🎧 Bezirksmuseen als Möglichkeitsraum

Interview mit Mag. Sabine Fauland (Österr. Museumsbund)

Episode #027

In der 27. Folge von „FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten“ erhalten Sie Einblicke in die österreichische Museumslandschaft und erfahren, inwiefern Bezirksmuseen MöglichkeitsrĂ€ume sind.

Wir sprechen dazu mit Mag. Sabine Fauland vom Museumsbund Österreich.

Co-Moderator dieser Folge ist Maurizio Giorgi.

Mit dabei ist auch wieder GrĂ€tzelkorrespondentin Karin Elise Sturm, die diesmal ihren ersten Außeneinsatz beim „Landkind“ am Schwendermarkt absolviert, Stefan Rom interviewt und ĂŒber Neuigkeiten im 15. Bezirk berichtet.

Weitere Inhalte:

  • Was tut sich im Bezirksmuseum?
  • Ausblick auf die nĂ€chste Folge

Mehr Infos auf www.museum15.at/podcast


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Transkript der Podcast-Episode:

Intro

Hallo und herzlich willkommen zur 27. Folge von FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten.

Mein Name ist Brigitte Neichl. Schön, dass Sie wieder eingeschaltet haben und bei dieser Episode dabei sind!

Dieser Podcast wird Ihnen prĂ€sentiert vom Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂŒnfhaus, DEM Veranstaltungs-Museum im Herzen des 15. Bezirks.

Das Museum bietet Ausstellungen, Veranstaltungen und Events fĂŒr Erwachsene und Kinder und diesen Podcast.

Mehr dazu finden Sie auf www.museum15.at

Heute wieder dabei – in sicherem Abstand – ist Maurizio Giorgi, mein treuer und inzwischen unentbehrlich gewordener Co-Moderator.

Maurizio
Hallo Brigitte! Ja, ich kann mir ein Leben ohne unserem Podcast auch nicht mehr vorstellen.

Brigitte
Sehr gut! So soll es auch sein. Falls Sie jetzt jemanden vermissen – nĂ€mlich unsere GrĂ€tzelkorrespondentin Karin Elise Sturm. Keine Sorge! Sie meldet sich nach unserem Interview.

Maurizio
Ah, apropos Interview, liebe Brigitte. Ich glaub, da gibt’s eine kleine Änderung.

Brigitte
Ja, Du hast recht. Geplant war eigentlich ein GesprĂ€ch mit Karin Kneißl, der GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von LOK Couture, einem BeschĂ€ftigungsprojekt fĂŒr Menschen, die aufgrund psychischer Probleme derzeit keine Möglichkeit haben, am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Der zweite Lockdown dieses Jahres, hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der ist seit 3. November in Kraft und wird voraussichtlich bis 30. November in Kraft bleiben. [Stand 15.11.2020: bis 6.12.2020]

VerstĂ€ndlich, dass Frau Kneißl da jetzt andere PrioritĂ€ten hat. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Brigitte
Ganz genau!
Ja, der derzeitige Lockdown ist ja auch ein Kultur-Lockdown und trifft damit auch uns als Bezirksmuseum. Um dennoch Kontakt mit unserem Publikum zu halten, ist KreativitĂ€t und das Ausloten möglicher neue ZugĂ€nge gefragt. Zu diesem Thema konnten wir mit Mag. Sabine Fauland vom Museumsbund Österreich eine kompetente GesprĂ€chspartnerin gewinnen, die uns spannende Einblicke in die Museumslandschaft gewĂ€hrt und mit der wir ĂŒber Museen als MöglichkeitsrĂ€ume gesprochen haben. Gerade fĂŒr die kleinen und ehrenamtlich gefĂŒhrten HĂ€user sieht sie dabei eine große Chance.

Maurizio
Dann wĂŒrde ich sagen, legen wir los!

Brigitte
Klar gern! also, Ton ab. [00:03:13]

Interview mit Mag. Sabine Fauland

Brigitte Neichl
Ich spreche heute mit Frau Mag. Sabine Fauland, der GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Museumsbunds Österreich. Der Museumsbund Österreich ist eine nationale Dachorganisation und arbeitet fĂŒr alle österreichischen Museen, unabhĂ€ngig von deren GrĂ¶ĂŸe oder inhaltlicher Positionierung sowie fĂŒr alle mit Museumsangelegenheiten befassten regionalen Einrichtungen in den BundeslĂ€ndern.

