#FAQ15/051 Kennen Sie das Victoriabad und das Magdalenenbad?

Vom Victoriabad zur Stadthalle – Bäder in Rudolfsheim-Fünfhaus – einst & jetzt

Wussten Sie, dass es im 15. Bezirk im 19. und bis Mitte des 20. Jahrhunderts einige Wannen- und Douchebäder, Voll- und Wannenbäder und ein Tröpferlbad gab?

Lesen Sie mehr im folgenden Artikel von Eva Anna Welles & Waltraud Zuleger.

Sauberes Wasser

Genügend Wasser zu haben, war seit urdenklichen Zeiten wichtig, noch wichtiger war, genügend sauberes Wasser schöpfen und trinken zu können. Sogar in römischer Zeit im alten Vindobona gab es bereits eine Wasserleitung, natürlich nur für einen relativ kleinen Bereich der Stadt.

Die in den größer werdenden Städten immer wieder auftretenden Cholera- und Typhus-Epidemien waren auf die schlechten hygienischen Lebensbedingungen, aber vor allem auf das verunreinigte Trink­wasser zurückzuführen.

Es gab ja am Anfang des 19. Jhdt. noch keine Kanalisation und keine Wasserleitungen. Das Wasser wurde aus Hausbrunnen geschöpft oder fließenden Gewässern entnommen.

Im heutigen 15. Bezirk – bis Ende des 19. Jhdts. noch ein Vorort von Wien – wurde zum Beispiel das Wasser des Wienflusses oder des Mühlbaches verwendet, beide im 18. und 19. Jhdt. durch die anliegenden Fabriken stark verunreinigte Gewässer.

Im Bezirksmuseum ist ein hölzernes Wasserleitungsrohr zu sehen. Es wurde im Zuge des U-Bahnbaus beim Westbahnhof entdeckt. Im ausgehöhlten Lärchenstamm findet sich ein Bleirohr, das für die Dichtheit der Leitung sorgte. Das Relikt stammt aus der Zeit, der um 1836 errichteten Kaiser Ferdinands-Wasserleitung, die vom Schottergrund des Donaukanals gespeist worden war.

Erst im Zuge der Eingemeindung der Vororte in Wien in den Jahren 1890/1891 waren fast alle Haushalte in (Groß-)Wien mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt.

Sauberkeit und Hygiene

Die Wichtigkeit der Hygiene wurde Anfang bis Mitte des 19. Jhd. entdeckt. Auch die Volksbäder wurden in dieser Zeit eingeführt, so dass auch die ärmere Bevöl­kerung eine Möglichkeit erhielt, sich gründlich zu reinigen. In manchen Volks­bädern konnte man auch seine Wäsche waschen.

Bäder in Rudolfsheim-Fünfhaus

Nachfolgend eine Auflistung der Bäder in den Vororten Fünfhaus, Rudolfsheim und Sechshaus, später 14. und 15. Bezirk, heute 15. Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus, ergänzt durch Einträge im Lehmann‘schen Adress­buch:

Theresienbad

Schon in der Römerzeit waren Schwefelquellen in dieser Gegend bekannt gewesen.

Ab 1859 ist dieses Bad auch im Lehmann genannt. Es könnte das Älteste von Wien sein.

Der Vorort Unter-Meidling gehörte eine Zeit lang zum Gerichtsbezirk Sechshaus, deshalb wird das Bad hier erwähnt.

Der Eintrag lautete zuerst: Unter-Meidling 105; ab 1861: Theresienbad, Maria Freiin von Ehrenfels’sche Intestat-Erben, Unter-Meidling, Hauptstraße 57 und 58;  und ab 1886: Theresienbad, Wannenbäder, Hauptstraße 4 – 6, Eigenthum der Gemeinde Unter-Meidling.

Unter- und Ober-Meidling wurden später zusammengelegt und bilden heute den 12. Wiener Gemeindebezirk.

Das Theresienbad um 1900

1861-1870

Victoriabad

Eigentümer: Carl Würffel
Fünfhaus, Quergasse 207

Gfrorner’s Bad

Eigentümer:   J. Gfrorner (bis 1871 ohne Namensnennung)
Sechshaus, Hauptstraße 1

1871-1875

Victoriabad

Eigentümer: Carl Würffel
Fünfhaus, Grenzgasse 8 (Neue Adresse ab 1875!)

