Die Iden des März

Zeitreise durch die Geschichte von Wien Rudolfsheim-Fünfhaus

Episode ZR #04

In der 4. Folge unserer Miniserie zur Bezirksgeschichte „Zeitreise durch Wien Rudolfsheim-Fünfhaus“ geht es um die Ereignisse rund um das Jahr 1848.

Bezirkshistorikerin Waltraud Zuleger berichtet im Gespräch mit Museumsleiterin Brigitte Neichl von der Revolution 1848 und die Auswirkungen im und für den heutigen 15. Wiener Gemeindebezirk und das „Goldene Zeitalter“ für die Vororte Fünfhaus, Sechshaus, Reindorf, Rustendorf und Braunhirschen.

Wenn Sie Fragen, Anregungen und/oder Ideen für den Podcast haben, melden Sie sich unter podcast@bm15.at

https://www.museum15.at/podcast/zr-03/

Dieser Podcast ist ein spin off von Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten.

Hier erfahren Sie mehr über Ziele und Inhalte von „Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten“ https://kulturpodcast15.podigee.io/1-fuenf-gruende


Die Podcast-Episode zum Artikel

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Transkript der Podcast-Episode:

Intro

Fünf Dörfer bei Wien – unendliche Weiten. Wir schreiben das 21. Jahrhundert. Dies sind die abenteuerlichen Erkenntnisse des Bezirksmuseums Rudolfsheim-Fünfhaus, das mit seiner 20 Personen starken Besatzung seit 1972 unterwegs ist, um vergangene Ereignisse zu erforschen, das Leben unserer Vorfahren zu ergründen und einen Beitrag zu Gegenwart und Zukunft der Stadt zu leisten. Mitten im 15. bringt das Museumsteam Erkenntnisse ans Licht, die Sie so vielleicht noch nie zuvor gehört haben.

Hallo und herzlich willkommen Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten spezial. Mein Name ist Brigitte Neichl. Schön, dass Sie wieder eingeschaltet haben und bei dieser Episode dabei sind.

Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert vom Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus, DEM Veranstaltungs-Museum im Herzen des 15. Bezirks.

Das Museum bietet Ausstellungen, Veranstaltungen und Events für Erwachsene und Kinder und diesen Podcast.

Mehr dazu finden Sie auf www.museum15.at

Zeitreise durch Wien Rudolfsheim-Fünfhaus

Sie hören die dritte Folge unserer fünfteiligen Miniserie „Zeitreise durch Wien Rudolfsheim-Fünfhaus“. Wir bewegen uns bei dieser Reise zwischen Ende des 12. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die Intro- und Outro-Musik wurde speziell für uns komponiert. Und zwar von Nigora Makhmudova. Sound producer war Ivan Kit. Die abenteuerliche Stimme gehört Maurizio Giorgi.

Alle Fans der Fernsehserie Raumschiff Enterprise werden die durchaus beabsichtigen Parallelen erkennen.

Ein Transkript dieser und auch der vergangenen und der noch folgenden fünften und letzten Episode können Sie auf unserem Blog WIENfünfzehn nachlesen.

Den Link und weitere Infos finden Sie in den Shownotes.

Wieder bei mir ist Dr. Waltraud Zuleger, Bezirkshistorikerin und Mitarbeiterin des Bezirksmuseums. Sie gestaltet diese Miniserie gemeinsam mit mir. [00:03:21]

Brigitte
Hallo Waltraud, danke dass Du mich wieder unterstützt.

Waltraud
Mit großem Vergnügen.

Brigitte
In der vierten Einheit geht es um Ereignisse, die zur Entstehung unabhängiger Vorortgemeinden geführt haben. In welchem Zeitraum befinden wir uns in dieser Folge, Waltraud?

Waltraud
Nun, wir schreiben das Jahr 1848 bzw. 1850. Es ist jene Zeit, als die Grundherrschaft aufgehoben wurde und die „Goldene Ära der Vororte“ begann.

Brigitte
Fasst Du uns wieder kurz die bisherigen Ereignisse zusammen, bevor wir in das Thema der heutigen Episode einsteigen?