Frau Mag. Fauland, zuerst einmal vielen Dank dafĂŒr, dass sich die Zeit fĂŒr dieses Interview genommen haben, das wir aufgrund des neuerlichen Lockdowns ĂŒber ZOOM fĂŒhren.

Sabine Fauland
Ja gerne!

Brigitte Neichl
Zur ersten Frage: Ich habe ja in meiner Einleitung schon ein wenig erzĂ€hlt, aber Sie können unseren Hörerinnen und Hörern sicher noch mehr berichten. Seit wann gibt es den Museumsbund und was sind dessen Aufgaben – speziell jetzt in Coronazeiten?

Sabine Fauland
Ja also, den Museumsbund gibt so in dieser Form seit 1981. Wir sind also gar keinen so alter Museumsbund. Unsere deutschen Kollegen sind ĂŒber 100 Jahre alt. Also wir sind in Österreich ein bisschen NachzĂŒgler. Und wir sind ein Netzwerk und eine Informationsplattform von österreichischen Museen fĂŒr österreichische Museen. Vor allem ist uns wichtig, dass unser sehr großer Vorstand – der besteht aus fast 40 Personen – die gesamte österreichische Museumslandschaft abbilden kann, sodass wir, wenn wir sprechen, auch wirklich fĂŒr alle sprechen können.

Das heißt, es sind alle Bundes- alle Landes, alle kleineren VerbĂ€nde, in den regionalen LĂ€ndern, die fĂŒr Museen arbeiten in diesem Vorstand, alle BerufsverbĂ€nde. Also da geht’s eigentlich zur Sache. Wir sind eine ziemlich große Runde.

Und an sich gibt’s aber nur eine Person in der Exekutive, das ist die Frau Fauland, mit der Sie heute sprechen. Sie hat da mehrere Assistenten, die aber auch alle Fauland heißen, also das heißt, am Ende des Tages bleibt alles hier an diesem Schreibtisch hĂ€ngen. Und in dieser Funktion betreuen wir mehrere Arbeitsgruppen, die BundeslĂ€nder-Plattform, wo wir die regionalen Museumsorganisationen zusammenbringen, die Landesmuseen, Aus- und Weiterbildung, digitales Museum und das inklusive Museum. Außerdem haben wir eine Zeitschrift, die dreimal im Jahr herauskommt, wir haben unseren Blog museumspraxis.at, unseren Newsletter, der einmal im Monat erscheint und natĂŒrlich auch unsere Webseite.

Und diese drei letzteren KanÀle waren auch zurzeit die wichtigsten KanÀle, die wir verwendet haben, um die sich stÀndig Àndernden Verordnungen zu verbreiten und Empfehlungen zu geben, wie wir uns zu verhalten haben, sage ich jetzt einmal.

Nicht jedes Bundesland hat ja eine Stelle, die fĂŒr Museen zustĂ€ndig ist – beispielsweise in Wien gibt’s diese ja nicht – und da springen auch wir ein und verteilen die Infos und im Hintergrund – das sieht man dann oftmals nicht so – versucht man natĂŒrlich auch Lobbying zu betreiben fĂŒr die Institution Museum.

Brigitte Neichl
Also ein ziemlich umfangreiches Aufgabengebiet, das jetzt nicht unbedingt leichter geworden ist.

Sabine Fauland
Allerdings, ja also man hat gut viel zu tun, sag ich jetzt mal so. [00:06:10]

Brigitte Neichl
Gut, kommen wir zur zweiten Frage: Einiges haben Sie da ja schon angesprochen. Der Museumsbund ist ja österreichweit tÀtig, aber wenn wir jetzt nach Wien kommen. Welche Schwerpunkte gibt es in der Bundeshauptstadt?

Sabine Fauland
Also zum einen muss man da natĂŒrlich sagen, Wien ist zumindest das bĂŒrokratische Zentrum Österreichs. Das heißt, dort findet unsere hauptsĂ€chliche Lobbying-Arbeit statt, weil wir natĂŒrlich im stĂ€ndigen Austausch mit dem jeweils zustĂ€ndigen Ministerium sind. Das ist ja auch nicht immer das gleiche. Nach jeder Wahl gibt’s dann wieder neue Konstellationen.

Und vielleicht so ein Schwank aus den letzten zehn Jahren: Der erste Brief, den wir damals noch an einen Minister verfasst haben, war eine Seite lang. Inzwischen ist unser Standardbrief als EinfĂŒhrung in die österreichische Museumslandschaft und die Herausforderungen sechs Seiten lang.

