Franz Echsel: Begeisterung für den Heimatort

Wie gewohnt finden Sie hier am 4. Montag des Monats das „Zitat des Monats“.
Es geht diesmal um den Ausspruch des Lehrers Franz Echsel, der 1888 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Vereinigung der drei Vororte Reindorf, Rustendorf und Braunhirschen zu Rudolfsheim eine Festschrift herausgab.

Zitat des Monats

Unser Zitat des Monats stammt diesmal von Franz Echsel (1849-1936). Der Lehrer und spätere Schuldirektor erwähnte dies in seinem Vorwort „an den verehrlichen Leser“ (Echsel 1888: XV). Die Aussage ist der Intention, die wir im Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus verfolgen, nicht ganz unähnlich:

Wir unterstützen Menschen dabei, ihr Wissen über die Geschichte des 15. Bezirks zu erweitern. Das Motto unseres Podcasts lautet „Rudolfsheim-Fünfhaus hat viel zu bieten, machen wir was draus – gemeinsam!“. Es wäre schön, wenn wir mit unseren Aktivitäten „Begeisterung für den Heimatort“ wecken könnte. Franz Echsel hat das mit seiner interessanten Darstellung des Werdens des Vororts Rudolfsheim versucht.

Wer seinen Wohnort nicht mehr als dem Namen nach kennt, von dem kann auch nicht erwartet werden, dass er für seinen Heimatsort begeistert ist. (Franz Echsel)

Franz Echsel (1849-1936)

Leider haben wir kein Bild von Franz Echsel, daher müssen wir mit einer Illustration aus seinem Buch „Rudolfsheim“ vorlieb nehmen

Franz Echsel (1849-1936) war Lehrer und späterer Schuldirektor im Vorort und späteren 14. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim. 1888 gab er die Festschrift „Rudolfsheim“ – eine „Historisch topographische Darstellung des Ortes nebst einem Rückblicke auf die geschichtliche Entwicklung
der vor fünfundzwanzig Jahren zur Ortsgemeinde Rudolfsheim vereinigten Gemeinden Reindorf, Braunhirschen und Rustendorf“
aus „Anlass des vierzigjährigen Regierungs-Jubiläums Sr. k.k. Apostol. Majestät unseres allergnädigsten Kaisers und Herrn Franz Josef I.“ heraus.

1913 wurde das 50-jährige Jubiläum der Gründung von Rudolfsheim gefeiert. Und wieder war der – inzwischen pensionierte Schuldirektor Franz Echsel maßgeblich an den Feierlichkeiten beteiligt.

Das Neue Wiener Tagblatt berichtet dazu in seiner Ausgabe vom 28.11.1913:

Neues Wiener Tagblatt vom 28.11.1913, ANNO

Transkript

Direktor i. R. Franz Echsel hat nun die Zeit seines Ruhestandes fleißig ausgenützt, um mit Hilfe
fachkundiger Lehrer seine vor fünfundzwanzig Jahren schriftlich verzeichneten historischen Momente auch bildlich festzuhalten, und die Vorführung dieser „Rudolfsheim einst und jetzt“ darstellenden Bilder soll einen Glanzpunkt des Jubelfestes bilden.

Und am 4. Dezember soll es in Rudolfsheim hoch hergehen. Ein unter dem Vorsitz des Bezirksvorstehers Landtagsabgeordneten Eduard Kunz konstituiertes großes Festkomitee ist bereits eifrig an der Arbeit, dem bedeutungsvollen Tage ein fest liches Gepräge zu geben. Die Häuser werden beflaggt sein, in der alten Pfarrkirche wird ein Festgottesdienst abgehalten. Arme werden mit Sparkassespenden beteilt, den Schulkindern wird ein Ferialtag gewährt und die Entwicklung des Bezirkes in Lichtbildern gezeigt werden. Der Festabend aber wird die Rudolfsheimer — der „Schwender“ existiert leider nicht mehr — in Weigls Katharinenhalle (*) vereinigen, wo ihnen außer den Produktionen der Rudolfsheimer Künstlerfamilie Klein, des mitjubilierenden Rudolfsheimer Gesangvereines, der Bürgerschulviolingruppe und der Hortkapelle die oberwähnten historischen Bilder Echsels, von Mohrs fachkundiger Hand auf Leinwand projiziert und von Würls Worten aus Echsels Chronik erklärt, vorgeführt werden.

Transkript Ende

(*) Weigls Katharinenhalle befand sich in Meidling, in der Schönbrunner Straße 307 im Dreherpark.

Der Bericht erwähnt auch noch, dass „die Alten in seliger Erinnerung schwelgen (werden), wenn sie das damalige Rudolfsheim erblicken“. Ich hätte diese Präsentation auch gern gesehen …

Franz Echsel starb 1936 mit 87 Jahren. Zwei Jahre später wurde Rudolfsheim mit Fünfhaus zum 15. Bezirk Fünfhaus zusammengelegt. 1957 wurde der 15. Bezirk dann in Rudolfsheim-Fünfhaus benannt.

Quellen

Franz Echsel: Rudolfsheim. Historisch-topographische Darstellung des Ortes nebst einem Rückblicke auf die geschichtliche Entwicklung der vor fünfundzwanzig Jahren zur Ortsgemeinde Rudolfsheim vereinigten Gemeinden Reindorf, Braunhirschen und Rustendorf., Rudolfsheim 1888, Im Verlage der Gemeinde Rudolfsheim, Druck von M. Pröglhöf, Sechshaus.

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Oder wie es Anton Ziegler 1828 (*) so schön ausgedrückt hat:

Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf größere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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