🎧 Bezirksmuseen als Möglichkeitsraum

Interview mit Mag. Sabine Fauland (Ă–sterr. Museumsbund)

Episode #027

In der 27. Folge von „FĂĽnfzehn Minuten ĂĽber den FĂĽnfzehnten“ erhalten Sie Einblicke in die österreichische Museumslandschaft und erfahren, inwiefern Bezirksmuseen Möglichkeitsräume sind.

Wir sprechen dazu mit Mag. Sabine Fauland vom Museumsbund Ă–sterreich.

Co-Moderator dieser Folge ist Maurizio Giorgi.

Mit dabei ist auch wieder Grätzelkorrespondentin Karin Elise Sturm, die diesmal ihren ersten AuĂźeneinsatz beim „Landkind“ am Schwendermarkt absolviert, Stefan Rom interviewt und ĂĽber Neuigkeiten im 15. Bezirk berichtet.

Weitere Inhalte:

  • Was tut sich im Bezirksmuseum?
  • Ausblick auf die nächste Folge

Mehr Infos auf www.museum15.at/podcast


Die Podcast-Episode zum Artikel

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Transkript der Podcast-Episode:

Intro

Hallo und herzlich willkommen zur 27. Folge von FĂĽnfzehn Minuten ĂĽber den FĂĽnfzehnten.

Mein Name ist Brigitte Neichl. Schön, dass Sie wieder eingeschaltet haben und bei dieser Episode dabei sind!

Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert vom Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂĽnfhaus, DEM Veranstaltungs-Museum im Herzen des 15. Bezirks.

Das Museum bietet Ausstellungen, Veranstaltungen und Events fĂĽr Erwachsene und Kinder und diesen Podcast.

Mehr dazu finden Sie auf www.museum15.at

Heute wieder dabei – in sicherem Abstand – ist Maurizio Giorgi, mein treuer und inzwischen unentbehrlich gewordener Co-Moderator.

Maurizio
Hallo Brigitte! Ja, ich kann mir ein Leben ohne unserem Podcast auch nicht mehr vorstellen.

Brigitte
Sehr gut! So soll es auch sein. Falls Sie jetzt jemanden vermissen – nämlich unsere Grätzelkorrespondentin Karin Elise Sturm. Keine Sorge! Sie meldet sich nach unserem Interview.

Maurizio
Ah, apropos Interview, liebe Brigitte. Ich glaub, da gibt’s eine kleine Ă„nderung.

Brigitte
Ja, Du hast recht. Geplant war eigentlich ein Gespräch mit Karin Kneißl, der Geschäftsführerin von LOK Couture, einem Beschäftigungsprojekt für Menschen, die aufgrund psychischer Probleme derzeit keine Möglichkeit haben, am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Der zweite Lockdown dieses Jahres, hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der ist seit 3. November in Kraft und wird voraussichtlich bis 30. November in Kraft bleiben. [Stand 15.11.2020: bis 6.12.2020]

Verständlich, dass Frau Kneißl da jetzt andere Prioritäten hat. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Brigitte
Ganz genau!
Ja, der derzeitige Lockdown ist ja auch ein Kultur-Lockdown und trifft damit auch uns als Bezirksmuseum. Um dennoch Kontakt mit unserem Publikum zu halten, ist Kreativität und das Ausloten möglicher neue Zugänge gefragt. Zu diesem Thema konnten wir mit Mag. Sabine Fauland vom Museumsbund Österreich eine kompetente Gesprächspartnerin gewinnen, die uns spannende Einblicke in die Museumslandschaft gewährt und mit der wir über Museen als Möglichkeitsräume gesprochen haben. Gerade für die kleinen und ehrenamtlich geführten Häuser sieht sie dabei eine große Chance.

Maurizio
Dann wĂĽrde ich sagen, legen wir los!

