#FAQ15/045 Welche Tanzschule im 15. Bezirk besuchte Georg Danzer?

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FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)

Untalentierter Lulatsch

In der Tanzschule ging es meistens sehr lustig zu. Sie lag in der Gumpendorferstraße (Sechshauserstraße, Anm.), kurz nach dem Gürtel stadtauswärts. Bei der Damenwahl blieb ich meistens über, weil ich ein gefürchteter Trampler war. Bei einer Polka habe ich sogar einmal eine Partnerin „niedergetanzt“. Irgendwie kamen wir in der Hitze des feurigen Tanzes zu Fall, und dann lag ich mit meinen 75 Kilo auf dem strampelnden Mädchen, das sich von meinem Gewicht zu befreien versuchte. Alle standen herum und lachten. Nur der Tanzschulbesitzer, der gleichzeitig auch den Unterricht gestaltete, fand das Ganze nicht sehr witzig und nannte mich einen „untalentierten Lulatsch“.

aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 – Kapitel 15 (S. 77-80)

Auf dem Weg in die Tanzschule

Georg Danzer (1946-2007) wohnte im 12. Bezirk, in Meidling am Gaudenzdorfer Gürtel 47. Mit 17 Jahren (1963) besuchte Georg Danzer zusammen mit seinem Schulfreund Peter die Tanzschule Gmeiner.

Wie kam er vom 12. in den 15. Bezirk in die Sechshauserstraße 9?

Sein Weg führte ihn vom Gaudenzdorfer Gürtel über den heute nicht mehr existierenden Kobingersteg und die Pfeiffergasse. Vom Durchhaus Ullmannstraße 14 gelangte er dann in die Sechshauserstraße und auf Nr. 9 befand sich die Tanzschule.

Beim „Gmeiner“ lernte er auch seine erste Freundin kennen. Die Beziehung hielt allerdings nicht lange. Monika – so hieß die junge Dame – schaute ihn danach in der Tanzschule nicht mehr an.

Georg Danzers Weg in die Tanzschule Gmeiner
Der Kobingersteg (Bild Mitte) verband Gaudenzdorf mit Sechshaus, um 1900, Bild BM 12
Bild Mitte Kobingersteg um 1900, Foto BM 15

Die Wiener Stadtbahn

Auf beiden Bildern ist auf der rechten Seite die Stadtbahn zu sehen. Auf dem Aquarell sieht man den Dampf!

Die ersten Teilstücke der Stadtbahn – Gürtellinie und Vororteline wurden am 9. Mai 1898 eröffnet, am 1. Juni folgte die Strecke nach Hütteldorf. Obwohl andere Bahnprojekte dieser Zeit bereits elektrifiziert waren, wurde die Stadtbahn mit Dampf betrieben. Erst 1925 wurde dies umgesetzt. (vgl. Die Dampfstadtbahn)

Der Tanzschulbesitzer, der das nicht witzig fand

Der Tanzschulbesitzer, den Georg Danzer in seinen Erinnerungen erwähnt, war Franz Gmeiner (1887-1965). Das Tanzinstitut Franz Gmeiner wurde 1901 in der Sechshauserstraße 9 gegründet. Das Haus, das noch heute besteht, wurde 1899 von Julius Siegmeth neu erbaut.

Lehmann online 1901

Bereits im Vorläuferbau – einem einstöckigen Haus – gab es eine Tanzschule. Dort war ab 1884 Friedrich Freud (1849-1900) als Tanzlehrer tätig, ab 1895 führte er die Tanzschule.

Wiener Kommunalkalender 1898, ANNO

1895 wurde ein „tüchtiger Klavierspieler“ gesucht.

Neues Wiener Journal 13.9.1895, ANNO

Tanzschule Demel: 1967-2015

1967 übernahm das Ehepaar Karlheinz & Elfriede Demel die Leitung und machte sie zu einer der schönsten Tanzschulen Wiens.

Tanzschule Demel Anfang der 1980er Jahre. Zu Georg Danzers Zeiten hieß diese noch Tanzschule Gmeiner.
Tanzschule Demel 1980er-Jahre

Am 1. Juli 2001 trat Andreas Resch die Nachfolge an und führte die Tanzschule bis 2015 unter dem Namen „Tanzschule Demel“ weiter.

Tanzschule Demel -von 2001-2015 von Johann Resch geführt

Seit September 2015 betreibt der Verein Some like it hot (*) das Lokal. Angeboten werden Swing und die Swing-Tänze Lindy, Balboa, Shag und Charleston – diese haben ihre Wurzeln in der SwingÄra der 1930er und 1940er Jahre.

(*) Verein für künstlerische Darbietungen, Entertainment und Tanz; gegründet 1998; organisiert Kurse, Parties und internationale Workshops

Quellen

Die Dampfstadtbahn
ANNO
Lehmann Online
Webseite Some like it hot


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(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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3 Kommentare zu „#FAQ15/045 Welche Tanzschule im 15. Bezirk besuchte Georg Danzer?

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