Also das heißt, die Probleme werden nicht weniger, sondern manchmal eher mehr. Da da ist natĂŒrlich Wien das Zentrum allen Geschehens. Und dann gibt’s auch noch die Plattform, wo die Kulturreferenten sich auch mit dem Bund austauschen und das ist dann unser zweitwichtigstes Gremium, das nicht immer in Wien ist.

Oder was in Wien auch ein bisschen anders ist: Wir sind dort eigentlich der Hauptansprechpartner fĂŒr viele Museen, weil – ich habe es schon erwĂ€hnt – es gibt in Wien ja keine Stelle, die sich fĂŒr Museen, Aus- und Weiterbildung usw. zustĂ€ndig fĂŒhlt. Das können wir natĂŒrlich auch nicht vollumfĂ€nglich ĂŒbernehmen, weil wir nur eine Person sind.

Aber wo wir sehr, sehr froh sind, dass wir endlich diese Stabstelle fĂŒr die Bezirksmuseen bekommen haben in Wien. Das freut uns sehr, dass da endlich die Bezirksmuseen mehr gesehen werden, weil auch seit ungefĂ€hr zehn Jahren, haben wir gebetsmĂŒhlenartig immer wieder auch der Stadtpolitik gesagt: Bezirksmuseen, auf die gehört geachtet, um die muss sich kĂŒmmern und die muss man besser servicieren und nicht alleine lassen, vor allem dann nicht, wenn sie nicht alleine gelassen werden wollen. Und da freuen wir uns sehr.

Brigitte Neichl
Ja, das stimmt, das ist schon ein Schritt Richtung Professionalisierung und – wie Sie sagen – dass wir auch besser wahrgenommen und gesehen werden und auch ein bisschen eine Vereinheitlichung. Dass gemeinsame Dinge einfach gemeinsam transportiert werden können.

Sabine Fauland
Absolut! Also ich halte die Bezirksmuseen fĂŒr ganz außerordentlich wichtige Museen in Wien, aber auch fĂŒr Österreich. Sie sind alles kleine Stadtteilmuseen und sie sind so am Puls der Zeit in ihrer Umgebung und können so schnell tagesaktuell reagieren. Also wir sind froh, dass es keine so umklammernde Organisation ist, weil ich weiß, viele möchten auch einfach fĂŒr sich so weitermachen, wie sich tun, und das gehört eben auch dazu. Aber dass es eine Stelle gibt, die Service anbieten kann, und das man wahrnehmen kann, finde ich schon sehr sehr wichtig, und es freut mich sehr, dass der Matti Bunzl da auch so dahinter war und ist.

Brigitte Neichl
Genau. Kommen wir zur dritten Frage: Ich möchte jetzt noch auf die kleinen Museen in Wien schauen. Sie haben das auch schon ein bisschen vorweggenommen, aber wollen wir das noch einmal vielleicht beleuchten. Also zu den kleinen Museen gehören ja auch die Bezirksmuseen und der Unterschied zu den anderen ist ja nicht nur die GrĂ¶ĂŸe, sondern auch die Tatsache, dass diese oft ehrenamtlich gefĂŒhrt werden. Welche Unterschiede sehen Sie da? Gibt es von Ihrer Seite spezielle Angebote fĂŒr die Kleinen und haben Sie vielleicht Tipps, wie sie sich trotz knapper Ressourcen und Ehrenamtlichkeit und – man muss es den Zeiten, wie diesen hinzufĂŒgen – trotz Corona, bestmöglich prĂ€sentieren können? [00:09:38]

Sabine Fauland
Also zum einen muss man sagen, dass das gar nicht so ungewöhnlich ist, denn mehr als die HĂ€lfte der österreichischen Museen wird ĂŒberwiegend ehrenamtlich betrieben. Also natĂŒrlich in der Bundeshauptstadt, in Wien, neben den großen, großen Tankern wie Kunsthistorisches Museum oder auch das Wien Museum und anderer, geht das vielleicht oft unter, aber die österreichische Museumslandschaft ist genau von dem Typ „ehrenamtliches Museum“ geprĂ€gt, wie es auch die Bezirksmuseen sind.

Und dann, ich sehe diese kleinen Eigenheiten, wenn Sie mir erlauben, das so zu sagen, eigentlich als große Chance, weil sie viel schneller und quicker reagieren können, weil Gottfried Fliedel hat er mal gesagt, Museum soll der Seismograph seiner Gesellschaft, seiner umgebenden Gesellschaft sein, und je kleiner die Einheit ist, desto nĂ€her ist man eigentlich dran an dem, was man vielleicht Puls der Zeit auch nennt.

