#FAQ15/024 Was hat Zwingli mit dem 15. Bezirk zu tun?

Was Sie schon immer über Rudolfsheim-Fünfhaus wissen wollten …

Hier erfahren Sie regelmäßig interessante Details aus Vergangenheit & Gegenwart von Rudolfsheim-Fünfhaus, dem 15. Wiener Gemeindebezirk.

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FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)


Der Schweizer Reformator Huldrych Zwingli (1484-1531)

Huldrych Zwingli, Quelle

Huldrych Zwingli (auch Huldreych, Huldreich und Ulrich Zwingli; * 1. Januar 1484 in Wildhaus; † 11. Oktober 1531 in Kappel am Albis) war ein Schweizer Theologe und der erste Zürcher Reformator. Aus der Zürcher und der Genfer Reformation ging die reformierte Kirche hervor.

Von der wahren und falschen Religion

1525 gab Zwingli sein Glaubensbekenntnis „Von der wahren und falschen Religion“ heraus. Mit Martin Luther und den anderen deutschen Reformatoren war er in vielen Punkten einig, er verwarf aber beispielsweise die „leibliche Gegenwart“ Christi im Abendmahl.

Ab 1525 waren Bilder, Messen und Zölibat abgeschafft, und es gab eine geregelte Armenfürsorge, finanziert aus Geldern, die durch die Säkularisation von Klöstern und geistlichen Stiftungen im Herrschaftsbereich der Stadt Zürich frei wurden.

Zürcher Bibel – älteste protestantische Übersetzung

In enger Zusammenarbeit mit Leo Jud übersetzte Zwingli zwischen 1524 und 1529 die Bibel neu in die eidgenössische Kanzleisprache (fünf Jahre vor Luthers Bibelübersetzung). Diese Übersetzung ist heute als die „Zürcher Bibel“ bekannt. Die Zürcher Bibel ist somit die älteste protestantische Übersetzung der gesamten Bibel.

Tod im Zweiten Kappelerkrieg

1531 kam es zu einem Religionskrieg in der Eidgenossenschaft, dem Zweiten Kappelerkrieg zwischen Zürich und den katholischen Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug.

Am 11. Oktober 1531 unterlagen die Zürcher, und Zwingli selbst geriet während der Schlacht bei Kappel, an der er als Soldat teilgenommen hatte, am Albis in die Hände der katholischen Innerschweizer und wurde getötet. Sein Leichnam wurde gevierteilt, anschließend verbrannt und die Asche in den Wind gestreut.

Heinrich Bullinger – eigentlicher Begründer der reformierten Kirche

Zwinglis Theologie wurde in der zweiten Generation von Heinrich Bullinger und Johannes Calvin weitergetragen.

Heinrich Bullinger wurde Zwinglis Nachfolger in Zürich. Er konsolidierte den reformierten Glauben und gilt als eigentlicher Begründer der reformierten Kirche.

Quelle

Erinnerungen an Zwingli

Etliche Kirchengebäude aus dem 20. Jahrhundert tragen den Namen Zwinglikirche und erinnern damit an den Reformator.

So zum Beispiel die 1908 eingeweihte Zwinglikirche in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, in der Rudolfstraße 14 oder jene in Weesen im Schweizer Kanton St. Gallen am Westufer des Walensees (eingeweiht 1913).

Auch im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus befindet sich eine Zwinglikirche.

Die evangelische Pfarrkirche H.B.*/ Zwinglikirche – 1937

Die in der Kirche beheimatete Pfarrgemeinde Wien-West ist eine von neun Gemeinden der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich. Die Kirche in der Schweglerstraße 39 wurde 1936-1937 nach Plänen der Architekten Siegfried Theiss (1882-1963) und Hans Jaksch (1879- 1970) erbaut.

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Die Zwinglikirche in der Schweglerstraße 39. Im kleinen Kirchturm hängt eine von außen frei sichtbare Glocke. Foto um 1940

* Die Bezeichnung A.B. bezieht sich auf das „Augsburgische Bekenntnis“ (bezogen auf die Confessio Augustana von 1530) und meint die Lutherische Kirche. Die Bezeichnung H.B. steht für das „Helvetische Bekenntnis“ (bezogen auf die Confessio Helvetica posterior von 1566) und meint die Reformierte Kirche. Die Kirche H.B. ist bis heute theologisch und strukturell von den Schweizer Reformatoren Ulrich Zwingli (1484-1531) und Johannes Calvin (1509-1564) geprägt.

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Die U-förmige Anlage besteht aus der Kirche, dem sich anschließenden zweigeschoßigen Pfarrhaus und der wiederum damit verbundenen eingeschoßigen Küsterwohnung. Diese drei Elemente gruppieren sich um einen quadratischen Innenhof, der durch eine Mauer mit Gittertor an der Hauptfront abgeschlossen wird.

Im kleinen Kirchturm hängt eine von außen frei sichtbare Glocke. Im Pfarrhaus befinden sich die Pfarrkanzlei, die Sakristei und der Gemeindesaal für 130 Personen.

Der Kirchenvorplatz zur Schweglerstraße hin ist durch eine andere Form- und Farbgebung vom Gehsteig abgegrenzt.

Der schlichte Kircheninnenraum wird von der rot gehaltenen Wand an der Kopfseite dominiert, auf der sich ein goldfarbiger Schriftzug mit einem Bibelzitat (Joh, 14,6) in der Übersetzung der Lutherbibel befindet: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben: niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Darunter steht auf einer erhöhten, durch drei Stufen erreichbaren Fläche der Abendmahlstisch. Die bunten Kirchenfenster an der Nordseite, von denen eines dem Schweizer Reformator und Namensgeber der Kirche Ulrich Zwingli gewidmet ist, stammen in ihrer jetzigen Form aus dem Jahr 1955.

Auf der Kanzel aus Holz befindet sich seit 1946 ein Relief des Bildhauers Karl Jedlicka mit einer Darstellung des Zwinglikopfes. Die Orgelempore über dem Hauptportal ist teilweise mit Holz verkleidet.

Zwinglikirche-Innenansicht
Zwinglikirche Innenansicht Foto: https://reformiertekirche.at/gemeinden/wien-west/

Der Satiriker Alfred Heinrich leitete als Kurator von 1984 bis 1997 die Gemeinde. Von 1964 bis 1998 war Balázs Németh Pfarrer der Zwinglikirche. Thomas Hennefeld, sein Nachfolger in diesem Amt, ist seit 2007 Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H. B. in Österreich.

Homepage der Zwinglikirche.

Quelle


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