Waltraud
Sehr gerne! Also im ersten Teil ging es um die nicht mehr erhaltene Siedlung Meinhardisdorf, die im Mittelalter am Wienfluss lag, auf dem Areal des heutigen 15. Bezirk. In der zweiten Folge ging es um den Bau der Reindorfkirche, die heute noch existiert, und das erste Zentrum jener fünf Dörfer war, aus denen der 15 Bezirk entstanden ist. Im dritten Teil ging es um das Attentat auf Kaiser Napoleon im Schicksalsjahr 1809. Der Attentäter Friedrich Staps wurde ja auf dem Gebiet des heutigen Fünfhaus, 15. Bezirk hingerichtet.

Brigitte
Der Titel der heutigen Folge lautet. „Die Iden des März“. Um den März welchen Jahres handelt es sich da?

Waltraud
Wie bereits erwähnt, geht es um das Revolutionsjahr 1848, die sogenannte Märzrevolution.

Brigitte
Die Ereignisse des Jahres 1848 hatten weitreichende Folgen für Wien und die Vororte. Kannst Du die Ursachen und den Verlauf kurz für uns zusammenfassen? [00:04:55]

Waltraud
Das ist einfacher gesagt als getan. Immerhin, die ganze Geschichte ist eher komplex. Nun 1848. In den Jahren zuvor hat es immer wieder Unruhen, Unfrieden gegeben. Hinzu kamen noch eine Hungersnot infolge von Missernten und 1848 kam es dann in Frankreich zum Ausbruch der sogenannten Februarrevolution und diese hatte in der Folge eine Sogwirkung von der das ehemalige Heilige Römische Reich ebenfalls betroffen war und auch die Stadt Wien bzw. das heutige Österreich.

1848 war man nach der doch der konservativen Zeit des Vormärz offensichtlich hochgeladen, man wollte Veränderungen und es kam zu einer Demonstration im heute ersten Bezirk, damals die Stadt Wien.

Die Bevölkerung war davon überzeugt, dass wesentlichen Anteil an der Misere der damalige Staatskanzler Metternich hatte, der ja seit sehr vielen Jahren die Macht in Österreich ausübte. Es war sicherlich ein Fehler, das nach dem Tod des Kaisers, dessen Sohn an die Macht kam und es nicht gelang, einen vernünftigeren Mitarbeiterstab für diesen zu organisieren.

Brigitte
Welcher Kaiser war das?

Waltraud
Das war Ferdinand I., Ferdinand, der Gütige. Er war Epileptiker, ziemlich kränkelnd und eigentlich – obwohl er besser war, als sein Ruf – als Kaiser sicher nicht unbedingt ideal. Und ein Nachteil war halt, dass Franz II. (I.) beim Beraterstab – also der Vorgänger, der Vater – sich darum gekümmert hatte, ausgerechnet die Leute an die Macht zu schicken, von denen er sich eine Erhaltung der bestehenden Verhältnisse versprechen konnte, obwohl es vielleicht sinnvoller gewesen wäre, doch ein paar Neuere doch ins Spiel zu bringen. [00:06:27]

Damit wurden die Folge auch Maßnahmen verabsäumt, die vielleicht Entwicklungen im 1848er Jahr hätten total unnötig gemacht. Wie wissen, dass in einer anderen deutschen Stadt – Württemberg z.B. – bereits in den 1820er Jahren eine Verfassung verabschiedet wurde, dass es also sehr wohl Maßnahmen gab.

1848 von Frankreich ausgehend, hatte sich die Lage zugespitzt, und dann kam es zu einer Demonstration und aufgrund eines nicht sehr geschickten Vorgehens wurde auch auf die Menge geschossen und die Revolution brach aus.

Dazu kam noch, das ist auch in nach anderen Ländern der Monarchie kriselte und man forderte die Absetzung Metternichs, den man als die Hauptschuldigen sah. Man darf bei dieser Sache allerdings nicht übersehen, dass Metternich in erster Linie ein fähiger Außenpolitiker war, aber auf die Innenpolitik keineswegs diesen Einfluss hatte, den man ihm nachsagte, aber es ging natürlich darum, ein Promi, der für alles verantwortlich ist. Es ist ja immer einfacher, wenn man die Erwartung hat, wenn der weg ist, wird schon alles wieder besser. In der Folge gab es dann Unruhen und die kaiserliche Familie verließ Wien.

Uns geht es aber vor allem um die Nacht vom 12. auf den 13. März.

Brigitte
Auch die Vororte Reindorf, Rustendorf, Braunhirschen, Fünfhaus und Sechshaus waren in die Revolutionsereignisse einbezogen. Was spielte sich damals auf dem Gebiet des heutigen Rudolfsheim-Fünfhaus ab?