Brigitte
Klar gern! also, Ton ab. [00:03:13]

Interview mit Mag. Sabine Fauland

Brigitte Neichl
Ich spreche heute mit Frau Mag. Sabine Fauland, der Geschäftsführerin des Museumsbunds Österreich. Der Museumsbund Österreich ist eine nationale Dachorganisation und arbeitet für alle österreichischen Museen, unabhängig von deren Größe oder inhaltlicher Positionierung sowie für alle mit Museumsangelegenheiten befassten regionalen Einrichtungen in den Bundesländern.

Frau Mag. Fauland, zuerst einmal vielen Dank dafĂĽr, dass sich die Zeit fĂĽr dieses Interview genommen haben, das wir aufgrund des neuerlichen Lockdowns ĂĽber ZOOM fĂĽhren.

Sabine Fauland
Ja gerne!

Brigitte Neichl
Zur ersten Frage: Ich habe ja in meiner Einleitung schon ein wenig erzählt, aber Sie können unseren Hörerinnen und Hörern sicher noch mehr berichten. Seit wann gibt es den Museumsbund und was sind dessen Aufgaben – speziell jetzt in Coronazeiten?

Sabine Fauland
Ja also, den Museumsbund gibt so in dieser Form seit 1981. Wir sind also gar keinen so alter Museumsbund. Unsere deutschen Kollegen sind ĂĽber 100 Jahre alt. Also wir sind in Ă–sterreich ein bisschen NachzĂĽgler. Und wir sind ein Netzwerk und eine Informationsplattform von österreichischen Museen fĂĽr österreichische Museen. Vor allem ist uns wichtig, dass unser sehr groĂźer Vorstand – der besteht aus fast 40 Personen – die gesamte österreichische Museumslandschaft abbilden kann, sodass wir, wenn wir sprechen, auch wirklich fĂĽr alle sprechen können.

Das heiĂźt, es sind alle Bundes- alle Landes, alle kleineren Verbände, in den regionalen Ländern, die fĂĽr Museen arbeiten in diesem Vorstand, alle Berufsverbände. Also da geht’s eigentlich zur Sache. Wir sind eine ziemlich groĂźe Runde.

Und an sich gibt’s aber nur eine Person in der Exekutive, das ist die Frau Fauland, mit der Sie heute sprechen. Sie hat da mehrere Assistenten, die aber auch alle Fauland heiĂźen, also das heiĂźt, am Ende des Tages bleibt alles hier an diesem Schreibtisch hängen. Und in dieser Funktion betreuen wir mehrere Arbeitsgruppen, die Bundesländer-Plattform, wo wir die regionalen Museumsorganisationen zusammenbringen, die Landesmuseen, Aus- und Weiterbildung, digitales Museum und das inklusive Museum. AuĂźerdem haben wir eine Zeitschrift, die dreimal im Jahr herauskommt, wir haben unseren Blog museumspraxis.at, unseren Newsletter, der einmal im Monat erscheint und natĂĽrlich auch unsere Webseite.

Und diese drei letzteren Kanäle waren auch zurzeit die wichtigsten Kanäle, die wir verwendet haben, um die sich ständig ändernden Verordnungen zu verbreiten und Empfehlungen zu geben, wie wir uns zu verhalten haben, sage ich jetzt einmal.

Nicht jedes Bundesland hat ja eine Stelle, die fĂĽr Museen zuständig ist – beispielsweise in Wien gibt’s diese ja nicht – und da springen auch wir ein und verteilen die Infos und im Hintergrund – das sieht man dann oftmals nicht so – versucht man natĂĽrlich auch Lobbying zu betreiben fĂĽr die Institution Museum.

Brigitte Neichl
Also ein ziemlich umfangreiches Aufgabengebiet, das jetzt nicht unbedingt leichter geworden ist.

Sabine Fauland
Allerdings, ja also man hat gut viel zu tun, sag ich jetzt mal so. [00:06:10]

Brigitte Neichl
Gut, kommen wir zur zweiten Frage: Einiges haben Sie da ja schon angesprochen. Der Museumsbund ist ja österreichweit tätig, aber wenn wir jetzt nach Wien kommen. Welche Schwerpunkte gibt es in der Bundeshauptstadt?

