über Moriz Stukart: „Der Stukart wird’s schon herauskriegen!“

Wie gewohnt finden Sie hier am 4. Montag des Monats das „Zitat des Monats“. Diesmal geht es um einen geflügeltes Wort, das die Arbeit eines „Kult-Kieberers“ des 19. Jahrhunderts beschreibt.

In unserem Zitat des Monats geht es diesmal um Moriz Stukart, einen erfolgreichen und beliebten Kriminalisten des 19. Jahrhunderts.

Der Stukart wird’s schon herauskriegen! über Moriz Stukart (1856-1919)

Moriz Stukart

Moriz Stukart

Moriz Stukart wurde am 27. 11. 1856 in Datschitz, Mähren (Dacice, Tschechien) als Sohn eines jüdischen Wollfabrikanten geboren. Er absolvierte das Gymnasium in Znaim (Znojmo) und trat unmittelbar nach dem Jusstudium an der Universität Wien 1882 in den Dienst der Wiener Polizei. Dort machte er eine rasante Karriere, beginnend mit dem bis heute unvergessenen Fall der Frauenmörder Hugo Schenk und Karl Schlossarek – als Mitarbeiter von Polizeirat Karl Breitenfeld – bei dem der damals noch sehr junge Beamte seine außerordentlichen Fähigkeiten bewies.

Vermutlich war es Stukart, dem als Erstem auffiel, dass einige Fäden zusammenliefen. Er war es ja, der die verschiedenen Eingänge im Sicherheitsbüro kontrollierte und auf ihre Zugehörigkeit zu offenen Fällen durchforschte. Man muss sich diese täglichen Eingänge im Sicherheitsbüro vorstellen, als hätte jemand alle Teile eines riesengroßen Puzzles auf den Schreibtisch von Moriz Stukart geschüttet: Finde heraus, was zusammengehört!

Dass Breitfeld und Stukart Hugo Schenk schnappten, ist ihrer engen Zusammenarbeit mit der Presse zu verdanken. Diese Zusammenarbeit blieb charakteristisch für den späteren Leiter des Sicherheitsbüros Moriz Stukart und war ihm bei vielen komplizierten Fällen von Nutzen.

Bereits seit 1853 bis mindestens 1898 gab es übrigens das „Central-Polizei-Blatt“ mit Steckbriefen, Überwachungs- und Ausforschungs-Anzeigen, polizeistatistischen Angaben, erstellten und erledigten Steckbriefen, Tat- und Täterbeschreibungen, Aussehen, Berufen und natürlich die begangenen Delikte der beschriebenen Personen, Verfügungen über verbotene Druckschriften sowie eine Liste der landesverwiesenen und abgeschafften Ausländer.

Stukart erhielt 1911 den Orden der Eisernen Krone III. Kl. und 1916 das Komturkreuz des Franz Joseph-Ordens sowie zahlreiche ausländische Orden.

Er war auch Gründungs- und Vorstandsmitglied der Österreichischen Kriminalisten-Vereinigung.

Am 16.11.1919 starb Moriz Stukart mit 63 Jahren. Sein Grab befindet sich am Wiener Zentralfriedhof.

Mehr zu Moriz Stukart finden Sie hier.

Verstand, Herz und gute Laune

Der Untertitel unseres Blogs lautet „DER KulturBlog aus Wien Rudolfsheim-Fünfhaus für Verstand, Herz und gute Laune, bei dem es um Menschen & Themen aus dem 15. Wiener Gemeindebezirk in Vergangenheit und Gegenwart geht.“

Den Zusatz „für Verstand, Herz und gute Laune“ gibt es seit 27.6.2021. Er ist eine Hommage an die Zeitschrift „Oesterreichisches Bürgerblatt für Verstand, Herz und gute Laune“, die von 1819-1857 (vom 6.1.1819-1819-29.7.1835 unter diesem Titel, dann in Variationen) im Verlag Friedrich Eurich erschien.

Wir identifizieren uns nicht mit der Ausrichtung dieser Zeitschrift. Diese drei Worte haben uns aber angesprochen, weil sie sehr anschaulich das ausdrücken, wofür wir stehen und weil die Kombination einfach genial ist 😉

Wir sind ständig bestrebt, unser Wissen über die Geschichte des 15. Bezirks zu erweitern und möchten diese Erkenntnisse auch an Sie als Leserinnen und Leser dieses Blogs weitergeben (Verstand) und wir berichten hauptsächlich über jene Menschen, die sonst keine Stimme hatten, wir möchten sie und ihr Leben sichtbar machen (Herz). Aber selbstverständlich soll auch der Humor nicht kurz kommen, denn er erleichtert das Leben und auf diesem Wege lässt sich auch sehr viel an Wissen transportieren (gute Laune).

Liebe Leserin, lieber Leser!

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Dann schreiben Sie doch einfach einen Kommentar. Nützliche Inhalte mit Quellenangabe bauen wir – mit Verweis auf Ihren Kommentar – gerne noch in den Text ein. Alternativ können Sie uns auch ein Mail an office@bm15.at schicken!

Oder wie es Anton Ziegler 1828 (*) so schön ausgedrückt hat:

Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf größere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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Schau mal, ich hab was Interessantes auf WIENfünfzehn gefunden!

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