen und Vernetzen. F├╝r k├╝hle Getr├Ąnke ist bestens gesorgt.

Am 3. September – Achtung! Das ist ausnahmsweise ein Samstag! – ab 15 Uhr l├Ądt Sie unsere Kollegin Erika Trdy unter dem Titel „A little bit of Rudolfsheim-F├╝nfhaus“ zu einem beschwingten Kultur-Spaziergang von der Volkshochschule bis ins Graffiti-Land ein. Ja, Sie wissen nicht, was und wo das ist, dann kommen Sie doch mit zu diesem Kultur-Spaziergang.

Treffpunkt ist vor der VHS in der Schwendergasse 41.

Anmelden k├Ânnen Sie sich f├╝r alle Angebote auf unserer Webseite https://www.museum15.at/veranstaltungen

Ja, und dass ich es nicht vergesse: Am 9. und 10 September sind wir von 13.00 bis 18.00 wieder mit einem Stand beim diesj├Ąhrigen Reindorfgassenfest vertreten.


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Infos zur n├Ąchsten Folge

Ja, liebe Brigitte, worauf d├╝rfen wir uns denn bei der n├Ąchsten Folge von F├╝nfzehn Minuten ├╝ber den F├╝nfzehnten freuen?

Brigitte Neichl
Im September sind wir zu Gast im Museum f├╝r Verh├╝tung und Schwangerschaftsabbruch, am Mariahilfer G├╝rtel 37. Wir haben ja auch einige Leihgaben des Museums in unserer aktuellen Ausstellung „Medizin – Gesundheit – Wohlbefinden“, die noch bis Ende J├Ąnner 2023 zu sehen ist.

Maurizio Giorgi
Da bin ich schon sehr gespannt auf das Interview mit unseren Museums-Kolleginnen im Bezirk.

Brigitte Neichl
Ja, ich auch!

Die Themen sind nicht ganz einfach, aber wichtig. Ich freue mich auch schon sehr auf das Gespr├Ąch.


Brigitte Neichl
Lieber Maurizio, die Podcast-Folge n├Ąhert sich wieder dem Ende. Vielen Dank f├╝r Deine Unterst├╝tzung!

Maurizio Giorgi
Wie immer sehr gerne, liebe Brigitte! Ciao und baba!

Brigitte Neichl
Baba Maurizio!


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Verabschiedung

Ja, liebe H├Ârerin, lieber H├Ârer, Rudolfsheim-F├╝nfhaus hat viel zu bieten, machen wir was draus – gemeinsam!

Wenn Sie ihr Wissen ├╝ber die Geschichte des 15. Bezirks erweitern m├Âchten.

Wenn Sie kulturelle und gesellschaftspolitische Themen sch├Ątzen.

Wenn Sie gespannt auf interessante Menschen und Themen aus Vergangenheit und Gegenwart im 15. Bezirk sind.

Dann sind Sie bei uns richtig!

Besuchen Sie unsere Ausstellungen und Veranstaltungen im Museum, verfolgen Sie unsere Aktivit├Ąten auf unserer Webseite, unserem Blog, unserem YouTube-Kanal und auf FacebookInstagram & Co. Infos und Links, finden Sie in den Shownotes.

Wir sind auch gespannt auf Ihre Kommentare und Anregungen.

Ich freue mich auf die n├Ąchsten spannenden 2x F├╝nfzehn Minuten ├╝ber den F├╝nfzehnten und verabschiede mich mit der anregenden Musik von Nigora und der berauschenden Stimme von Michael Stark.

Ich w├╝nsche Ihnen einen wundersch├Ânen Tag, wann immer Sie diese Folge auch h├Âren!

Ihre Brigitte Neichl

Outro

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2 Kommentare zu „­čÄž Schuttkaplan Georg Springer

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