Waltraud
Nun, wie bereits erwähnt, war es im ersten Bezirk zu einer Demonstration gekommen,
[00:07:49] dann wurde noch in die Menge geschossen. Die Lage explodierte. Es gab Tote und so weiter. Die Sogwirkung war dann, dass der Pöbel in der Folge zu wüten begann und dabei eben auch in den Außenbezirken unterwegs war. Es war zunächst nicht möglich oder dauerte relativ lange bis die Armee da eingesetzt werden konnte und dann am Folgetag, am 15. März Ordnung schuf.

Und der 15. Bezirk war eben betroffen. Die Gruppe setzte sich in Gang und stürmte das Linienamt.

Das Linienamt war eine öffentliche Behörde, galt damit schon als Feindbild. Bei der ganzen Sache wurde auch noch ein Wächter umgebracht.

In der Folge wurden dann Geschäfte gestürmt, z.B. Bäckereien. Man hatte ja damals gerade wegen einer Missernte Versorgungsprobleme. Grund genug dort die Schuldigen zu sehen.

Nun, man muss sich das so vorstellen: Der Linienwall. Ursprünglich war ja die Stadt Wien – sie war befestigt, der heutige Ring. Dann kam man auf die Idee, dass man vielleicht die Vorstädte mal vor diesem ständigen Angriffen schützen sollte.

In der vorhergehenden Folgen habe ich ein paar mal erwähnt, die eher unruhige Lage, die ständigen Kriege, die vor allem bis ins 17. Jahrhundert das Gebiet um Wien heimsuchten. Daraufhin gründete man einen Linienwall und versuchte die Vorstädte zu befestigen. Die Vororte blieben weiter ungeschützt.

Nachdem sich dann der Krieg verlagerte, blieb allerdings der Linienwall als Grenze bestehen.

Etwa um 1850 kam es dann zur Eingemeindung der Vorstädte. Daraufhin verschob sich die Grenze von Wien, die ursprünglich zwischen dem heute ersten Bezirk und den inneren Bezirken war, zwischen innere Bezirk und äußere Bezirke.

Das war eine entscheidende Grenze, da innerhalb von Wien zum Teil andere Gesetze galten als außerhalb von Wien. Ein wichtiges Thema wäre die Verzehrssteuer. Außerhalb der Linie musste man keine Steuer auf Lebensmittel bezahlen, das Leben war wesentlich billiger als innerhalb. Und damit man diese Zollgrenze kontrollierte, gab es natürlich diese Ämter, die sich darum kümmern sollten, dass das alles klappt. [00:09:43]

In diesem Zusammenhang ging der Pöbel los und vor allem man richtete sich gegen angebliche Feindbilder: Bäckereien, in die Hungersnot, und in diesem Fall auch öffentliche Einrichtungen. Dazu gehörte das Linienamt. Der Wächter, der dort war, hatte unglücklicherweise das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.

Es wurden dann auch Fabriken in Brand gesteckt, gebrandschatzt usw. In unserem Bezirk haben wir z.B. die Familie Würffel, deren Haus betroffen war. In einem Bericht später liest man, dass der Herr Würffel sehr unbeliebt war.

Betroffen waren christliches, es waren auch jüdische Einrichtungen betroffen. In der neueren Zeit wird immer wieder auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass hier gezielter Antisemitismus am Werk war. Das ist vielleicht nicht auszuschließen, aber eben waren auch christliche betroffen.

Man kann annehmen, dass vor allem die Lage entscheidend war. Der Pöbel wird sich vom Linienwall hinaufgezogen haben in Richtung Stadt. In der Folge wurden dann eben einige Fabriken in Brand gesetzt am bekanntesten die Granichstädten-Fabrik und schließlich erreichte man dann das Amtshaus von der Herrschaft Braunhirschen.

Das befand sich in etwa dort, wo heute der Paul-Richter-Hof ist, also im Bereich der Mariahilferstraße, Dadlergasse, Grimmgasse.

Paul-Richter-Hof, Grimmgasse 36-38 / Dadlergasse 1-3

Das wurde dann überfallen. Die Wohnung des Amtsarztes, eines gewissen Herrn Stephan Avedig, nach dem die Avedikstraße im 15. Bezirk benannt ist, dabei geplündert.