Gfrorner’s Bad

Eigentümer: J. Gfrorner (Ab1874: Neues Marienbad)
Sechshaus, Hauptstraße 1

1876

Victoriabad

Eigentümer: Carl Würffel
Fünfhaus, Grenzgasse 8

Neues Marienbad

Eigentümer:  J. Gfrorner
Sechshaus, Hauptstraße 1

Kaltwasserbadeanstalt am Neubaugürtel

Ohne Hausnummer

Der Eintrag der Kaltwasserbadeanstalt findet sich im Lehmann nur im Jahr 1876 und lautet:  „Betrieben von der Neuen Wiener Tramway-Gesellschaft“. Das Bad könnte von Johann Marschner ab 1882 übernommen bzw. betrieben worden sein.

1877/78

Würffels’s Victoriabad

(Wannenbäder) – In der Sommerszeit

Eigentümer: Carl Würffel
Fünfhaus, Victoriagasse 14 (Neue Adresse!)

Die Victoriagasse (früher: Mittelrustengasse bzw. Feldgasse, heute: Viktoriagasse) ist nach den „Victoriasälen“ benannt. So nannte Franz Zobel seine Bierhalle. Der Name setzte sich bei seinen Kund*innen aber nicht durch, sie sagten „beim Zobel“  oder „Zobeläum“. Im Gastgarten hatten bis zu 3000 Menschen Platz, er war Anfang der 1860er Jahre der größte von Wien.

Quelle: Czeike, Historisches Lexikon Wien

Neues Marienbad

Voll- und Wannenbäder

Eigentümer:  J. Gfrorner
Sechshaus, Hauptstraße 1

1879-1881

Gfrorner’s Bad, Voll- und Wannen­bäder

Eigentümer:  J. Gfrorner
Sechshaus, Hauptstraße 1

Josef Gfrorner ist von 1882 bis 1886 als Badhaus-Inhaber im „Namensregister“ angeführt, nicht mehr unter „Badeanstalten“.Ab 1887 gibt es keinen Eintrag mehr.

Würffels’s Victoriabad

Eigentümer:  Carl Würffel
Fünfhaus, Victoriagasse 14

1882-1884

Würffels’s Victoriabad

Eigentümer: Carl Würffel
Fünfhaus, Victoriagasse 14

Johann Marschner, Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Johann Marschner
Fünfhaus, Neubaugürtel 25

Möglicherweise das Tramway-Bad.

Johann Marschner, Brennholzverkleinerer (sic!), Anstalt- und Badhausbesitzer (sic!), Fünfhaus, Neubau-Gürtel 25 (um 1870 wohnhaft in der Zinkgasse 22); Hauptmann der Freiwillligen Feuerwehr des Gerichtsbezirks Sechshaus von ca. 1878 bis 1890.

1885

Würffels’s Victoriabad

Wannen- und Douchebäder

Eigentümer:   Carl Würffel
Fünfhaus, Victoriagasse 14

Johann Marschner, Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Johann Marschner
Fünfhaus, Neubaugürtel 25

Magdalenenbad im Hotel Fuchs

Voll- und Schwimmbad; derzeit (Anm.: zur Zeit der Herstellung des Adress­buches) noch nicht eröffnet

Eigentümer: Heinrich Mayer
Fünfhaus, Schönbrunner Straße 12,
später Mariahilferstraße 12 bzw. 138 / Fuchsgasse 1

Das Magdalenenbad in der „Morgenpost“ vom 26. Juli 1885

Ein Andreas Fuchs scheint im Jahr 1853 im Häuserkataster für Fünfhaus als Haus­besitzer und Wirth in Fünfhaus Nr. 23 und 25 auf. Das Hotel wurde 1862 erbaut.

Im Häuser-Schema der Gemeinde Fünfhaus (nächst Wien) von 1880 sind unter „Fuchsgasse“ die Conskriptions-Nummern 257 – 259 als Andreas Fuchs‘ Erben (Heinrich und Magdalena Mayer) gehörig angeführt.

Es ist nicht geklärt, ob die Fuchsgasse nach dem Hotelbesitzer Andreas Fuchs  oder nach einem Gemeinderat und Wirth Karl Fuchs benannt worden ist.