Und gerade, weil ich auch denke, in Zukunft wird es darum gehen, das Museum als Plattform zu denken und als Möglichkeitsraum, und da stehen den Bezirksmuseen und den anderen ehrenamtlichen Museen eigentlich alle TĂŒren offen, viele tolle Sachen zu machen. Und natĂŒrlich das digitale Zeitalter, das es uns ermöglicht, sehr viele Tools auch kostenfrei zu nutzen, machen natĂŒrlich fĂŒr die Sichtbarkeit von diesen Aktionen der Museen, ist das natĂŒrlich toll, sowas zu haben.

Brigitte Neichl
Ja, das sehe ich auch. Gerade die Ehrenamtlichkeit bietet sehr viele Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren, zu testen, also man ist nicht in so ein starres System eingebunden, sondern man kann sehr kreativ sein. [00:11:13]

Sabine Fauland
Genau, man kann viel schneller agieren, man kann auch noch mal lustige Sachen machen, man kann auch viel leichter scheitern. Eines meiner Lieblingsthemen ist ja auch „Scheitern“. Ich finde Scheitern einfach sehr wichtig fĂŒr den Lernprozess, um Dinge ausprobieren, das gehört dazu.

Und je grĂ¶ĂŸer die Einheit ist, desto weniger ist das möglich. Damit möchte jetzt nicht sagen, dass da stĂ€ndig Ideen scheitern und Dinge nicht funktionieren, aber allein, dass man das einmal zulassen kann, dass es passieren könnte, ist eigentlich der Himmel auf Erden, wĂŒrde ich jetzt mal sagen, in Wirklichkeit.

NatĂŒrlich, das knappe Budget ist eine andere Sache, weil das erfordert sehr, sehr viel KreativitĂ€t. Das wissen wir alle, die wir hier fĂŒr Museen arbeiten, dass es immer leichter ist, viel Geld zu haben, aber vielleicht gibt’s da ja auch noch einmal eine Änderung in den nĂ€chsten Jahren.

Brigitte Neichl
Und haben Sie spezielle Angebote fĂŒr die Kleinen, fĂŒr die Ehrenamtlichen? Gibt’s da eine Schiene, die da UnterstĂŒtzung bietet, ganz speziell?

Sabine Fauland
TatsĂ€chlich muss ich sagen, also ich muss mich leider noch mal wiederholen, wir sind ja nur eine Person, und wir stehen zwar jederzeit mit Rat und Tat zur VerfĂŒgung und machen auch viele Projekte auf Zuruf, aber was wir jetzt an sich nicht leisten können, wĂ€ren so Aus- oder Weiterbildungsangebote. Aber Sie können unseren Newsletter nutzen und unsere Webseite und – wie gesagt – auch gerne jederzeit anrufen.

Die nĂ€chste Einheit, die quasi professionell auch – abseits natĂŒrlich der Stabsstelle fĂŒr Bezirksmuseen und die ARGE Bezirksmuseen – die sich ansonsten noch um Anliegen von Museen kĂŒmmert, ist das Museumsmanagement Niederösterreich, das in St. Pölten ja nur eine halbe Stunde von Wien entfernt ist.

Museumsmanagement Niederösterreich

Und die bieten umfangreiche Aus- und Weiterbildungen auch an. Die insgesamt – glaub ich – 300 ehrenamtliche Museen und Sammlungen, also die sind auch ein sehr kompetenter und guter Ansprechpartner – sollte ich mal nicht abheben.

Interview mit Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederöstereich – am Ende des Blogartikels

Brigitte Neichl
Ja dann vielen Dank, das war wirklich sehr, sehr spannend. Also fĂŒr eine Person ziemlich viel, kann man sagen.

Wir waren ja auch schon in Kontakt, weil wir da letztens einen Artikel in ihrer Zeitschrift [Das erweiterte Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂŒnfhaus …] hatten.

Wir finden das auch ganz toll, was was Sie tun und was Sie auch anbieten, und dass Sie den Blick auch drauf werfen. Dass man quasi so eine Institution hat, die eine im Blick jetzt wirklich auf die Museen und auch auf die kleinen Museen wirft. [00:13:29]

Sabine Fauland
Das ist schön. Das ist sehr nett, danke schön.

Brigitte Neichl
Ja dann hoffe ich, dass wir vielleicht noch das eine oder andere Mal zusammenarbeiten.
[00:13:37]

Sabine Fauland
Ja ich bin mir sicher, weil Sie wissen ja, wir sitzen auch im wissenschaftlichen Beirat von der Stabsstelle Bezirksmuseen, also hoffe ich, dass wir viel miteinander zu tun haben werden in den nÀchsten Jahren.