Das Amtshaus wurde in Brand gesteckt, und dann war das nächste Ziel die Reindorfkirche in der Nähe. Nun inzwischen allerdings hatte ein Beamter, ein gewisser Johann Meisel, die Dinge selbst in die Hand genommen und sich daran gemacht, zusammen mit einigen anderen Bürgern, eine Gegenoffensive zu organisieren. Und der gelang es schließlich, bei der Reindorfkirche in der Nähe, den Pöbel zu stoppen und damit immerhin zu verhindern, dass die Kirche davon betroffen war, und der ganzen Sache sozusagen ein vorläufiges Ende zu machen, ehe dann am nächsten Tag endlich das Militär wieder die Ruhe herstellte. [00:11:33]

In der Folge dürfte sich allerdings die Lage beruhigt haben. Man erhielt eine Verfassung, es scheint sich durchwegs abzuzeichnen, dass die Revolutionäre ihre Forderungen erfüllt bekamen. Metternich hatte sich inzwischen aus dem Staub gemacht. Das war natürlich für die Regierung auch gleich eine gute Lösung, sich gegen ihn zu stellen und damit auch gleich der Bevölkerung sozusagen den Sündenbock zu bieten, ohne dass jemand betroffen war. Er ging ins Exil und es schien dann, als hätte sich die Revolution durchgesetzt.

In den folgenden Monaten allerdings passierte dann das, was nach einer Revolution meistens der Fall ist – zur Normalität überzugehen. Und da begann nun die Koalition, die sich interessanterweise im März zusammen gefunden hatte – Bürgertum, Arbeiterschaft, Studentenschaft – auseinanderzubrechen. Was dann im Endeffekt zu Entwicklungen führte, bei denen es nicht gelang, eine dauerhafte Lösung zu finden, die dann am Ende mit der Oktoberrevolution und einem Schwenken in die Gegenrichtung grausig endete.

Für uns sind allerdings die Iden des März noch aus einem anderen Grund interessant und zwar wegen der Märzgefallenen.

Die Opfer der Revolution – 1848 Die vergessene Revolution

Ich habe bereits erwähnt, bei der Demonstration kam es dazu, dass das Militär in die Menge schoss. Die Leute gerieten in Panik, auf diese Art und Weise, es gab Tote aufgrund der Schüsse, und es gab Tote, weil einfach Menschen in Panik niedergetrampelt wurden.

Brigitte
Die Opfer der Märzrevolution wurden in einer besonderen Zeremonie beigesetzt. Was war das Spezielle und wo fand diese Feier statt?

Waltraud
Die wurden zunächst aufgebahrt und dann in einem festlichen Zug auf den Schmelzer Friedhof gebracht, wo die Beisetzung in einem gemeinsamen Grab stattfand. Das Interessante war, die Opfer waren verschiedener Konfessionen. Die meisten Katholiken, einige Protestanten, zwei Juden. Und man entschied dann folgende Lösung, dass drei Geistliche die Zeremonie abhielten: ein katholischer Pfarrer, ein evangelischer Pastor und ein jüdischer Rabbi, weil man eben diesen Punkt ebenfalls berücksichtigte.

So kam es sozusagen – würde man heute sagen – zu einer mehrkonfessionellen ersten Messe.

Beisetzung der Märzgefallenen am Schmelzer Friedhof am 17.3.1848

Brigitte
Und wo hat das stattgefunden?

Waltraud
Am Schmelzer Friedhof. Der Schmelzer Friedhof war unter Josef II. angelegt worden. Und zwar Ende des 18. Jahrhunderts wurden Friedhöfe aus der Stadt an den Stadtrand verlegt, nachdem es in Paris zu einer Seuche gekommen war – Bodenvergiftung wegen Überbelegung des Friedhofes. Damals war der Schmelzer Friedhof entstanden, und zu der Zeit war der Schmelzer Friedhof ein relativ wichtiger Friedhof. Er wurde dann Ende des 19. Jahrhunderts aufgelassen – eine eigene Geschichte.

Und die Märzgefallenen wurden dann auf den Zentralfriedhof überführt, wo sie heute beigesetzt sind. [00:14:11]

Brigitte
Ein wesentliches Ereignis war eine unmittelbare Folge der Revolution von 1848 und hatte entscheidende Auswirkungen auf die Entwicklung der fünf Vororte. Magst du uns davon berichten?