Sabine Fauland
Also zum einen muss man da natĂĽrlich sagen, Wien ist zumindest das bĂĽrokratische Zentrum Ă–sterreichs. Das heiĂźt, dort findet unsere hauptsächliche Lobbying-Arbeit statt, weil wir natĂĽrlich im ständigen Austausch mit dem jeweils zuständigen Ministerium sind. Das ist ja auch nicht immer das gleiche. Nach jeder Wahl gibt’s dann wieder neue Konstellationen.

Und vielleicht so ein Schwank aus den letzten zehn Jahren: Der erste Brief, den wir damals noch an einen Minister verfasst haben, war eine Seite lang. Inzwischen ist unser Standardbrief als Einführung in die österreichische Museumslandschaft und die Herausforderungen sechs Seiten lang.

Also das heiĂźt, die Probleme werden nicht weniger, sondern manchmal eher mehr. Da da ist natĂĽrlich Wien das Zentrum allen Geschehens. Und dann gibt’s auch noch die Plattform, wo die Kulturreferenten sich auch mit dem Bund austauschen und das ist dann unser zweitwichtigstes Gremium, das nicht immer in Wien ist.

Oder was in Wien auch ein bisschen anders ist: Wir sind dort eigentlich der Hauptansprechpartner fĂĽr viele Museen, weil – ich habe es schon erwähnt – es gibt in Wien ja keine Stelle, die sich fĂĽr Museen, Aus- und Weiterbildung usw. zuständig fĂĽhlt. Das können wir natĂĽrlich auch nicht vollumfänglich ĂĽbernehmen, weil wir nur eine Person sind.

Aber wo wir sehr, sehr froh sind, dass wir endlich diese Stabstelle für die Bezirksmuseen bekommen haben in Wien. Das freut uns sehr, dass da endlich die Bezirksmuseen mehr gesehen werden, weil auch seit ungefähr zehn Jahren, haben wir gebetsmühlenartig immer wieder auch der Stadtpolitik gesagt: Bezirksmuseen, auf die gehört geachtet, um die muss sich kümmern und die muss man besser servicieren und nicht alleine lassen, vor allem dann nicht, wenn sie nicht alleine gelassen werden wollen. Und da freuen wir uns sehr.

Brigitte Neichl
Ja, das stimmt, das ist schon ein Schritt Richtung Professionalisierung und – wie Sie sagen – dass wir auch besser wahrgenommen und gesehen werden und auch ein bisschen eine Vereinheitlichung. Dass gemeinsame Dinge einfach gemeinsam transportiert werden können.

Sabine Fauland
Absolut! Also ich halte die Bezirksmuseen für ganz außerordentlich wichtige Museen in Wien, aber auch für Österreich. Sie sind alles kleine Stadtteilmuseen und sie sind so am Puls der Zeit in ihrer Umgebung und können so schnell tagesaktuell reagieren. Also wir sind froh, dass es keine so umklammernde Organisation ist, weil ich weiß, viele möchten auch einfach für sich so weitermachen, wie sich tun, und das gehört eben auch dazu. Aber dass es eine Stelle gibt, die Service anbieten kann, und das man wahrnehmen kann, finde ich schon sehr sehr wichtig, und es freut mich sehr, dass der Matti Bunzl da auch so dahinter war und ist.

Brigitte Neichl
Genau. Kommen wir zur dritten Frage: Ich möchte jetzt noch auf die kleinen Museen in Wien schauen. Sie haben das auch schon ein bisschen vorweggenommen, aber wollen wir das noch einmal vielleicht beleuchten. Also zu den kleinen Museen gehören ja auch die Bezirksmuseen und der Unterschied zu den anderen ist ja nicht nur die Größe, sondern auch die Tatsache, dass diese oft ehrenamtlich gefĂĽhrt werden. Welche Unterschiede sehen Sie da? Gibt es von Ihrer Seite spezielle Angebote fĂĽr die Kleinen und haben Sie vielleicht Tipps, wie sie sich trotz knapper Ressourcen und Ehrenamtlichkeit und – man muss es den Zeiten, wie diesen hinzufĂĽgen – trotz Corona, bestmöglich präsentieren können? [00:09:38]