Hotel Fuchs um 1904

1886-1894

Würffels’s Victoriabad

Wannen- und Douchebäder

Eigentümer: Carl Würffel
Fünfhaus, Victoriagasse 14

Johann Marschner, Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Johann Marschner
Fünfhaus, Neubaugürtel 25

Magdalenenbad im Hotel Fuchs

Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Heinrich Mayer
Fünfhaus, Schönbrunner Straße 12, später Mariahilferstraße 12 bzw. 138 / Fuchsgasse 1

1895-1897

Würffels’s Victoriabad

Wannen- und Douchebäder

Eigentümer: Carl Würffel
Fünfhaus, Victoriagasse 14

Johann Marschner, Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Johann Marschner
Fünfhaus, Neubaugürtel 25

Magdalenenbad im Hotel Fuchs

Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Heinrich Mayer
Fünfhaus, Schönbrunner Straße 12,
später Mariahilferstraße 12 bzw. 138 / Fuchsgasse 1

Städtisches Volksbad

nur Douchebad

XIV, Heinickegasse 3 (Ende 1894 eröffnet)

Die Heinickegasse ist nach dem deutschen Pädagogen Samuel Heinicke benannt, der im 18. Jhdt. die „deutsche Methode“ der Gehörlosenpädagogik entwickelte. Die Gasse war früher ein Teil der Braunhirschengasse.

Die Städtischen Volksbäder des 15. Bezirks

Das Tröpferlbad

Die Volksbäder wurden von der Bevölkerung bald Tröpferlbad genannt, weil der Wasserdruck oftmals nicht ausreichte und das Wasser aus den Duschköpfen nur tröpfelte. In einigen dieser Volksbäder gab es auch Wannenbäder.

Der Eintrittspreis beinhaltete meist die Bereitstellung von Wäsche, wie der Badeschürze (aus Anstandsgründen!) und dem Trockentuch. Ursprünglich hatten die Volksbäder zwei Abteilungen, jeweils eine für Frauen und eine für Männer.

Später wurde auch zwischen Erwachsenen und Kindern getrennt. Für die Arbeiter*innen waren die Volksbäder jahrzehntelang die einzige Möglichkeit zur gründlichen Körperreinigung.

Einige dieser Volksbäder werden heute noch von der Stadt Wien als Saunen (ohne eigenes Schwimm- und Hallenbad) geführt, so z. B. das Penzinger Bad in Wien 14 oder das Hermannbad in Wien 7.

Zwei Tröpferlbäder im 15.

Im 15. Bezirk gab es zwei Städtische Volksbäder, sogenannte „Douche- (Dusche-)bäder“, die inzwischen geschlossen wurden.

1894 wurde das Volksbad Heinickegasse 3 eröffnet (im jenem Bezirksteil, der vor der Eingemeindung zur Ortsgemeinde Sechshaus gehört hatte).

1900 wurde das Volksbad Reithofferplatz 4 als Teil einer Gemeindebauanlage[?] eröffnet. Dieses Volksbad wurde im Dezember 1997 geschlossen.

Das Tröpferlbad (Pirron & Knapp)

Robert Cuny de Pierron (Pseudonym: Pirron, später: Bobby Pirron), geb. in Zürich, und Josef Gnapp (Pseudonym: Knapp), geb. in Wien, sind die Schöpfer und Interpreten des in den 1950er Jahren oft gespielten Liedes „Das Tröpferlbad“:

Das Tröpferlbad von Pirron und Knapp

1.
Am vergangnen Freitag warn wir zwa im Tröpferlbod,
Dass Sie net dabei warn, des is schod, schod, schod, schod.      
Drunten beim Kassier da macht a Frau grad an Bahö,     
„Was, Sie sogn, I bin a alte Fee, Fee, Fee, Fee?

Was san dann Sie dann, Sie zrupfter Bisan (Anm.: eine Art Hahn)
Warn Sie ka Amtsperson, höratns an andern Ton!
Doch weil ich fein bin und net gemein bin,
Stell I mi nimmer mehr mit Ihnen her.

