Georg Danzer im Gymnasium Diefenbachgasse (Bild des Monats)

Unser Bild des Monats zeigt diesmal ein Klassenfoto des Gymnasiums Diefenbachgasse. Mittendrin befindet sich ein später berühmt gewordener Schüler: Georg Danzer

Bild des Monats

Jö schau! Wer war Georg Danzer?

Georg Franz Danzer (* 7. Oktober 1946 in Wien; † 21. Juni 2007 in Asperhofen, Niederösterreich) war ein österreichischer Liedermacher und ein Pionier des Austropop – eine Zuordnung, der er selbst zeitlebens zu entgehen versuchte. Er hatte Erfolge als Solokünstler, anfänglich auch mit seiner Band The Madcaps und später in der Formation Austria 3 mit Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich.

Austria 3 (v.l.n.r. Georg Danzer, Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros) live in concert im Kremser Stadion.

1957-1965: Gymnasium Diefenbachgasse

Nach der Volksschule (in der Haebergasse – 12. Bezirk) kam Georg Danzer ins Gymnasium Diefenbachgasse im 15. Bezirk und verbrachte bis zur Matura 1965 viel Zeit im 15. Bezirk – wenn er sich nicht gerade im Vergnügungspark Gaudenzdorf aufhielt (dieser befand sich zwischen 12. und 15. Bezirk, unter den Otto-Wagner-Stadtbahnbögen).

Seinen Eltern (Schulfreund Hermann, Anm.) gehörte der „Vergnügungspark Gaudenzdorf“, wo ich Messerwerfen übte und an den „Wuzlern“, wie wir die Tischfußballspiele nannten, eine gewisse Perfektion erlangte. Ich kann allerdings nicht behaupten, dass ich zu dieser Zeit in der Schule ebenfalls ein großes Licht gewesen wäre.

aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 – Kapitel 18 (S. 93-104)
Gymnasium Diefenbachgasse 2008
Georg Danzer (letzte Reihe, 2. v. li.) in 2. oder 3. Klasse Gymnasium – 1958 oder 59

Die Mittelschule, in die ich ab meinem elften Lebensjahr ging, lag in der Diefenbachgasse im 15. Bezirk und war ein Realgymnasium. Mein Eltern wollten nämlich, dass aus mir einmal was Besseres werden sollte und fanden, dass ich dazu unbedingt die Matura brauchte. Heute bin ich ihnen dafür sehr dankbar, denn wenn ich auch nicht gerade sehr fleißig war, so hat mich die lange Schulzeit doch davor bewahrt, einen richtigen Beruf oder gar ein Handwerk erlernen zu müssen, was einem ja bekanntlich oft ein Leben lang nachhängen kann.

Mein Schulweg führte mich über den Wienfluss.

Im Winter stand ich oft auf der Brücke und schaute hinunter in das verschneite Bett, in dem sich ein dunkles, dampfendes, stinkendes Rinnsal schlängelte.

 aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 – Kapitel 12 (S. 67-70)

Georg Danzer besuchte das Gymnasium Diefenbachgasse 19 von 1957-1965.

Die Schule wurde 1910 als „achtklassiges Staatsrealgymnasium“ im damals noch 14. Bezirk gegründet. Mit einigen Unterbrechungen war es bis 1970 eine reine Bubenschule und galt als „Elitenschule“.

Von den 33 Schülern, die 1957 mit Georg Danzer begannen, schlossen nur 13 (!) in der regulären Zeit mit Matura ab – darunter auch Georg Danzer, wenn auch mit vielen „Genügend“.

In Interviews und auch in seinem Buch „Auf und davon“ schildert er seine Schulzeit immer nur knapp und weitgehend negativ.

Ganz so scheint es aber nicht immer gewesen zu sein. Georg Danzer fühlte sich zwar immer schon „anders als alle anderen“ , spürte schon früh seine spezielle Begabung als Musiker und konnte mit zunehmendem Alter mit vielen Klassenkameraden nicht mehr viel anfangen. Dennoch hatte er Freunde, mit denen er einiges unternahm, er hatte Spaß und war auch als „bunter Hund“. wenn schon nicht geachtet, so doch anerkannt.

Mehr dazu können Sie in der Ausstellung „GEORG DANZER-Eine Spurensuche im 15. Bezirk“ erfahren.

SCHÜLER DANZER: Eine Spurensuche im 15. Bezirk

2008 zeigte das Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus anlässlich des 1. Todestages von Georg Danzer die Sonderausstellung „SCHÜLER DANZER: Eine Spurensuche im 15. Bezirk“.

Anhand von Objekten, Fotos, Zitaten und Erinnerungen ehemaliger Schulkollegen versuchte sich die Ausstellung an einer Annäherung an den jugendlichen Georg Danzer und seine Spuren in Rudolfsheim-Fünfhaus.

Die Schau war auch als Wanderausstellung in den Volkshochschulen MeidlingRudolfsheim-Fünfhaus und der Wiener Urania und im Gymnasium Diefenbachgasse zu sehen.

Bericht über die Ausstellung in der Volkshochschule Wiener Urania in der Kronenzeitung 2010
Ausstellungsgestalterin Brigitte Neichl mit Georg Danzers erster Frau Dagmara Danzer im Gymnasium Diefenbachgasse (2010)

Ein Teil der Ausstellung ist in den Büroräumen des Bezirksmuseums Rudolfsheim-Fünfhaus gut verstaut.

Falls Sie diese einmal ansehen möchten, ist das nach Voranmeldung zu den Öffnungszeiten möglich. Infos unter office@bm15.at


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3 Kommentare zu „Georg Danzer im Gymnasium Diefenbachgasse (Bild des Monats)

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