Sabine Fauland
Also zum einen muss man sagen, dass das gar nicht so ungewöhnlich ist, denn mehr als die Hälfte der österreichischen Museen wird ĂĽberwiegend ehrenamtlich betrieben. Also natĂĽrlich in der Bundeshauptstadt, in Wien, neben den groĂźen, groĂźen Tankern wie Kunsthistorisches Museum oder auch das Wien Museum und anderer, geht das vielleicht oft unter, aber die österreichische Museumslandschaft ist genau von dem Typ „ehrenamtliches Museum“ geprägt, wie es auch die Bezirksmuseen sind.

Und dann, ich sehe diese kleinen Eigenheiten, wenn Sie mir erlauben, das so zu sagen, eigentlich als große Chance, weil sie viel schneller und quicker reagieren können, weil Gottfried Fliedel hat er mal gesagt, Museum soll der Seismograph seiner Gesellschaft, seiner umgebenden Gesellschaft sein, und je kleiner die Einheit ist, desto näher ist man eigentlich dran an dem, was man vielleicht Puls der Zeit auch nennt.

Und gerade, weil ich auch denke, in Zukunft wird es darum gehen, das Museum als Plattform zu denken und als Möglichkeitsraum, und da stehen den Bezirksmuseen und den anderen ehrenamtlichen Museen eigentlich alle Türen offen, viele tolle Sachen zu machen. Und natürlich das digitale Zeitalter, das es uns ermöglicht, sehr viele Tools auch kostenfrei zu nutzen, machen natürlich für die Sichtbarkeit von diesen Aktionen der Museen, ist das natürlich toll, sowas zu haben.

Brigitte Neichl
Ja, das sehe ich auch. Gerade die Ehrenamtlichkeit bietet sehr viele Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren, zu testen, also man ist nicht in so ein starres System eingebunden, sondern man kann sehr kreativ sein. [00:11:13]

Sabine Fauland
Genau, man kann viel schneller agieren, man kann auch noch mal lustige Sachen machen, man kann auch viel leichter scheitern. Eines meiner Lieblingsthemen ist ja auch „Scheitern“. Ich finde Scheitern einfach sehr wichtig fĂĽr den Lernprozess, um Dinge ausprobieren, das gehört dazu.

Und je größer die Einheit ist, desto weniger ist das möglich. Damit möchte jetzt nicht sagen, dass da ständig Ideen scheitern und Dinge nicht funktionieren, aber allein, dass man das einmal zulassen kann, dass es passieren könnte, ist eigentlich der Himmel auf Erden, würde ich jetzt mal sagen, in Wirklichkeit.

NatĂĽrlich, das knappe Budget ist eine andere Sache, weil das erfordert sehr, sehr viel Kreativität. Das wissen wir alle, die wir hier fĂĽr Museen arbeiten, dass es immer leichter ist, viel Geld zu haben, aber vielleicht gibt’s da ja auch noch einmal eine Ă„nderung in den nächsten Jahren.

Brigitte Neichl
Und haben Sie spezielle Angebote fĂĽr die Kleinen, fĂĽr die Ehrenamtlichen? Gibt’s da eine Schiene, die da UnterstĂĽtzung bietet, ganz speziell?

Sabine Fauland
Tatsächlich muss ich sagen, also ich muss mich leider noch mal wiederholen, wir sind ja nur eine Person, und wir stehen zwar jederzeit mit Rat und Tat zur VerfĂĽgung und machen auch viele Projekte auf Zuruf, aber was wir jetzt an sich nicht leisten können, wären so Aus- oder Weiterbildungsangebote. Aber Sie können unseren Newsletter nutzen und unsere Webseite und – wie gesagt – auch gerne jederzeit anrufen.

Die nächste Einheit, die quasi professionell auch – abseits natĂĽrlich der Stabsstelle fĂĽr Bezirksmuseen und die ARGE Bezirksmuseen – die sich ansonsten noch um Anliegen von Museen kĂĽmmert, ist das Museumsmanagement Niederösterreich, das in St. Pölten ja nur eine halbe Stunde von Wien entfernt ist.