Sie glaubn, weil Sie da in an Vogelhäuserl sitzen,
Könnens a schwoche Frau tyrannisiern!
Jetzt halt’s mi zruck, sonst komm I no in d’Hitzn
Und tua dem Kartenbändiger, Kartenbändiger, Kartenbändiger no ane schmiern!“

2.
Endlich samma drinnen in der Umkleidekabin‘
Die Nackerten, die rennen her und hin, und her und hin, und her und hin.       
Aner von die Nackerten, der is unhamlich gfüllt,
Sei Freind schaut aus als wie a Röntgenbüld, büld, büld, büld.    
‚S ist ein Gedränge in dera Menge  
Und kaner waß mehr gwiss, welcher Fuß sein eigener is  
‚S ist wia ’n an Narrnhaus, wir ziagn uns d’Schuach aus,  
Doch unser Nebenmann ziagts uns wieder an.

So, jetzt probiern ma’s halt amol mit unsrer Hosen,
Kaum hamma draußt, hilft uns der Nachbar wieder rein.  
Wir kriegn an Zorn, und zwar an Mords­trumm großen     
Und gengan samt dem Gwand, samt dem Gwand, samt dem Gwand ins Bod hinein.

3.
Der Gfüllte, der kommt eine, steigt mitten auf a Saf‘       
Der Längs noch hauts eahm hin und er is baff, baff, baff, baff.   
Wie er wieder aufsteht, will er zur Brause hin,
Er passt net eine in die Duschkabin‘, bin, bin, bin.

In der nächsten Klause unter der Brause
Da hupft des Röntgenbüld grad hin und her wie wüld      
‚S is a Verhängnis, dass der so dünn is,
Wann der zum Abfluss rutscht, dann is er pfutsch!

Da macht’s an Pumperer, wir zwa san furchtbar zsamm’zuckt,   
Weil den Gfüllten hauts grad wieder amol hin,  
Die Brausen san verbogn, die Wänd hats eindruckt,
Des gaunze Tröpferlbad, Tröpferlbad, Tröpferlbad, des ist jetzt hin!      

Au weh!

Das Tröpferlbad

1898-1900

Würffels’s Victoriabad

Wannen- und Douchebäder

Eigentümer: Carl Würffel
Fünfhaus, Victoriagasse 14

Karl Würffel ist ab 1900 als Badhaus-Inhaber im Namensregister eingetragen. Ab 1901 kein Eintrag mehr unter „Badeanstalten“.

Johann Marschner, Voll- und Schwimmbad

Eigentümer:   Johann Marschner

Fünfhaus, Neubaugürtel 25

Möglicherweise das Tramway-Bad.

Johann Marschner, Brennholzverkleinerer (sic!), Anstalt- und Badhausbesitzer (sic!), Fünfhaus, Neubau-Gürtel 25 (um 1870 wohnhaft in der Zinkgasse 22); Hauptmann der Freiwillligen Feuerwehr des Gerichtsbezirks Sechshaus sowie Gründer und Mitglied des Feuerwehr-Bezirks-Verbands in Sechshaus im Rudolfsheimer Gemeindehause, Fischergasse 36 (seit 1894 Grimmgasse), von ca. 1877 bis 1900.

Johann Marschner ist am 20. August 1900 verstorben.

Zu diesem Zeitpunkt war Marschner nach wie vor Feuerwehrhauptmann, wodurch nach seinem Ableben eine Neubesetzung dieser Funktion erforderlich war. Sein Nachfolger Heinrich Pfau (Rauchfangkehrermeister) wurde am 18.09.1900 dem Stadtrat zur Kenntnis gebracht.

Amtsblatt der Stadt Wien Nr. 80 vom 5.10.1900, 1852 und 1853

Die Grundstücke, auf welchem sich das Bad befunden haben, wurden der Witwe verpachtet und nach Anlage des Urban-Loritz-Platzes die Nummer kassiert. Heute befindet sich dort eine Straßenbahnhaltestelle

Vielen Dank an Andreas Lenzmann für den Hinweis und die Ergänzung zu Johann Marschners Todestag und seine Funktion bei der Freiwilligen Feuerwehr!

Magdalenenbad im Hotel Fuchs

Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Heinrich Mayer
Mariahilferstraße 12 bzw. 138 / Fuchsgasse 1 (1900 steht der Eintrag irrtümlich unter „VI. Bezirk“!)

