#FAQ15/060 Macht ihr im Museum auch was mit Wissenschaft?

Was Sie schon immer über Rudolfsheim-Fünfhaus wissen wollten …

Ob wir „auch was mit Wissenschaft machen“? Die kurze Antwort lautet: Ja. Wie das genau mit der Wissenschaft und dem Museum aussieht, erfahren Sie in diesem Blogartikel.

Sie interessieren sich für interessante Details aus Vergangenheit & Gegenwart von Rudolfsheim-Fünfhaus, dem 15. Wiener Gemeindebezirk? Dann sind Sie hier richtig beim Blog WIENfünfzehn!

Haben Sie auch eine Frage? Dann schreiben Sie uns unter faq15@bm15.at

FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)

Das Museum & die Wissenschaft

Wie kommt die Wissenschaft ins Museum? Nun einerseits dadurch, dass wir regelmäßig Wissenschaftler*innen und Expert*innen zu uns ins Museum für Vorträge einladen.

Unser Programm finden Sie hier.

Andererseits sind die Mitarbeiter*innen auch selbst bezirkshistorisch tätig: sei es, um Ihre Anfragen beantworten zu können oder in der Vorbereitung für Ausstellungen.

Wir forschen in den Sammlungen des Bezirksmuseums, in online zugänglichen Archiven (wie ANNO, Matriken, etc.), in Kontakt mit Zeitzeug*innen, Fachkolleg*innen oder externen Wissenschafter*innen oder auch in div. Archiven vor Ort (Stadt,- und Landesarchiv, Österreichische Nationalbibliothek, Niederösterreichisches Landesarchiv, Staatsarchiv, etc.).

Lange Nacht der Forschung

2020 nimmt das Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus erstmals an der Langen Nacht der Forschung teil. Aufgrund der Covid19-Pandemie 2020 findet diese digital statt – für 23.4.2021 ist eine „analoge“ Veranstaltung geplant – so die dzt. Pläne.

Zwei Mitarbeiter*innen des Museums haben für die digitale Lange Nacht der Forschung (LNF), die vom 9.10.-30.12.2020 stattfindet, zwei Themen erarbeitet.

Zu den Bereichen „Arisierung der Kinos im 15. Bezirk“ (Stephan Mathes) und „Verschwundene Theater im 15. Bezirk“ (Gertraud Müller) haben wir je ein Video erstellt, in denen die Vorträge, die dann am 23.4.2021 stattfinden sollen, kurz angekündigt und vorgestellt werden.

Die Videos auf der LNF-Seite sind ab 9.10. zu sehen:
Arisierung
Verschwundene Theater

Sie finden diese aber auch auf unserem YouTube-Kanal, dem BM 15 – Channel.

Arisierung von Kinos im 15. Bezirk

Stephan Mathes, BA

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich 1938 erloschen rückwirkend alle Konzessionen zum Betrieb von Kinos und mussten neu beantragt werden. Dafür war eine Mitgliedschaft in der Reichsfilmkammer notwendig. Voraussetzung dafür war ein arischer Abstammungsnachweis, und die Einschätzung dass man politisch zuverlässig war.

Das bedeutete eine dramatischer Umwälzung der Wiener Kinolandschaft. Denn rund die Hälfte der 180 Wiener Kinos waren vollständig oder teilweise in jüdischem Besitz. Im heutigen Rudolfsheim-Fünfhaus waren es 5 von 11, was dem gesamt Wiener Anteil sehr nahe kam.

Wienerinnen und Wiener, die als Juden und Jüdinnen bezeichnet wurden, war es also nicht mehr möglich, ihre Betriebe zu führen.

Das Video gibt einen kleinen Vorgeschmack auf den Vortrag von Stephan Mathes im April 2021.

Arisierung von Kinos im 15. Bezirk – Stephan Mathes

Verschwundene Theater in Rudolfsheim-Fünfhaus

Braunhirschentheater und Volkstheater Rudolfsheim

Dr. Gertraud Müller

Das Braunhirschentheater“ und das Volkstheater in Rudolfsheim befanden sich beide auf dem Areal des ehemaligen Herrschaftssitzes der Familie Pereira-Arnstein.

Ursprünglich gehörten diese zur Herrschaft Braunhirschen, die sich an der heutigen Äußeren Mariahilferstraße im Bereich Schwendermarkt befand.

Zum Braunhirschentheater

Der Direktor des Theaters an der Wien, Franz Pokorny, suchte im Juli 1848 bei der niederösterreichischen Statthalterei um die Baubewilligung eines Sommertheaters im Bereich des Parks der Familie Arnstein (befand sich in der heutigen Äußeren Mariahilferstraße im Bereich Schwendermarkt) an. Er erhielt diese und erwirkte bei der Behörde die Erlaubnis für Aufführungen von Lustspielen, Possen und Schauspielen.

Bis 1862 wurde das Theater in den Sommermonaten vom Ensemble des Theaters an der Wien bespielt. Im selben Jahr musste der Konkurs angemeldet werden, bald darauf wurde das Theater abgebrochen.

Zum Volkstheater in Rudolfsheim

Dieses befand sich in dem Vergnügungungs-Etablissement von Karl Schwender (Schwenders Colosseum).

Das Saaltheater fasste 500 Personen und hatte eine Galerie, 300 Sperrsitzen und vier Logen. Das im Mai 1867 eröffnete Theater wurde zunächst als „Variétés – Theater“ geführt und im September 1870 in „Volkstheater in Rudolfsheim““ umbenannt. Neben Operetten, Possen, Lustspielen und Parodien wurden auch klassische Dramen und Opern geboten.

Häufig wurde jungen Künstler*innen die Möglichkeit geboten, sich erste Sporen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu verdienen. Darunter befanden sich keine Geringeren als Karl Kraus, der am Volkstheater in Rudolfsheim debütierte, und Max Reinhardt, der an dieser Spielstätte sein erstes festes Engagement erhielt.

Das Theater schloss schließlich am 26. April 1897 für immer seine Pforten. Schwenders Colosseum wurde bald danach abgebrochen.

Das Video gibt einen kleinen Vorgeschmack auf den Vortrag von Gertraud Müller im April 2021.

Verschwundene Theater im 15. Bezirk – Brigitte Neichl (in Vertretung von Gertraud Müller)

Damit genug für heute:
Gehaben Sie sich wohl!
Ihre Brigitte Neichl


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Oder wie es Anton Ziegler 1828 (*) so schön ausgedrückt hat:

Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf größere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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