Museumsmanagement Niederösterreich

Und die bieten umfangreiche Aus- und Weiterbildungen auch an. Die insgesamt – glaub ich – 300 ehrenamtliche Museen und Sammlungen, also die sind auch ein sehr kompetenter und guter Ansprechpartner – sollte ich mal nicht abheben.

Interview mit Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederöstereich – am Ende des Blogartikels

Brigitte Neichl
Ja dann vielen Dank, das war wirklich sehr, sehr spannend. Also fĂĽr eine Person ziemlich viel, kann man sagen.

Wir waren ja auch schon in Kontakt, weil wir da letztens einen Artikel in ihrer Zeitschrift [Das erweiterte Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂĽnfhaus …] hatten.

Wir finden das auch ganz toll, was was Sie tun und was Sie auch anbieten, und dass Sie den Blick auch drauf werfen. Dass man quasi so eine Institution hat, die eine im Blick jetzt wirklich auf die Museen und auch auf die kleinen Museen wirft. [00:13:29]

Sabine Fauland
Das ist schön. Das ist sehr nett, danke schön.

Brigitte Neichl
Ja dann hoffe ich, dass wir vielleicht noch das eine oder andere Mal zusammenarbeiten.
[00:13:37]

Sabine Fauland
Ja ich bin mir sicher, weil Sie wissen ja, wir sitzen auch im wissenschaftlichen Beirat von der Stabsstelle Bezirksmuseen, also hoffe ich, dass wir viel miteinander zu tun haben werden in den nächsten Jahren.

Brigitte Neichl
Ja, wir haben ja viel vor, wir haben viele Ideen, wie Sie eh schon wissen und wir probieren immer wieder mal was Neues.

Sabine Fauland
Find ich voll cool!

Brigitte Neichl
Dann vielen Dank und schönen Nachmittag!

Sabine Fauland
Danke schön, Ihnen auch! Tschüss!

Was gibt es Neues?

Maurizio
Da gibt’s ja jede Menge wertvolle Infos.

Brigitte
In der Tat!

Aber, das ist noch nicht alles, stimmt’s? Du hast diesmal auch ein Interview gefĂĽhrt. Mit wem hast du gesprochen und worum ging es da?

Maurizio
Ich habe Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederösterreich interviewt. Das Museumsmanagement Niederösterreich betreut die rund 750 öffentlichen Museen in Niederösterreich und hat einen guten Einblick in die Arbeit der Museen. Vieles trifft aber auch auf die Wiener Museen, also speziell auf die Bezirksmuseen, zu.

Brigitte
Zu hören und zu lesen ist dieses Gespräch im Blogartikel zu dieser Podcast-Folge.

Interview mit Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederöstereich – am Ende des Blogartikels

Brigitte
Maurizio, was tut sich sonst bei uns im Museum?

Maurizio
Ja leider nicht viel, liebe Brigitte. Bis Ende November – wir haben es ja schon gehört –
[00:14:53] bleiben alle Museen geschlossen und es gibt auch keine Veranstaltungen vor Ort. [Stand 15.11.2020: bis 6.12.2020]

Unsere beliebte Podcast-Party am 15. November ab 19 Uhr können Sie via Zoom mitverfolgen.

ONLINE Podcast-Party

Ansonsten laden wir Sie sehr herzlich in unserer zahlreichen Social-Media-Kanäle ein, wo es laufend neue Inhalte gibt. Alle Infos dazu finden Sie in den Shownotes.

Brigitte
Danke Maurizio.

Grätzelkorrespondentin Karin Elise Sturm

Grätzelkorrepondentin Karin Elise Sturm über den Dächern von Wien Rudolfsheim-Fünfhaus

Brigitte
Und jetzt schalten wir um zu unserer Grätzelkorrespondentin Karin Elise Sturm. Hallo Karin, wo befindest Du Dich heute?

Karin
Hallo Brigitte, ich melde mich aus dem schönen Süden von Rudolfsheim-Fünfhaus.