Städtisches Volksbad

nur Douchebad

XIV, Heinickegasse 3 (Ende 1894 eröffnet)

1901-1904

Marschner, Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Paula bzw. Pauline Marschner
Fünfhaus, Neubaugürtel 25

Wasserheilanstalt Magdalenen­bad

Inhaber Heinrich Mayer, Voll-, Schwimm-, Dampf- und Wannenbad;
Aerztlicher Leiter Dr. L. Popovici

Städtisches Volksbad

XIV, Heinickegasse 3

Städtisches Volksbad

Reithofferplatz 4

Die Baugründe Reithofferplatz 2, 3 und 4 wurden nach Salzberg 1896 von der Gemeinde Wien angekauft und 1899 bebaut. Ab 1901 befand sich auf Nr. 4 das Volksbad, das 1997 geschlossen worden ist.

Johann Nepomuk Reithoffer war ein österreichischer Unternehmer und Gründer der Niederösterreichischen k. k. landesbefugten Gummielasticum- und Guttapercha­warenfabrik in Wimpassing, aus der nach Zusammenschluss mit anderen Unternehmen 1912 die Firma Semperit entstand. 1895 wurde nach ihm der Reithoffer-Platz benannt.

Quelle:  https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Nepomuk_Reithoffer

1905

Städtisches Volksbad

XIV, Heinickegasse 3

Städtisches Volksbad

Reithofferplatz 4

Magdalenenbad im Hotel Fuchs

Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Heinrich Mayer
Mariahilferstraße 12 bzw. 138 / Fuchsgasse 1

Marschner, Voll- und Schwimmbad

Eigentümer: Paula bzw. Pauline Marschner
Fünfhaus, Neubaugürtel 25

„Derzeit nicht im Betriebe!“ Scheint danach nicht mehr auf.

1906-1922

Städtisches Volksbad

XIV, Heinickegasse 3

Städtisches Volksbad

Reithofferplatz 4

„ … Die Städtischen Volksbäder (nur Duschbäder): Bad s. Wäsche 10 Uhr. Badezeit im Sommer vom 1. Mai bis 30. September (1910) von 7 – 9 Uhr und von 2 – 8 Uhr, im Winter von 2 – 8 Uhr, an Samstagen (während des ganzen Jahres) von 7 – 12 Uhr und von 2 – 8 Uhr, an Sonn- und Feiertagen im Sommer von 6 – 12 Uhr, im Winter von 7 – 12 Uhr.“

Magdalenenbad im Hotel Fuchs

Eigentümer: Heinrich Mayer
Mariahilferstraße 12 bzw. 138 / Fuchsgasse 1

Ab 1913: Ärztlicher Leiter Dr. Leopold Knopf

Inserat im „Deutschen Bezirksboten“ im Jahre 1914:

„Magdalenen-Bad, 15., Mariahilferstraße 138 – Schwimm- und Wannenbäder, Schwimmunterricht, Wasserkuren, Dampfbäder, Herren von 6 – 9 Uhr früh und von 2 Uhr bis abends, Damen von 9 Uhr früh bis 2 Uhr nachmittags.“

Im Salzberg wird Karl Mayer als Besitzer genannt (Sohn von Heinrich? Erbe?)

Städtisches Kinderfreibad „Hietzing“

Ab 1919 XIII., Schönbrunner Vorpark

Das Kinderfreibad befand sich bis 1990 in der Mitte des Auer Welsbach-Parks, heute 15. Bezirk. Der Park ist 1890 auf dem Areal eines ehemaligen Küchengartens angelegt worden und hieß damals „Schönbrunner Vorpark“. An der Stelle eines Zierteiches wurde 1919 ein Kinderfreibad errichtet, das 1990 geschlossen und abgerissen worden ist.

Der Park trägt den Namen des Erfinders des Glühstrumpfs für das Gaslicht, Carl Freiherr Auer von Welsbach. Er gründete die Treibacher Industrie AG, die Auer-Gesellschaft in Berlin und ist Schöpfer der Marke Osram.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Auer-Welsbach-Park
https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Auer_von_Welsbach

Die Kinderfreibäder des 15. Bezirks

Die Kinderfreibäder waren, wie auch die Wiener Gemeindebauten, eine Erfindung des Roten Wien (1919-1934). Als erstes Kinderfreibad gilt das Hütteldorfer Staubecken im Wienfluss, das allerdings bereits 1917, also noch in der Christlichsozialen Ära, als Bademöglichkeit für Kinder eröffnet wurde.

