#FAQ15/030 Wo befand sich bis 1926 eine Feuerwache in Rudolfsheim-Fünfhaus?

Was Sie schon immer über Rudolfsheim-Fünfhaus wissen wollten …

Hier erfahren Sie regelmäßig interessante Details aus Vergangenheit & Gegenwart von Rudolfsheim-Fünfhaus, dem 15. Wiener Gemeindebezirk.

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Die Freiwillige Feuerwehr Rudolfsheim wurde 1870 gegründet. Ihre Feuerwache befand sich in Rudolfsheim in der Grimmgasse 36 (bis 1894 Obere Fischergasse). Mit 1.6.1926 wurde der FF Rudolfsheim die Löschberechtigung entzogen, die Räumlichkeiten wurden am 21.6.1926 rückgestellt. Ein Jahr später wurde den Feuerwehrmännern der FF Rudolfsheim die Berechtigung zum Tragen der Feuerwehruniform aberkannt.

FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)

Selbst ist der (Feuerwehr)Mann

Bis Mitte des 19. Jhdts. mussten sich die OrtsbewohnerInnen selbst vor dem Feuer schützen, der Staat griff nur ein, indem er diesen Selbstschutz seiner Untertanen durch Verordnungen zur Pflicht machte. Jedes Dorf musste Eimer, Leitern und Seile und später eine Handspritze und Schläuche bereit halten. In vielen Dörfern kamen wohlhabende Bürger aus eigenen Mitteln für Löschgeräte auf.

Der sogenannte “Wachter” verwahrte die Feuerrequisiten der Gemeinde und führte das Verzeichnis über die Nacht-Feuerwache, welche die Männer des Dorfes abwechselnd besorgen mussten. Sie hatten jeden Brand sofort zu melden. Wenn nicht “wimmerndes Glockengeläute den DörflerInnen das Unglück verkündete”, lief der Wachter “rufend oder blasend durch die einzige Gasse und weckte die SchläferInnen”.

In Wien hielt der Türmer von St. Stephan Feuerwache.

Freiwillige Feuerwehr Rudolfsheim …

Die Feuerwehrmänner der Rudolfsheimer Feuerwache vor ihrer Zentrale in Grimmgasse 36 (bis 1894 Obere Fischergasse).

Die Freiwillige Feuerwehr XIV / XV „Rudolfsheim-Sechshaus-Fünfhaus“ wurde offiziell 1870 gegründet. Ihre Feuerwache befand sich in Rudolfsheim, weshalb sie gewöhnlich als „Freiwillige Feuerwehr Rudolfsheim“ bezeichnet wurde. Sie war allerdings auch für die Vororte Fünfhaus und Sechshaus zuständig.

1888 besaß sie bereits vier Fahrspritzen – darunter eine Dampfspritze – vier Wasserwagen und zwei Paar Pferde. Öffentlich angebrachte Feuermelder-Automaten und Hydranten standen ebenfalls zur Verfügung.

Untergebracht war die Feuerwehr in der Grimmgasse 36 (ursprünglich Braunhirschen 50, Obere Fischergasse). Die Gasse entstand um / nach 1835 im Zuge der Parzellierung der Gründe nach dem Tod von Wenzel Dadler.

Um 1853 gab es dort bereits ein Gebäude, das sich im Besitz der Gemeinde Braunhirschen befand und offensichtlich als Amtshaus diente. Damals war auf dieser Adresse auch der Braunhirscher Gemeindeschank. Vermutlich wurde das Gebäude bereits vor 1870 für Feuerwehreinrichtungen verwendet. 1908 erwarb die Gemeinde Wien das Gebäude, in den 1950er Jahren wurde das Haus abgerissen.

Durch die Eingemeindung der Vororte um 1892 wurden die zu diesem Zeitpunkt 34 Freiwilligen Feuerwehren der Vororte Teil der Wiener Feuerwehr. Sie schlossen sich zum Bezirksverband der Freiwilligen Feuerwehren Wiens zusammen.

Die FF Rudolfsheim erhält einen Telefonanschluss und einen Diener als Ersatz für den eingerückten Zeugwart, um 1918

Mit 1.6.1926 wurde der FF Rudolfsheim die Löschberechtigung entzogen, die Räumlichkeiten wurden am 21.6.1926 rückgestellt. Ein Jahr später wurde den Feuerwehrmännern der FF Rudolfsheim die Berechtigung zum Tragen der Feuerwehruniform aberkannt.

An dieser Stelle (Grimmgasse 36-38) befand sich bis Anfang des 20. Jhdts. die Rudolfsheimer Feuerwache. Heute ist dort der Paul-Richter-Hof (Foto: 2012).

… im Einsatz

Laut Ausrückordnung vom 1.7.1898 wurde die FF Rudolfsheim zu Bränden in Rudolfsheim, Fünfhaus, Sechshaus, Unter-Meidling, Ober-Meidling, Gaudenzdorf, Breitensee, Penzing, Baumgarten, Ottakring und Neu-Lerchenfeld gerufen. Aber auch beim verheerenden Brand des Ringtheaters (1881) war die FF Rudolfsheim mit 3 Fahrspritzen 3 Wasserwagen und 30 Mann im Einsatz.

Ansicht des Ringtheaters (Ecke Schottenring / Heßgasse) kurz vor dem verheerenden Brand 1881, bei dem mindestens 386 Menschen ums Leben kamen, Bild

“Feuerlösch-Geräthefabrik” Hekele und „Minimax“ in der Herklotzgasse

Josef Hekele war um 1868 Kupferschmied (Adresse: Fünfhaus 100, heute Kranzgasse). 1870 ist er in der Fünfhausgasse 13 nachgewiesen, ab 1878 in der Herklotzgasse 23.

Im Branchenverzeichnis von Lehmann scheint er 1878 auch unter „Pumpen und Spritzen“ auf. 1890 wird er als Kupferschmied und sein Unternehmen als „Feuerlösch-Geräthefabrik“ bezeichnet.

“Feuerlöschgeräthe-Fabrik” Hekele in der Herklotzgasse 23, 1877

Bei ihm kauften verschiedene Feuerwehren aus Niederösterreich und Wien ihre Löschgeräte. Ab ca. 1910 befand sich dann im selben Haus das Magazin und die Werkstätten der Firma „Minimax“Apparate-Baugesellschaft mbH.

Werbung für Feuerlöschgeräte der Fa. Minimax in der Herklotzgasse 23, 1942

Bis in die 1960er Jahre konnte man noch an der Seitenwand des Hauses eine Werbung der Firma sehen: Einen Mann mit einem Feuerlöscher, einer sogenannten „Spitztüte“.

Links ist ein Minimax-Feuerlöscher (Spitztüte) zu erkennen, Screenshot Live-Fernsehspiel “Der Herr Karl” mit Helmut Qualtinger,1961

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(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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2 Kommentare zu „#FAQ15/030 Wo befand sich bis 1926 eine Feuerwache in Rudolfsheim-Fünfhaus?

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