Mariahilfer Gürtel 1

Vorzeigebeispiel zum Erhalt historisch wertvoller Bausubstanz

In diesem Blogartikel geht es um das Haus Mariahilfer Gürtel 1, ein Jugendstilgebäude, das nach einer Renovierung in neuem Glanz erstrahlt.

Überquerte man vor dem Jahr 2018 den Mariahilfer Gürtel, bemerkte wohl niemand das renovierungsbedürftige Gebäude im Jugendstil mit der Hausnummer 1.

Mariahilfer Gürtel 1 vor der Renovierung (Foto: 2011, Thomas Ledl)
Quelle: https://www.wienschauen.at/mariahilfer-guertel-1-jahrhundertwende-runderneuert/ [26.11.2021].

Das Eckhaus befand sich in einem schlechten Zustand – sogar der Abriss des Hauses wurde in Erwägung gezogen.

Wie schade wäre das gewesen? Denn nun erstrahlt es in neuer Jugendstil-Optik und ist ein auffallender Hingucker am Mariahilfer Gürtel. (vgl. Zoidl 2018)

Mariahilfer Gürtel 1 erbaut ca. 1900, renoviert 2018 (Foto: 2019, Thomas Ledl)
Quelle: https://www.wienschauen.at/mariahilfer-guertel-1-jahrhundertwende-runderneuert/ [26.11.2021].

Glücklicherweise wurde das Potential seitens der Stadtregierung erkannt und so starteten 2018 umfangreiche Sanierungsarbeiten. Ganz im Sinne des Modells der sanften Stadterneuerung der Stadt Wien revitalisierte man das Gebäude sowohl von Innen als auch von Außen. Das abgewohnte Haus wurde behutsam Schritt für Schritt saniert.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Außenfassade erstrahlt in neuem Glanz, Elemente des Jugendstils schmücken die hellen Wände. Man könnte fast annehmen, dass Otto Wagner das Projekt wesentlich beeinflusst hat – wäre er nicht schon längst gestorben. Dennoch liegt die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße, welche vom Architekten Wagner entworfen wurde, in unmittelbarer Nähe.

Unknown author (The photographer is unknown and not mentioned in the source.), Otto Wagner (1841–1918), als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Wurde der damals zuständige Architekt Ludwig Seiz (vgl. Scherer 2021) im Jahr 1900 von Wagners Arbeiten inspiriert? Wir wissen es nicht, aber die Integration sozialer Strukturen in die bestehende Stadt ist jedenfalls gelungen.

Übrigens: Das genannte Haus war Wohn- und Sterbehaus des Hutmachers und burgenländischen Heimatdichters Josef Reichl, der 1918-1924 mit Gedichten und Erzählungen in burgenländischer Mundart an die Öffentlichkeit trat. (Stadt Wien MA 8/MA 9 2021)

Sechshauser Straße 2 Ecke Mariahilfer Gürtel 1 mit Gedenktafel für Josef Reichl, Foto: Brigitte Neichl, 2021

Quellen:


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(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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