Der große Andrang hatte seit 1919 die Errichtung weiterer Kinderfreibäder zur Folge, in Parks (wie z. B. dem Schönbrunner Vorpark, später Auer-Welsbach-Park), später auch in Gemeindebau-Anlagen (Plansch­beckenbau, Loeschenkohlgasse).

Grundgedanke dieser Einrichtung war, der Großstadt­jugend im Alter von 6 bis 14 Jahren eine kostenlose Bademöglichkeit zu schaffen, die ohne gesellschaftliche Unterschiede genutzt werden konnte. Eine Rolle spielten dabei auch hygienische und gesundheitliche Überlegungen, so z. B. der Kampf gegen Rachitis und Tuber­kulose.

Die Bauentwürfe für die Kinderfreibäder wurden vom Stadtbauamt ausgearbeitet, die Einrichtung war im Wesentlichen einheitlich: Umkleideräume für ca. 500 Kinder (nur mit Bänken ausgestattet), Becken von höchstens 60 cm Tiefe (es waren ursprünglich keine Schwimmbäder, sondern Planschbecken) und fast ausschließlich mit Hochquellenwasser gefüllt, Brausen, Filtrier- und Sterilisierungsanlagen.

Die Kleiderabgabe erfolgte wie bei der Theatergarderobe an einem Pult. Jedes Kind bekam nach Abgabe seiner Kleider ein Metall-Nummernplättchen, das es mit einer Schnurschlinge um den Hals hängen konnte. Wenn möglich, wurden Grünanlagen angeschlossen. Später wurden in einigen Kinder­freibädern auch Schwimmbecken für Jugendliche zusätzlich zum Planschbecken gebaut.

Die meisten Kinderfreibäder wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, aber nach 1945 wieder hergestellt.

Mit Beginn der 1970er Jahre verloren die Kinder­freibäder ihre ursprüngliche Attraktivität, teils durch die Errichtung von familien­freundlichen Schwimm- und Hallenbädern, teils aufgrund veränderter Gewohnheiten.

In der Folge wurden die meisten Kinderfreibäder aufgelassen oder um­gebaut, so z. B. das Petzlbad im 17. Bezirk, das heute Teil des Jörgerbades ist, oder zu „Familienbädern“ mit kleinem Er­lebnisbereich umgebaut, wie z. B. das Kin­derfreibad am Hofferplatz im 16. Bezirk.

Kinderfreibäder im 15.Bezirk

Im 15. Bezirk gab es im 20. Jhdt. sicher drei Kinderfreibäder, von denen keines erhalten ist: das Kinderfreibad im Auer-Welsbach-Park, das Kinderfreibad am Vogelweidplatz und das Kinderfreibad Loeschenkohlgasse 8a.

Eröffnung des Kinderfreibades in der Loeschenkohlgasse 8 a

Ein weiteres Bad war das Planschbecken, das dem legen­dären Planschbeckenbau (Possinger­gasse 25 / Ecke Gablenzgasse) den Namen ge­geben hat. Dieser entstand zwischen 1921 und 1924 als Teil der Siedlung Schmelz (2. Bauphase, zwischen Wickhoffgasse, Gablenzgasse und Possingergasse).

Die Stelle im Auer-Welsbach-Park, wo sich einmal das Kinderfreibad befunden hat, ist heute unverbaut und wird als sogenannte Wildnisfläche bezeichnet. Dort wurde 2003 ein Denkmal für den Umweltschutz aufgestellt: die Tonskulpturen „Sarah“ und „Johanna“, genannt „Die Flammenfrauen“.

Sie stehen als Symbol für den Menschen, der in den Prozess der Natur eingebunden ist und stellen die zentrale Frage im Stadt-Naturschutz: Wie viel Raum geben wir der Natur? Geschaffen wurden sie von der niederösterreichischen Bildhauerin und Biobäuerin Charlotte Seidl.