Brigitte
Wo bist Du da genau, Karin, und was gibt es Neues? [00:15:35]

Karin
Ich befinde mich am Schwendermarkt. Ich steh da Ecke Dadlergasse Schwendermarkt vor dem. Bauernladen und MarktcafĂ© „Landkind“. Es ist Freitag am Abend, es sind noch einige Menschen auf der StraĂźe, es ist schon ganz dunkel. Winter wird’s. Kalt ist es heute und neben mir steht einer der Landkinder, der Stefan Rom. Hallo Stefan!

Stefan Rom vom Landkind

Stefan Rom
Ganz genau, hallo Karin!

Karin
Stefan, ihr versorgt uns da im Grätzel ja jetzt schon seit einigen Jahren mit saisonalen und regionalen Bio-Produkten und sehr gutem Essen vor allem, dem Tagesteller. Wir erleben jetzt den zweiten Lockdown dieses Jahr. Der betrifft uns alle, aber die Gastronomie natürlich besonders hart. Ihr habt euch aber einiges einfallen lassen, um eure Produkte trotz der widrigen Umstände sicher und schnell an den Mann und an die Frau zu bringen. Magst uns davon ein bisschen erzählen?

Stefan Rom
Ja, sehr gern. Wir haben mit dem Landkind schon im ersten Lockdown angefangen zu liefern und unseren Online-Shop aufzubauen. Wir haben unser gesamtes Sortiment online gestellt und wir haben das Grätzel beliefert mit teilweise mit einem geborgten Lastenrad, teilweise mit dem eigenen privaten Rad, also eigentlich alles gemacht, um dieses Angebot aufrecht zu erhalten. Und wir haben auch sehr viel daraus gelernt und haben uns für dieses Mal vorgenommen, es noch besser zu machen und für die Leute in der Gegend einfach noch mehr zu schaffen. Und da sind wir auf ein Projekt gekommen, das ist eigentlich schon beim letzten Mal ein bisschen entstanden. Das ist die GEMMAZONE.

Grätzel-Onlineshop GEMMAZONE

Die GEMMAZONE hat im letzten Lockdown angefangen, fĂĽr andere Unternehmen im Grätzel, jetzt auĂźerhalb vom Landkind, Dinge zu liefern. Wir haben gesagt, wenn wir jetzt sowieso unterwegs sind ĂĽberall im 15., ja dann pack ma doch ein Buch ein von der Romana vom BuchcafĂ© Melange oder nehmen wir halt die ein oder andere Ware mit – ob es jetzt ein Tyrannen-Quartett ist oder oder selbst gesticktes Bild von der Metaware, oder ob vielleicht auch das ein oder andere ModestĂĽck eben44 ist oder der Kaffee vom GOTA und haben den anderen Unternehmen eben angeboten, dass wir fĂĽr sie mitliefern.

Unter dem Titel der GEMMAZONE, also eine Zone, die fußläufig erreichbar ist und wo mehrere Unternehmen sich gemeinsam präsentieren oder eben gemeinsam ihre Waren liefern.

Jetzt heben wir das auf die nächste Ebene. Der Shop, den wir aufgebaut haben, liegt auf www.gemmazone.at Und der ist so ausgerichtet, dass er nicht nur die Produkte vom Landkind verkaufen wird, sondern das auch nach und nach immer mehr Produkte von anderen Grätzel-Unternehmen auf dieser Plattform präsentiert werden.

Das Besondere jetzt für den Kunden: Ich nehme das von unterschiedlichen Geschäften, lege das in einen Warenkorb und bekomme das gesammelt in einer Lieferung zugestellt. Und jetzt kann man nicht nur einkaufen und vom Landkind Essen bestellen, sondern man kann z.b. vom Landkind einen Kuchen, vom Viennas Vietnam ein Fo, und dann vielleicht noch Lebensmitteleinkäufe und in Zukunft vielleicht noch ein Buch vom Buchcafé und so weiter sich bestellen und auf einer Lieferung liefern lassen.

