Corona in Rudolfsheim-Fünfhaus: Zwischen Shutdown und neuen Angeboten

Trotz Corona-Krise herrscht am Schwendermarkt und Umgebung in einigen Geschäften reges Treiben. Lesen Sie mehr in unserer Sonderausgabe BEZIRKS[MUSEUMS]NEWS im Zeichen von Covid 19.

Krise = Chance

Das chinesische Schriftzeichen für Krise bedeutet gleichzeitig auch Chance – und so hat das Team des Restaurants und Shops LANDKIND am Schwendermarkt die große Corona-Krise, die dieses Frühjahr Österreich und die Welt in Atem hält, auch gesehen! 

Stefan Rom, Nina und Benedikt Strasser haben die Energie der Krise genutzt, und ein neues Projekt – einen eigenen Lieferservice für den 15. Bezirk, auf die Beine gestellt! 

Unter dem Titel GEMMAZONE werden nicht nur Gemüse, Milchprodukte, das gute Essen, der Wein und die vielen anderen Produkte aus dem eigenen Sortiment zu den Kund*innen geliefert, sondern auch die Bücher des Buchcafé Melange und Produkte anderer Geschäfte rund um die Reindorfgasse.  

Krise = Chance

Shutdown zwingt Geschäfte zum Zusperren 

Anfang März 2020 war das Covid Virus via Italien auch in Österreich angekommen und innerhalb nur weniger Tage kam das allgemeine Geschäftsleben Österreichs aufgrund der Regierungs-Verordnungen zum Stillstand. 

Alle Schulen, Universitäten und „nicht-systemrelevante“ Firmen, wurden geschlossen, die meisten Mitarbeiter*innen mussten sich auf Homeoffice umstellen.  

Der Shutdown hat natürlich auch die Umgebung der Reindorfgasse und des Schwendermarkts – gekennzeichnet durch viele kleine Geschäfte und einige Gasthäuser – schwer erschüttert.

Die Lokalitäten müssen nun für Wochen geschlossen bleiben, geöffnet sind nur mehr die Filialen des Lebensmittelhandels, die Post auf der Mariahilfer Straße und die Apotheken. Die Straßen und Plätze sind verwaist, da die Menschen sich in ihren Wohnungen aufhalten müssen. Vor allem für ältere Menschen kann auch der Gang ins Lebensmittelgeschäft wegen der starken Ansteckungsgefahr sehr gefährlich werden. 

Als Lebensmittelversorger dürfen die Weinviertlerie und das LANDKIND am Schwendermarkt sowie die Radwerkstatt Popsykkel in der Reindorfgasse ihre Geschäfte geöffnet halten, was sie – mit angepassten Geschäftszeiten, auch tun. Die Weinviertlerie hat zum Beispiel nun an allen Werktagen von Montag bis Samstag geöffnet, im Geschäft steht jede Menge Desinfektionsmittel zur Verfügung und der Sicherheitsabstand zwischen den Kund*innen wird penibel eingehalten.  

Improvisierter Tresen von dem LANDKIND

In das Geschäftslokal und das Restaurant des LANDKIND kann man zur Zeit nicht hineingehen – ein Kreidestrich einige Meter vom Geschäft entfernt, mahnt den nötigen Abstand zu den Mitarbeiter*innen ein. Die Waren werden aus dem Geschäft auf einen improvisierten Tresen vor dem Geschäft gebracht, wo die Kund*innen direkt per Bankomatkasse zahlen oder das Geld auf den Tresen legen. Alles ohne Kontakt!  

Kreideaufschrift vor dem Geschäft LANDKIND: „Bitte bleiben Sie hinter der Linie!“

Liefern als neues Angebot 

Da die Corona-Krise die Menschen nun dazu zwingt, zu Hause zu bleiben, war die Idee zum Lieferservice schnell geboren. Zur Weihnachtszeit hatte man im LANDKIND schon mit der Lieferung von Geschenkpaketen Erfahrungen gesammelt und so war der Schritt zum umfassenden Zustell-Dienst schnell getan.

In einer beispiellosen Kooperation mit den Inhaber*innen der Geschäfte der Reindorfgasse werden unter GEMMAZONE jetzt nicht nur die Produkte und das Essen des eigenen Geschäftes ausgefahren, sondern auch die Bücher des Buchcafé Mélange, die Kaffeköstlichkeiten der Gota Coffee Experts sowie Geschenkartikel und Waren aus der metaware, der Schwalbe, von urban tool und FokusKokus

Mit einem E-Lasten-Bike fährt Benedikt Strasser jeden Tag zwischen 12 und 14h eine Runde durch den 15. Bezirk rund um das Reindorfgrätzel – also südlich der Westbahn – und stellt die bestellten Waren zu. 

Lieferung mit Lastenrad

Der Service wird so gut angenommen, dass am Freitag mittlerweile im ganzen Bereich Wien West, also auch in die umliegenden Bezirke, ausgeliefert wird.