1923-1938

Städtisches Volksbad

XIV, Heinickegasse 3

Städtisches Volksbad

Reithofferplatz 4

Städtisches Kinderfreibad „Hietzing“

XIII., Schönbrunner Vorpark

Das Magdalenenbad scheint ab 1923 unter „Badeanstalten“ nicht mehr auf.

Städtisches Kinderfreibad

Vogelweidplatz

Kinderfreibad am Vogelweidplatz

Das Kinderfreibad am Vogelweidplatz wurde 1927 eröffnet und um 1969 vermutlich wegen der inzwischen fertiggestellten Stadthalle aufgelassen.

1939 bis 1942

Volksbad – Brausebad

XV., Heinickegasse 3

Volksbad – Brausebad

XV., Reithofferplatz 4

Städtisches Kinderfreibad

Schönbrunner Vorpark

Städtisches Kinderfreibad

Vogelweidplatz

Die Wiener Stadthalle

Die Wiener Stadthalle ist das größte Veranstaltungszentrum Österreichs. Erbaut von 1953 bis 1956 auf dem Gebiet des ehemaligen Schmelzer Friedhofs wurde sie in den darauffolgenden Jahren mehrfach erweitert.

Die Wiener Stadthalle

Die Stadthalle ist eine der drei größten Veranstaltungs­komplexe und eine der führenden Event-Locations in Europa. Der Komplex umfasst insgesamt sechs Veranstaltungsstätten und ein ange­schlossenes Schwimmbad; zwei Sport­hallen, eine Eishalle, eine kleine und eine große Mehrzweckhalle und eine Halle mit Showbühne.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Stadthalle

Das Stadthallenbad

Eine der beliebtesten Sportattraktionen des 15. Bezirks ist heute das Schwimmbad in der Wiener Stadthalle. Seine drei Schwimm- und Sportbecken gehören zu den tiefsten der öffent­lichen Badeanlagen in Wien.

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Wir freuen uns auf die Erweiterung unserer Sammlung!

Kontakt: office@bm15.at

Literatur/Quellen

  • Handels- und Gewerbe-Adressbuch Wien und dessen nächster Umgebung für 1845
  • Häuserkataster Fünfhaus aus dem Jahre 1853
  • Häuserkataster Sechshaus aus dem Jahre 1853
  • Lehmann’sches Adressbuch ab dem Jahr 1859
  • Häuserschema der k.k. Reichs-Haupt- und Residenzstadt Wien mit den zehn Bezirken und den Vororten, 1875
  • Häuserkataster der k.k. Reichs- und Residenzstadt Wien aus dem Jahre 1905
  • Häuserkataster der Bundeshauptstadt Wien 1928 „Salzberg
  • Czeike, Felix, Historisches Lexikon von Wien in Bänden
  • Welles/Zuleger, Feuer! – Es brennt – es brennt!, Edition BM15, Wien 2015
  • Feichtenberger, Claudia, Wiener Bäderkultur- einst und jetzt, Compress Verlag, Wien 1994.

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Oder wie es Anton Ziegler 1828 (*) so schön ausgedrückt hat:

Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf größere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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#040 imgraetzl.at – Unterstützung und Vernetzung Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten

  1. #040 imgraetzl.at – Unterstützung und Vernetzung
  2. #039 Vergangenheit und Zukunft in Rudolfsheim-Fünfhaus
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Information – Unterstützung – Events

Das Team des Bezirksmuseums Rudolfsheim-Fünfhaus unterstützt Menschen dabei, ihr Wissen über die Geschichte des 15. Bezirks zu erweitern und sich über kulturelle und gesellschaftspolitische Themen zu informieren.

Das Museum nimmt auch seine Aufgabe als Kultur-Drehscheibe des Bezirks wahr und fördert die Begegnung und Vernetzung der BewohnerInnen durch Veranstaltungen und auch durch den Kultur-Podcast „Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten“ .

Der Eintritt ist frei. Alle MitarbeiterInnen sind ehrenamtlich tätig.

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Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus
Rosinagasse 4
1150 Wien
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Mo: 17.00-19.00
Fr: 15.30-17.30
(an Feiertagen, schulfreien Tagen und im Juli & August geschlossen)

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#WIENfünfzehn
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