Und genau das soll die GEMMAZONE leisten. Das Projekt, das ist jetzt in der Anfangsphase, aber wird werden das stetig aufbauen und ich freue mich eigentlich sehr drauf, da in schönes Angebot online für die Grätzelbewohner zu schaffen. [00:19:03]

Karin
Super, das sind gute Nachrichten aus dem Reindorf-Grätzel. Da tut sich was, trotz der komplizierten Lockdown-Umstände.

Was tut sich sonst noch im Bezirk? Kulturell ist ja besonders schwierig. Alle Veranstaltungen unter Einbeziehung von Menschen, also praktisch alle Kunst- und Kultur Events sind verboten.

Romana Ledl, die Besitzerin des BuchcafĂ© Melange, hat daher beschlossen, die Lesung von Melisa Erkurt aus ihrem neuen Buch „Generation Haram“ ins Netz
[00:19:29] zu verlegen. Am 20. November abends um 19 Uhr kann man via einer Zoom-Veranstaltung ganz sicher bei sich zu Hause an der hochkarätigen Lesung teilnehmen. Alle Infos finden Sie im Blogartikel zu dieser Podcast-Folge, den Link finden Sie in den Shownotes.

Apropos Schwendermarkt – noch schnell eine Info zu Schluss: Das GOTA CafĂ© auf der Mariahilfer StraĂźe – gleich oberhalb des Schwendermarktes – hat jetzt zu Lockdown-Zeiten kurzerhand umdisponiert: Im Gastraum wurde eine Show-Kitchen vor dem groĂźen Schaufenster eingerichtet und man kann nun – alles zum Mitnehmen – neben dem altbekannten Kaffee auch Suppen, Porridge, Milchreis, und Curries kaufen.

Generell kann man sagen – einige unserer Lieblingswirte und Kaffeehäuser haben wieder auf Abholung umgestellt. So auch das Franz und Julius nördlich der Bahn, das Eduard am Sparkassaplatz und und und.

UnterstĂĽtzen Sie, wenn es Ihnen möglich ist, Ihre Lieblingslokale und holen Sie sich – auch im Lockdown – hin und wieder das Essen von dort.


Karin
So, das war’s, liebe Brigitte. Ich gebe zurĂĽck ins FĂĽnfzehn Minuten ĂĽber den FĂĽnfzehnten-Studio und freue mich auf meinen nächsten Einsatz. Wenn es wieder heiĂźt, die Grätzelkorrespondentin ist auf Achse im SĂĽden von Rudolfsheim-FĂĽnfhaus.

Brigitte
Vielen Dank, liebe Karin, für Deinen Bericht und bis zum nächsten Mal!

Karin
Ciao!

Wie geht es weiter?

Maurizio
Ja cool, das war ja der erste Außeneinsatz für unsere Grätzelkorrespondentin, ist super gelaufen.

Brigitte
Ja, fand ich auch.

Maurizio
Liebe Brigitte, erzählst Du uns noch kurz, wie es mit unseren Podcasts weitergeht? Inzwischen haben wir ja schon zwei.

Brigitte
Ja genau! Unsere zweiter Podcast heiĂźt „Zeitreise durch Wien Rudolfsheim-FĂĽnfhaus“.

Gemeinsam mit Bezirkshistorikerin und Museumsmitarbeiterin Waltraud Zuleger begebe ich mich da auf eine Zeitreise durch den heutigen 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-FĂĽnfhaus. In Form einer Mini-Serie bewegen wir uns bei dieser Reise in die Vergangenheit zwischen Ende des 12. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts. In fĂĽnf kompakten Folgen behandeln wir dabei die Geschichte von Rudolfsheim-FĂĽnfhaus. Die erste FolgeDie verschwundene Siedlung – ist am 30.10. erschienen, die nächste folgt am 30.11.

Maurizio
Wie lautet der Titel der Episode?

Brigitte
„Der Kampf um die Reindorfkirche“.

Maurizio
Toll, klingt spannend. Und worum wird es am 15.12. gehen, Brigitte?

