Karl Kraus: Taten & Gedanken

Wie gewohnt finden Sie hier am 4. Montag des Monats das „Zitat des Monats“ .
Es geht diesmal um den Ausspruch eines einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts. Mit 19 Jahren debütierte er als Schauspieler im Rudolfsheimer Volkstheater in Friedrich Schillers „Die Räuber“.

Zitat des Monats

Unser Zitat des Monats stammt diesmal von Karl Kraus (28.4.1874-12.6.1936). Der Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Sprach- und Kulturkritiker beschreibt darin die Verbindung zwischen Tat und Gedanke – nicht ganz so, wie man es gemeinhin erwarten würde …

Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen. (Karl Kraus)

Karl Kraus (1874-1936)

Karl Kraus, Bild Wikipedia gemeinfrei

Karl Kraus (* 28. April 1874 in Gitschin (Jičín), Böhmen, Österreich-Ungarn; † 12. Juni 1936 in Wien, Österreich) war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts. Er war Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Förderer junger Autoren, Sprach- und Kulturkritiker sowie vor allem ein scharfer Kritiker der vorherrschenden Presse und des Hetzjournalismus seiner Zeit bzw. – wie er selbst es ausdrückte – der Journaille. (Wikipedia)

Karl Kraus war das neunte Kind des jüdischen Papier- und Ultramarinfabrikanten und Kaufmanns Jacob Kraus (1833–1900) und seiner Frau Ernestine (geborene Kantor). Er studierte an der juristischen und philosophischen Fakultät der Universität Wien und versuchte sich um 1892 als Schauspieler am Rudolfsheimer Volkstheater.

Theaterzettel Die Räuber mit Kraus in der Rolle des Franz Moor und Max Reinhardt als Spiegelberg (Theatermuseum Wien)

Er trat als Franz Moor in Schillers “Die Räuber” auf und erhielt scharfe Kritik. Arthur Schnitzler notierte nach der Vorstellung in sein Tagebuch: “[d]er kleine Kraus fürchterlicher als Franz Moor”.

Karl Kraus wurde ein scharfer Kritiker der Künstlergruppe Jung-Wien und bezeichnete ihre Stücke 1897 als “demolirte Literatur”.

1899 gründete er die Zeitschrift “Die Fackel”, welche sich unter anderem gegen einen verlogenen, sensationsheischenden Journalismus, gegen bürgerliche Doppelmoral und skrupellose Kriegstreiberei richtete.

1918 veröffentlichte er sein Drama “Die letzten Tage der Menschheit” über die inhumanität des Ersten Weltkrieges.

Bis zu seinem Tod am 12. Juni 1936 durch einen schweren Herzinfarkt, den er im Wiener Cafe Imperial erlitt, galt er als moralisch-künstlerische Autorität.


Mitarbeit: DI Katrin Leutgeb

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