Die Geschäftsleute des Reindorfs versuchen so gemeinsam, der Krise zu trotzen und ihre Geschäfte über die schwierige Zeit des Shutdowns zu bringen. Das Lasten-Rad wird von Popsykkel im Tauschgeschäft gegen ein Mittagessen aus dem LANDKIND zur Verfügung gestellt, die Produktpalette von GEMMAZONE konnte massiv erweitert werden durch die Kooperationen mit den Geschäften der Reindorfgasse.

Gemeinsam statt einsam die Krise bewältigen ist die Devise im Reindorf im 15. Bezirk. 

Und das Konzept geht auf! 

Mit einer Bestellung bei den genannten Geschäften können auch Sie diese Initiative im 15. Bezirk unterstützen:

GEMMAZON – Eine Initative von Geschäftsleuten rund um die Reindorfgasse

Schwendermarkt 

LANDKIND 
Online Shop 

Zustellung: Abhol- und Zustell-Shop, GEMMAZONE 
MO bis FR  
vor 10h bestellen => 10 bis 16h Abholung der fertigen Sackerl möglich 
vor 11h bestellen => Zustellung gleicher Tag möglich  
Tagesteller und Essen Lieferung und Abholung möglich 
SA 9 bis 13h, Süßes und Einkaufen, Auslieferung der „Wochenend-Kisterl“ (frisches Gemüse, Milch, Brot, …) 
Ganz normal Einkaufen ist im LANDKIND (ohne Zutritt zum Geschäft) immer zu den Öffnungszeiten möglich – Zahlung erfolgt KONTAKTLOS 

Weinviertlerie 

MO bis FR 11 bis 18h, SA 10 bis 15h 
Das Geschäft ist geöffnet. Lieferung möglich! 
Abholung vor Geschäft mit KONTAKTLOS Zahlung via Kuvert zb möglich! Umfassende Hygienemaßnahmen im Geschäft. 

Reindorfgasse 

Buchcafe Melange – Geschäft und Café sind geschlossen 
Online Buchbestellung unter  
bestellung@buchcafe-melange.com 
Zustellung: Lieferung im 15. Bezirk via GEMMAZONE, private Zustellung, per Post, Abholung vor dem Geschäft 
Zahlung erfolgt KONTAKTLOS 

Popsykkel 
Fahrradspezialgeschäft – Werkstatt geöffnet!!!!!  
Die Räder können im Umkreis von 3 km von zu Hause abgeholt und wieder zugestellt werden.  
Info
MO bis SA 10 bis 18h 
Die Übergabe der Produkte und Räder ist auch direkt an der Tür möglich. 

Die Schwalbe
BIO/faire basic Fashion 

metaware
Gifts for Nerds and Geeks 

Urbantool
Utility Vests, Bags und top-aktuell modische Gesichtsmasken in verschiedenen Designs (Nasen-Mundschutz) 

Fokuskokus  Ideenplatzl, Seminar(Räume), Shop 

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Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf größere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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Fr: 15.30-17.30
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#viellosimmuseum
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3 Kommentare zu „Corona in Rudolfsheim-Fünfhaus: Zwischen Shutdown und neuen Angeboten

  1. PS: Noch etwas habe ich am Schwendermarkt gefunden: Erdbeerpflanzen für meinen Balkon, und nicht irgendwelche Erdbeeren, nein, es gab meine Lieblingssorte Mieze Schindler (dunkelrote Früchte mit rotem Fruchtfleisch, süß und saftig und einfach köstlich) und eine Sorte, die ich einfach kaufen musste wegen ihres Namens: Korona. Die heißt wirklich so und gibt es schon seit langem. Bin schon neugierig, wie die schmecken wird…

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  2. Bin gerade wieder in den 15. Bezirk gezogen und habe mich über den Blogartikel „Corona in Rudolfsheim-Fünfhaus über die Initiativen der BewohnerInnen und Geschäftsleute gefreut, eine Auszeit vom Auspacken der Kartons genommen und bin zum Schwendermarkt aufgebrochen. Auf dem Weg dorthin bin ich zum ersten Mal über die Fußgängerbrücke über die Bahngleise gegangen, weil ich als Rudolfsheimerin den 15. Bezirk jenseits der Bahn kaum kenne. Am Schwendernarkt war ich von der freundlichen Bedienung und dem Service begeistert, echt! Noch dazu habe ich gefunden, was in den Supermärkten seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen nicht mehr zu haben ist: frischen Ingwer (Geheimtipp zum Aufpeppen des Immunsystems?) und glutenfreies Mehl. Ich war vorher schon so froh wieder in meinem Grätzl zu sein, jetzt bin ich es noch mehr 🙂 Danke für Info, ich bin um eine herzerwärmende Entdeckung reicher, genau, was in Zeiten wie diesen besonders gut tut!

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