Brigitte Neichl
Ja, wir haben ja viel vor, wir haben viele Ideen, wie Sie eh schon wissen und wir probieren immer wieder mal was Neues.

Sabine Fauland
Find ich voll cool!

Brigitte Neichl
Dann vielen Dank und schönen Nachmittag!

Sabine Fauland
Danke schön, Ihnen auch! TschĂŒss!

Was gibt es Neues?

Maurizio
Da gibt’s ja jede Menge wertvolle Infos.

Brigitte
In der Tat!

Aber, das ist noch nicht alles, stimmt’s? Du hast diesmal auch ein Interview gefĂŒhrt. Mit wem hast du gesprochen und worum ging es da?

Maurizio
Ich habe Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederösterreich interviewt. Das Museumsmanagement Niederösterreich betreut die rund 750 öffentlichen Museen in Niederösterreich und hat einen guten Einblick in die Arbeit der Museen. Vieles trifft aber auch auf die Wiener Museen, also speziell auf die Bezirksmuseen, zu.

Brigitte
Zu hören und zu lesen ist dieses GesprÀch im Blogartikel zu dieser Podcast-Folge.

Interview mit Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederöstereich – am Ende des Blogartikels

Brigitte
Maurizio, was tut sich sonst bei uns im Museum?

Maurizio
Ja leider nicht viel, liebe Brigitte. Bis Ende November – wir haben es ja schon gehört –
[00:14:53] bleiben alle Museen geschlossen und es gibt auch keine Veranstaltungen vor Ort. [Stand 15.11.2020: bis 6.12.2020]

Unsere beliebte Podcast-Party am 15. November ab 19 Uhr können Sie via Zoom mitverfolgen.

ONLINE Podcast-Party

Ansonsten laden wir Sie sehr herzlich in unserer zahlreichen Social-Media-KanÀle ein, wo es laufend neue Inhalte gibt. Alle Infos dazu finden Sie in den Shownotes.

Brigitte
Danke Maurizio.

GrÀtzelkorrespondentin Karin Elise Sturm

GrĂ€tzelkorrepondentin Karin Elise Sturm ĂŒber den DĂ€chern von Wien Rudolfsheim-FĂŒnfhaus

Brigitte
Und jetzt schalten wir um zu unserer GrÀtzelkorrespondentin Karin Elise Sturm. Hallo Karin, wo befindest Du Dich heute?

Karin
Hallo Brigitte, ich melde mich aus dem schönen SĂŒden von Rudolfsheim-FĂŒnfhaus.

Brigitte
Wo bist Du da genau, Karin, und was gibt es Neues? [00:15:35]

Karin
Ich befinde mich am Schwendermarkt. Ich steh da Ecke Dadlergasse Schwendermarkt vor dem. Bauernladen und MarktcafĂ© „Landkind“. Es ist Freitag am Abend, es sind noch einige Menschen auf der Straße, es ist schon ganz dunkel. Winter wird’s. Kalt ist es heute und neben mir steht einer der Landkinder, der Stefan Rom. Hallo Stefan!

Stefan Rom vom Landkind

Stefan Rom
Ganz genau, hallo Karin!

Karin
Stefan, ihr versorgt uns da im GrĂ€tzel ja jetzt schon seit einigen Jahren mit saisonalen und regionalen Bio-Produkten und sehr gutem Essen vor allem, dem Tagesteller. Wir erleben jetzt den zweiten Lockdown dieses Jahr. Der betrifft uns alle, aber die Gastronomie natĂŒrlich besonders hart. Ihr habt euch aber einiges einfallen lassen, um eure Produkte trotz der widrigen UmstĂ€nde sicher und schnell an den Mann und an die Frau zu bringen. Magst uns davon ein bisschen erzĂ€hlen?

Stefan Rom
Ja, sehr gern. Wir haben mit dem Landkind schon im ersten Lockdown angefangen zu liefern und unseren Online-Shop aufzubauen. Wir haben unser gesamtes Sortiment online gestellt und wir haben das GrĂ€tzel beliefert mit teilweise mit einem geborgten Lastenrad, teilweise mit dem eigenen privaten Rad, also eigentlich alles gemacht, um dieses Angebot aufrecht zu erhalten. Und wir haben auch sehr viel daraus gelernt und haben uns fĂŒr dieses Mal vorgenommen, es noch besser zu machen und fĂŒr die Leute in der Gegend einfach noch mehr zu schaffen. Und da sind wir auf ein Projekt gekommen, das ist eigentlich schon beim letzten Mal ein bisschen entstanden. Das ist die GEMMAZONE.