Waltraud
Nun, es gab auch Maßnahmen aus dieser Zeit, die eben langfristige Folgen hatten, und die nicht nachträglich wieder rückgängig gemacht wurden. Dazu gehörte die Aufhebung der Grundherrschaft und diese Aufhebung der Grundherrschaft bedeutete den Aufstieg zahlreicher Siedlungen zu eigenen Ortsgemeinden:

Die Aufhebung der Grundherrschaft erfolgte 1848-1850. Es war halt auch notwendig, dass die Grundbesitzer entschädigt werden. Man konnte nicht einfach erklären, die Grundherrschaft ist aufgehoben, sondern es waren noch Maßnahmen notwendig.

Das Entscheidende war, das eben die Gemeinden entstanden. In unserem Bezirk hatten wir bisher fünf Dörfer, diese hatten unterschiedlichen Grundherrschaften angehört. Und nun mit der Aufhebung, wurden diese fünf Dörfer, also Fünfhaus, Sechshaus, Braunhirschen, Reindorf und Rustendorf eigene Gemeinden.

Plan 1853 – zu sehen die Orte Sechshaus, Braunhirschen und Reindorf

Im 15. Bezirk dürfte das ziemlich moderat abgelaufen sein, zumindest die meisten ersten Gemeindeausschüsse weisen als Bürgermeister jene Männer auf, die ursprünglich unter der Grundherrschaft die Ortsrichter gewesen waren. In anderen Bezirken erfahren wir, dass es auch Schwierigkeiten mit den früheren Grundherren gegeben hat.

Das Entscheidende ist jedenfalls, dadurch wurden die fünf Dörfer eigene Gemeinden, hatten ihren eigenen Bürgermeister, einen eigenen Gemeindeausschuss und waren nun eine politische Einrichtung.

Sie gehörten einem Bezirk an, dem Gerichtsbezirk Sechshaus, der also das Zentrum auch in unserem Bezirk hatte, und in der Folge führten sie eine eigenständige Politik.

Man kann die Jahre bis zur Eingemeindung durchwegs als das goldene Zeitalter der Vororte bezeichnen.

Brigitte
Inwiefern?

Waltraud
Na ja, es war die Zeit, wo in die Vororte sich entwickelten. Neubauten wurden gemacht, Schulen gegründet, die Infrastruktur wurde aufgemöbelt, es gab Veränderungen.

Für unseren Bezirk ist entscheidend, dass ein Teil der Schmelz verkauft wurde, an einen Nachbarbezirke – also an einen Nachbarort, heute ist das ein eigener Bezirk – was einerseits die Grenzen veränderte, aber andererseits auch für den Bezirk neue Möglichkeiten schuf.

Inwieweit es Veränderungen gab: Nun die Gemeinden waren selbständig, sie betrieben selbständige Politik, das heißt sie gründeten ihre eigenen Schulen, ihre eigenen sozialen Einrichtungen. Allerdings sie gehörten einem gemeinsamen Gerichtsbezirk an, dieser hatte das Zentrum in unserem Bezirk, nämlich in Sechshaus und da befand sich z.B. das Bezirksgericht und das Bezirksspital.

Die Infrastruktur wurde ausgebaut, die Straßenbeleuchtung wurde verbessert etc. Nun es begann das Goldene Zeitalter der Vororte, dass dann mit der Eingemeindung nach Wien enden sollte. Aber dazu kommen wir in unserer letzten Folge. [00:16:42]

Brigitte
Wir sind nun am Ende des vierten Teils unserer Ministere angelangt. Danke für deine spannenden Ausführungen, liebe Waltraud!

Waltraud
Gern geschehen!

Brigitte
Ja, liebe Hörerin, lieber Hörer! Rudolfsheim-Fünfhaus hat viel zu bieten, machen wir was draus – gemeinsam.

Wenn Sie ihr Wissen über die Geschichte des 15. Bezirks erweitern möchten.

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Wenn Sie wissen möchten, wie es mit der Geschichte des 15. Bezirks weitergeht, versäumen Sie nicht den fünften und letzten Teil unserer Mini-Serie zur Bezirksgeschichte. „Das Rathaus, das kein Rathaus blieb“.

Ich verabschiede mich wieder mit den sphärischen Klängen von Nigora Makhmudova.

Auf Wiederhören!

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag!

Ihre Brigitte Neichl.

Outro

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Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus
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1150 Wien
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Web: www.museum15.at

Öffnungszeiten
Mo: 17.00-19.00
Fr: 15.30-17.30
(an Feiertagen, schulfreien Tagen und im Juli & August geschlossen)

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5 Kommentare zu „Die Iden des März

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