#FAQ15/031 Wussten Sie, dass? 7 Dinge über Rudolfsheim-Fünfhaus, die Sie (vielleicht) noch nicht kannten

Was Sie schon immer über Rudolfsheim-Fünfhaus wissen wollten …

Hier erfahren Sie regelmäßig interessante Details aus Vergangenheit & Gegenwart von Rudolfsheim-Fünfhaus, dem 15. Wiener Gemeindebezirk.

Haben Sie auch eine Frage? Dann schreiben Sie uns unter faq15@bm15.at

FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)

In dieser Ausgabe von #FAQ15 erfahren Sie 7 interessante Infos über den 15. Bezirk, die Sie vielleicht noch nicht kannten. Wenn Sie weitere spannende Details wissen, freuen wir uns über Ihre Nachricht unter faq15@bm15.at

Wussten Sie, dass? Nr. 1

Der berühmte Freistilringer und spätere Schauspieler Adi Berber (1913-1966) führte ab 1943 ein Gasthaus am Mariahilfer Gürtel 27. Berber trat u.a. in Ben Hur und Die toten Augen von London auf.

Adi Berber, Bildnachweis

Eva Anna Welles (geb. 1947) erinnert sich an eine Begegnung mit Adi Berber:

„Ein einziges Mal wurden ich und meine Mutter von einem ihrer Brüder in Berbers Gasthaus zu einem Getränk eingeladen. Ich bekam ein „Kracherl“. Noch heute sehe ich mich sitzen – ich presste das Trinkglas an die Zähne oder habe einfach hineingebissen – jedenfalls hatte ich plötzlich Glassplitter im Mund. Herr Berber kam sofort her, um nachzusehen, ob mir auch nichts geschehen sei. Ich spuckte die Splitter aus, und da kein Blut floss, war die Sache erledigt. Das angebissene Glas und den netten Herrn Berber habe ich seit damals nicht vergessen …“

Eva Anna Welles

Wussten Sie, dass? Nr. 2

Der Schauspieler, Schriftsteller, Kabarettist und Rezitator Helmut Qualtinger (1928-1986) – Der Herr Karl – Der Name der Rose – debütierte am 16.5.1946 als 17-jähriger in der Kleinen Bühne Diefenbachgasse als Weinberl in Johann Nestroys Posse „Einen Jux will er sich machen“. Die Inszenierung stammte ebenfalls von Qualtinger.

Waltraut Haas (geb. 1927) spielte die Marie, Alfred Böhm (1920-1995) den Kraps, die Musik stammte vom Komponisten und Kapellmeister Ernst Hans Richter (1903-1978), die neuen Liedertexte von Kurt Nachmann (1915-1984) und Rudolf Weys (1898-1978).

Helmut Qualtinger, Bild ORF
Theaterzettel der Kleinen Bühne Diefenbachgasse
Österreichische Zeitung, Dienstag 7.5.1946, Quelle ANNO

Waltraut Haas erinnert sich an ihren Auftritt in der Kleinen Bühne gemeinsam mit Helmut Qualtinger:

Waltraut Haas in: Jetzt sag ich’s: Erinnerungen. Aufgezeichnet von Marina C. Watteck (2018)

Wussten Sie, dass? Nr. 3

Anna Schwender (spätere Silberbauer) führte nach dem Tod ihres Mannes Carl Schwender jun. (1839-1876) mehr als 20 Jahre das von Carl Schwender sen. (1808-1866) gegründete „Schwenders Colosseum“.

Anna Schwender, die den Betrieb nach dem Tod von Carl Schwender jun. weiterführte.

Der alte Schwender, der Stammvater der Dynastie im Reiche des Amüsements, starb nach ehrlich vollbrachtem Tagewerke. Es kam der junge Schwender zur Regierung, ihm zur Seite als Mitregentin seine Gattin. In der Blüte seiner Jahre starb Schwender der Zweite, betrauert von all Jenen, die je ein paar fröhliche Stunden in seinen Etablissements verjubelt hatten. Thronfolgerin wurde seine junge Witwe, Frau Anna Schwender, deren reizendes Konterfei sich auf unserem heutigen Titelblatte befindet. Die gegenwärtige Chefin der großartigen, weltberühmten und als Sehenswürdigkeit Wiens gepriesenen Schwender´schen Vergnügungsetablissements bewährt sich als eine ebenso geniale als gewissenhafte Leiterin.“

„Die Bombe“, 25.November 1877

Schwenders Colosseum um 1880, Bild: Wien-Wiki

1898 wurde das Colosseum abgerissen und das Gelände verbaut. Heute erinnert noch die Schwendergasse und der Schwendermarkt an die Familie Schwender.

Wussten Sie, dass? Nr. 4

Maria Altmann (* 18. Februar 1916 in Wien, Österreich-Ungarn als Maria Victoria Bloch; † 7. Februar 2011 in Cheviot Hills, Los Angeles) heiratete am 9. Dezember 1937  in der Synagoge Turnergasse 22 (TurnertempelFritz Altmann, einen Bruder des Textilfabrikanten Bernhard Altmann.

ehemalige Synagoge in der Turnergasse – Turnertempel, zerstört 1938

Der Turnertempel war eine Synagoge an der Turnergasse 22. Die frei stehende Synagoge wurde von der jüdischen Gemeinde des Bezirkes 1871 bis 1872 errichtet und von den Nationalsozialisten während der Novemberpogrome (von den Nationalsozialisten als Reichskristallnacht bezeichnet) zerstört.

Maria Altmanns Name ist durch die Restituierung der enteigneten Kunstschätze, die ehemals im Besitz der Familie waren und 1938 auf der Flucht zurückgelassen werden mussten, in den Medien präsent.

Maria Altmann, Bild Wikipedia

Wussten Sie, dass? Nr. 5

Der Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker Karl Kraus (1874-1936) debütierte am 14.1.1893 (mit 19 Jahren) am Rudolfsheimer Volkstheater als Franz Moor in Schillers „Räuber“ .

Karl Kraus
die räuber
Theaterzettel Die Räuber mit Kraus in der Rolle des Franz Moor und Max Reinhardt als Spiegelberg (Theatermuseum Wien)

Wussten Sie, dass? Nr. 6

Die Wiege von Rapid stand in Rudolfsheim-Fünfhaus: Auf einem Grundstück östlich des Meiselmarkts im Bereich Selzergasse / Hütteldorfer Straße befand sich von 1903 bis 1912 der Sportplatz des SK Rapid Wien, bis der Fußballclub nach Hütteldorf übersiedelte

Bild: thomasrenner.th.ohost.de

Wussten Sie, dass? Nr. 7

Irma Handl (1870-1944) gründete 1908 das Handl-Kino (damals noch unter den Namen Erstes Wiener Kinematographentheater und bis 1911 auf der Adresse Mariahilferstraße 169; ab 1911 auf Nr, 160). Es hatte einen breiten Saal mit Galerie für 406 Personen, Nach einigen Zu- und Umbauten bot das Kino schließlich im Jahr 1934 700 Personen Platz. 

Lichtspiele Handl in der Mariahilferstraße 160 in den 1930er-Jahren, geschlossén 1976

Irma Handl besaß nicht nur mehrere Kinos, sondern war auch noch die Besitzerin einer der größten Filmleihanstalten.

Kinematographische Rundschau 6.8.1911, ANNO) Fehler im Text (Wien VII statt XV)

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(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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2 Kommentare zu „#FAQ15/031 Wussten Sie, dass? 7 Dinge über Rudolfsheim-Fünfhaus, die Sie (vielleicht) noch nicht kannten

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