GrÀtzel-Onlineshop GEMMAZONE

Die GEMMAZONE hat im letzten Lockdown angefangen, fĂŒr andere Unternehmen im GrĂ€tzel, jetzt außerhalb vom Landkind, Dinge zu liefern. Wir haben gesagt, wenn wir jetzt sowieso unterwegs sind ĂŒberall im 15., ja dann pack ma doch ein Buch ein von der Romana vom BuchcafĂ© Melange oder nehmen wir halt die ein oder andere Ware mit – ob es jetzt ein Tyrannen-Quartett ist oder oder selbst gesticktes Bild von der Metaware, oder ob vielleicht auch das ein oder andere ModestĂŒck eben44 ist oder der Kaffee vom GOTA und haben den anderen Unternehmen eben angeboten, dass wir fĂŒr sie mitliefern.

Unter dem Titel der GEMMAZONE, also eine Zone, die fußlĂ€ufig erreichbar ist und wo mehrere Unternehmen sich gemeinsam prĂ€sentieren oder eben gemeinsam ihre Waren liefern.

Jetzt heben wir das auf die nÀchste Ebene. Der Shop, den wir aufgebaut haben, liegt auf www.gemmazone.at Und der ist so ausgerichtet, dass er nicht nur die Produkte vom Landkind verkaufen wird, sondern das auch nach und nach immer mehr Produkte von anderen GrÀtzel-Unternehmen auf dieser Plattform prÀsentiert werden.

Das Besondere jetzt fĂŒr den Kunden: Ich nehme das von unterschiedlichen GeschĂ€ften, lege das in einen Warenkorb und bekomme das gesammelt in einer Lieferung zugestellt. Und jetzt kann man nicht nur einkaufen und vom Landkind Essen bestellen, sondern man kann z.b. vom Landkind einen Kuchen, vom Viennas Vietnam ein Fo, und dann vielleicht noch LebensmitteleinkĂ€ufe und in Zukunft vielleicht noch ein Buch vom BuchcafĂ© und so weiter sich bestellen und auf einer Lieferung liefern lassen.

Und genau das soll die GEMMAZONE leisten. Das Projekt, das ist jetzt in der Anfangsphase, aber wird werden das stetig aufbauen und ich freue mich eigentlich sehr drauf, da in schönes Angebot online fĂŒr die GrĂ€tzelbewohner zu schaffen. [00:19:03]

Karin
Super, das sind gute Nachrichten aus dem Reindorf-GrÀtzel. Da tut sich was, trotz der komplizierten Lockdown-UmstÀnde.

Was tut sich sonst noch im Bezirk? Kulturell ist ja besonders schwierig. Alle Veranstaltungen unter Einbeziehung von Menschen, also praktisch alle Kunst- und Kultur Events sind verboten.

Romana Ledl, die Besitzerin des BuchcafĂ© Melange, hat daher beschlossen, die Lesung von Melisa Erkurt aus ihrem neuen Buch „Generation Haram“ ins Netz
[00:19:29] zu verlegen. Am 20. November abends um 19 Uhr kann man via einer Zoom-Veranstaltung ganz sicher bei sich zu Hause an der hochkarÀtigen Lesung teilnehmen. Alle Infos finden Sie im Blogartikel zu dieser Podcast-Folge, den Link finden Sie in den Shownotes.

Apropos Schwendermarkt – noch schnell eine Info zu Schluss: Das GOTA CafĂ© auf der Mariahilfer Straße – gleich oberhalb des Schwendermarktes – hat jetzt zu Lockdown-Zeiten kurzerhand umdisponiert: Im Gastraum wurde eine Show-Kitchen vor dem großen Schaufenster eingerichtet und man kann nun – alles zum Mitnehmen – neben dem altbekannten Kaffee auch Suppen, Porridge, Milchreis, und Curries kaufen.

Generell kann man sagen – einige unserer Lieblingswirte und KaffeehĂ€user haben wieder auf Abholung umgestellt. So auch das Franz und Julius nördlich der Bahn, das Eduard am Sparkassaplatz und und und.

UnterstĂŒtzen Sie, wenn es Ihnen möglich ist, Ihre Lieblingslokale und holen Sie sich – auch im Lockdown – hin und wieder das Essen von dort.


Karin
So, das war’s, liebe Brigitte. Ich gebe zurĂŒck ins FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten-Studio und freue mich auf meinen nĂ€chsten Einsatz. Wenn es wieder heißt, die GrĂ€tzelkorrespondentin ist auf Achse im SĂŒden von Rudolfsheim-FĂŒnfhaus.