Brigitte
Im Dezember gibt es – so wie bereits im Vorjahr – eine Audiocollage mit Interviews, die wir beim diesjährigen Reindorfgassenfest gefĂĽhrt haben. Mehr wird noch nicht verraten.

Lieber Maurizio, vielen Dank für deine Unterstützung und bis zum nächsten Mal! [00:21:25]

Maurizio
Es war mir wie immer ein VergnĂĽgen, liebe Brigitte.

Ja, liebe Hörerin, lieber Hörer, Rudolfsheim-FĂĽnfhaus hat viel zu bieten, machen wir was draus – gemeinsam!

Wenn Sie ihr Wissen über die Geschichte des 15. Bezirks erweitern möchten.

Wenn Sie kulturelle und gesellschaftspolitische Themen schätzen.

Wenn Sie gespannt auf interessante Menschen und Themen aus Vergangenheit und Gegenwart im 15. Bezirk sind.

Dann sind Sie bei uns richtig!

Besuchen Sie unsere Ausstellungen und Veranstaltungen im Museum, verfolgen Sie unsere Aktivitäten auf unserer Webseite, unserem Blog, unserem Youtube-Kanal und auf FacebookInstagram & Co. Infos und Links, finden Sie in den Shownotes.

Wir sind auch gespannt auf Ihre Kommentare und Anregungen.

Ich freue mich auf die nächsten spannenden 15 Minuten bei Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten und verabschiede mich mit der anregende Musik von Nigora und der berauschenden Stimme von Michael Stark.

Auf Wiederhören!

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag!

Ihre Brigitte Neichl.

Outro

Interview mit Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederösterreich

Das Museumsmanagement Niederösterreich  ist eine gemeinnĂĽtzige Kulturgesellschaft. Die hauptberuflichen Mitarbeiter*innen beraten die ca. 750 Museen, Sammlungen, Gedenkstätten, Ausstellungshäuser und Themenwege in Niederösterreich. Das Museumsmanagement NĂ– gehört zum Dachverband „Verein Museen und Sammlungen Niederösterreich“, der 1990 gegrĂĽndet wurde.

Im Interview mit dem Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus führte Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederösterreich aus, dass sie als kompetentes Netzwerk zwischen Museen in Niederösterreich und der Wissenschaft fungierten.

FĂĽr Kulturvermittler*innen – gleich ob hauptberuflich oder ehrenamtlich – steht Beratung bei Praxisfragen im Museumsalltag genauso im Vordergrund wie zertifizierte Weiterbildung zB den „Museumskustodenlehrgang“ oder den Lehrgang zur „Inventarisierung von Museumsbeständen“.

Zahlreiche Publikationen und Tagungen runden das Angebot ab. Jährlich veranstaltet das Museumsmanagement Niederösterreich den „MuseumsfrĂĽhling Niederösterreich“, zu dem zahlreiche Museen ihre Pforten öffnen. Der Verein bietet zudem Begleitung fĂĽr jene Museen an, die das „Österreichische MuseumsgĂĽtesiegel“ anstreben – ein Garant fĂĽr die Arbeit nach qualitativ international geltenden Standards.

Die Museumslandschaft in Niederösterreich ist ehrenamtlich geprägt. Seit dem Lockdown und den Reisebeschränkungen präsentieren auch die ehrenamtlich geführten regionalen Kulturstätten ihr Angebot online.

Das Museum Sankt Peter an der Sperr in Wiener Neustadt hat in dieser Zeit ausgewählte Exponate aus der Stadtgeschichte über Facebook präsentiert. Ebenso postete auch die Kunstfabrik Groß Siegharts pro Öffnungstag ein Sammlungsstück über Social Media. Lust auf einen Besuch bei „Mythos Ludwig van“ im Kunsthaus Baden macht ein Video zur aktuellen Ausstellung.

Dass der digitale Weg auch den ehrenamtlichen Museen bestens geglückt ist, spiegelt die positive Rückmeldung vom Publikum wider, berichtete Christa Zahlbruckner, Museumsmanagement Niederösterreich im Interview. – Maurizio Giorgi



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