Brigitte
Vielen Dank, liebe Karin, fĂŒr Deinen Bericht und bis zum nĂ€chsten Mal!

Karin
Ciao!

Wie geht es weiter?

Maurizio
Ja cool, das war ja der erste Außeneinsatz fĂŒr unsere GrĂ€tzelkorrespondentin, ist super gelaufen.

Brigitte
Ja, fand ich auch.

Maurizio
Liebe Brigitte, erzÀhlst Du uns noch kurz, wie es mit unseren Podcasts weitergeht? Inzwischen haben wir ja schon zwei.

Brigitte
Ja genau! Unsere zweiter Podcast heißt „Zeitreise durch Wien Rudolfsheim-FĂŒnfhaus“.

Gemeinsam mit Bezirkshistorikerin und Museumsmitarbeiterin Waltraud Zuleger begebe ich mich da auf eine Zeitreise durch den heutigen 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-FĂŒnfhaus. In Form einer Mini-Serie bewegen wir uns bei dieser Reise in die Vergangenheit zwischen Ende des 12. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts. In fĂŒnf kompakten Folgen behandeln wir dabei die Geschichte von Rudolfsheim-FĂŒnfhaus. Die erste FolgeDie verschwundene Siedlung – ist am 30.10. erschienen, die nĂ€chste folgt am 30.11.

Maurizio
Wie lautet der Titel der Episode?

Brigitte
„Der Kampf um die Reindorfkirche“.

Maurizio
Toll, klingt spannend. Und worum wird es am 15.12. gehen, Brigitte?

Brigitte
Im Dezember gibt es – so wie bereits im Vorjahr – eine Audiocollage mit Interviews, die wir beim diesjĂ€hrigen Reindorfgassenfest gefĂŒhrt haben. Mehr wird noch nicht verraten.

Lieber Maurizio, vielen Dank fĂŒr deine UnterstĂŒtzung und bis zum nĂ€chsten Mal! [00:21:25]

Maurizio
Es war mir wie immer ein VergnĂŒgen, liebe Brigitte.

Ja, liebe Hörerin, lieber Hörer, Rudolfsheim-FĂŒnfhaus hat viel zu bieten, machen wir was draus – gemeinsam!

Wenn Sie ihr Wissen ĂŒber die Geschichte des 15. Bezirks erweitern möchten.

Wenn Sie kulturelle und gesellschaftspolitische Themen schÀtzen.

Wenn Sie gespannt auf interessante Menschen und Themen aus Vergangenheit und Gegenwart im 15. Bezirk sind.

Dann sind Sie bei uns richtig!

Besuchen Sie unsere Ausstellungen und Veranstaltungen im Museum, verfolgen Sie unsere AktivitĂ€ten auf unserer Webseite, unserem Blog, unserem Youtube-Kanal und auf FacebookInstagram & Co. Infos und Links, finden Sie in den Shownotes.

Wir sind auch gespannt auf Ihre Kommentare und Anregungen.

Ich freue mich auf die nĂ€chsten spannenden 15 Minuten bei FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten und verabschiede mich mit der anregende Musik von Nigora und der berauschenden Stimme von Michael Stark.

Auf Wiederhören!

Ich wĂŒnsche Ihnen einen wunderschönen Tag!

Ihre Brigitte Neichl.

Outro

Interview mit Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederösterreich

Das Museumsmanagement Niederösterreich  ist eine gemeinnĂŒtzige Kulturgesellschaft. Die hauptberuflichen Mitarbeiter*innen beraten die ca. 750 Museen, Sammlungen, GedenkstĂ€tten, AusstellungshĂ€user und Themenwege in Niederösterreich. Das Museumsmanagement NÖ gehört zum Dachverband „Verein Museen und Sammlungen Niederösterreich“, der 1990 gegrĂŒndet wurde.

Im Interview mit dem Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂŒnfhaus fĂŒhrte Christa Zahlbruckner vom Museumsmanagement Niederösterreich aus, dass sie als kompetentes Netzwerk zwischen Museen in Niederösterreich und der Wissenschaft fungierten.

FĂŒr Kulturvermittler*innen – gleich ob hauptberuflich oder ehrenamtlich – steht Beratung bei Praxisfragen im Museumsalltag genauso im Vordergrund wie zertifizierte Weiterbildung zB den „Museumskustodenlehrgang“ oder den Lehrgang zur „Inventarisierung von MuseumsbestĂ€nden“.

Zahlreiche Publikationen und Tagungen runden das Angebot ab. JĂ€hrlich veranstaltet das Museumsmanagement Niederösterreich den „MuseumsfrĂŒhling Niederösterreich“, zu dem zahlreiche Museen ihre Pforten öffnen. Der Verein bietet zudem Begleitung fĂŒr jene Museen an, die das „Österreichische MuseumsgĂŒtesiegel“ anstreben – ein Garant fĂŒr die Arbeit nach qualitativ international geltenden Standards.

Die Museumslandschaft in Niederösterreich ist ehrenamtlich geprĂ€gt. Seit dem Lockdown und den ReisebeschrĂ€nkungen prĂ€sentieren auch die ehrenamtlich gefĂŒhrten regionalen KulturstĂ€tten ihr Angebot online.

Das Museum Sankt Peter an der Sperr in Wiener Neustadt hat in dieser Zeit ausgewĂ€hlte Exponate aus der Stadtgeschichte ĂŒber Facebook prĂ€sentiert. Ebenso postete auch die Kunstfabrik Groß Siegharts pro Öffnungstag ein SammlungsstĂŒck ĂŒber Social Media. Lust auf einen Besuch bei „Mythos Ludwig van“ im Kunsthaus Baden macht ein Video zur aktuellen Ausstellung.

Dass der digitale Weg auch den ehrenamtlichen Museen bestens geglĂŒckt ist, spiegelt die positive RĂŒckmeldung vom Publikum wider, berichtete Christa Zahlbruckner, Museumsmanagement Niederösterreich im Interview. – Maurizio Giorgi



Schau mal! Ich was Interessantes auf WIENfĂŒnfzehn entdeckt!

Hier unsere neuesten BlogbeitrĂ€ge zum Reinschmökern 😉

Jeden Montag finden Sie bei uns abwechselnd folgende Rubriken:

„Bild des Monats“
historische Schmankerln aus unserem Sammlungsbestand

„Bezirks(Museums)News & Oldies“
Neuigkeiten aus Gegenwart & Vergangenheit aus dem 15. Bezirk & dem Bezirksmuseum

„History & Crime“
Historische KriminalfÀlle auf dem Gebiet des heutigen 15. Bezirks um 1900.

„Zitat des Monats“
Aussagen berĂŒhmter Persönlichkeiten (aus dem 15. Bezirk) u.a. zu den Themen „Zeit“, „Geschichte“, „Vergangenheit“, etc.

Jeden Donnerstag erfahren Sie in unserer Rubrik „FAQ15“ Wissenswertes aus Vergangenheit und Gegenwart von Rudolfsheim-FĂŒnfhaus.

Kennen Sie schon unseren Podcast „FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten“?

Seit Februar 2019 berichten wir ĂŒber interessante Menschen und Themen aus Rudolfsheim-FĂŒnfhaus.

Hören Sie doch mal rein 😉

#030 GrĂ€tzelkorrespondentin fĂŒr den Norden von RH5H FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten

  1. #030 GrĂ€tzelkorrespondentin fĂŒr den Norden von RH5H
  2. #029 Zwei Jahre Podcast
  3. #028 Schönes im 15. Bezirk trotz Krise

Information – UnterstĂŒtzung – Events

Das Team des Bezirksmuseums Rudolfsheim-FĂŒnfhaus unterstĂŒtzt Menschen dabei, ihr Wissen ĂŒber die Geschichte des 15. Bezirks zu erweitern und sich ĂŒber kulturelle und gesellschaftspolitische Themen zu informieren.

Das Museum nimmt auch seine Aufgabe als Kultur-Drehscheibe des Bezirks wahr und fördert die Begegnung und Vernetzung der BewohnerInnen durch Veranstaltungen und auch durch den Kultur-Podcast „FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten“ .

Der Eintritt ist frei. Alle MitarbeiterInnen sind ehrenamtlich tĂ€tig.

Sie möchten regelmĂ€ĂŸig ĂŒber die AktivitĂ€ten des Museums informiert werden? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!

Hier finden Sie unsere aktuellen Veranstaltungen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂŒnfhaus
Rosinagasse 4
1150 Wien
Mail: office@bm15.at
Web: www.museum15.at

Öffnungszeiten
Mo: 17.00-19.00
Fr: 15.30-17.30
(an Feiertagen, schulfreien Tagen und im Juli & August geschlossen)

#viellosimmuseum
#WIENfĂŒnfzehn
#dasVeranstaltungsmuseum
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