#FAQ15/012 Welches Hotel besingt Georg Danzer in „Elfi“ ?

Was Sie schon immer über Rudolfsheim-Fünfhaus wissen wollten …

Hier erfahren Sie regelmäßig interessante Details aus Vergangenheit & Gegenwart von Rudolfsheim-Fünfhaus, dem 15. Wiener Gemeindebezirk.

Haben Sie auch eine Frage? Dann schreiben Sie uns unter faq15@bm15.at

FAQ 15

FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)


Jö schau! Wer war Georg Danzer?

Georg Franz Danzer (* 7. Oktober 1946 in Wien; † 21. Juni 2007 in Asperhofen, Niederösterreich) war ein österreichischer Liedermacher und ein Pionier des Austropop – eine Zuordnung, der er selbst zeitlebens zu entgehen versuchte. Er hatte Erfolge als Solokünstler, anfänglich auch mit seiner Band The Madcaps und später in der Formation Austria 3 mit Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich.

Austria 3 (v.l.n.r. Georg Danzer, Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros) live in concert im Kremser Stadion.

Das „Vier-Bezirke-Eck“

Georg Danzer wuchs im „Vier-Bezirke-Eck“ des 12., 5., 6. und 15. Bezirks auf und diese vier Bezirke prägten auch weitgehend seine Kindheit und Jugend.

Georg Danzers Leben spielte sich in den ersten Jahren hauptsächlich im „Vier-Bezirke-Eck“ ab

Gaudenzdorfer Gürtel & St. Johann-Park

Georg Danzer lebte mit seinen Eltern Margarete und Georg im 12. Bezirk (Gaudenzdorfer Gürtel 47). Als er noch klein war, ging seine Mutter mit ihm oft zum Spielen in den nahegelegenen St. Johann Park (2005 in Bruno-Kreisky-Park umbenannt) im 5. Bezirk, wo auch seine Großeltern mütterlicherseits („Dolli-Oma“) wohnten.

Schräg vis-à-vis lag der Sankt-Johann-Park, an dem entlang die Schönbrunner Straße stadteinwärts lief. Aber ich wusste damals nicht, was stadteinwärts war, denn ich wusste nichts von Wien oder dass wir in einer Stadt lebten. Ich kannte nur den Gürtel, unsere Wohnung im Hochparterre, zur Hälfte unbenutzbar, weil das Haus im Krieg von einer Fliegerbombe getroffen worden war. Ich kannte die paar naheliegenden Seitengassen und den Weg hinüber in, den 5. Bezirk, wo meine Großmutter mütterlicherseits mit dem Großvater und einem Hund wohnte.

aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 -Kapitel 1 (S. 7-12)
1908-2004 St. Johann-Park – unter diesem Namen kannte ihn Georg Danzer

Der Bruno-Kreisky-Park ist eine Parkanlage im 5. Wiener Gemeindebezirk, Margareten. Sie befindet sich direkt neben dem Margaretengürtel und der Rechten Wienzeile.

Nach der Schleifung des Linienwalls Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Anlage ursprünglich als Sankt-Johann-Park im Bezirksteil Hundsturm errichtet. Namensgeber war 1908 das Spital Zu St. Johann an der Als, das von Friedrich dem Schönen gegründet wurde, der einst dieses Areal besaß.

Am 29. Juli 2005 wurde der Park anlässlich des 15. Todestages von Bruno Kreisky aufgrund der räumlichen Nähe zu dessen Geburtshaus umbenannt. Kreisky hat seine Kindheit und Jugend im Haus Schönbrunner Straße 122 verbracht, das sich im ersten Häuserblock stadteinwärts vom Park befindet. 2006 wurde eine von Christine Pillhofer gestaltete Büste Kreiskys im Park aufgestellt.

Der St. Johann-Park kommt auch in dem Lied „Mei Aschn“ (veröffentlicht 2006 auf Album „Träumer“) vor.

Und wanns dann
Mein Urne kriagts
Wärs nett, wann
Sie wer bemüht
Verstrats mei Aschen
Im St. Johann Park
Dort hab i als Kind
Scho gschbühd

„Mei Aschen“ von Georg Danzer

Kinderfreibad Margaretengürtel

Das Kinderfreibad, das Georg Danzer oft besuchte, befand sich im 5. Bezirk auf Höhe Margaretengürtel 148 , nahe der heutigen U4-Station Margaretengürtel.

An den heißen Sommertagen war dieses Bad voller Kinder, die wild herumtobten, ins Wasser sprangen, sich gegenseitig untertauchten, was man „schlempern lassen“ nannte, und von ein oder zwei Badewascheln beaufsichtigt wurden. Soviel ich weiß, ist nie jemand ertrunken, was fast verwunderlich ist, denn in dem Durcheinander von Gespritze und Geplantsche wäre es sicher nicht aufgefallen, wenn eines der vielen Kinder unter der Wasseroberfläche verschwunden und nicht wieder aufgetaucht wäre

Ich bekam von dem vielen Chlor, welches aus verständlichen Gründen dem trüben, mit Kinderurin angereicherten Wasser beigefügt wurde, stets am nächsten Tag Fieber und Kopfweh und musste dann für ein paar Tage das Bett hüten. Außerdem waren meine Fingerkuppen ganz wund von dem rauen Betonbelag am Grunde des Schwimmbeckens, auf dem ich oft wie ein Frosch unter Wasser entlang krabbelte, wenn man mich „schlempern“ ließ.

aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 – Kapitel 6 (S. 35-40)

Errichtet wurde das Kinderfreibad im Jahr 1926 nach Plänen des Stadtbauamtes. Die Anlage umfasste ein Badebecken mit einer Fläche von 390 m² aus Eisenbeton sowie eine nach Geschlechtern getrennte hölzerne Umkleidekabine mit Brausen.

Das Kinderfreibad Margaretengürtel, in dem Georg Danzer Chlorwasser „schlemperte“. Foto: Bezirksmuseum Meidling
Statt dem Kinderfreibad befindet sich hier heute ein Fußballkäfig

1957-1965: Gymnasium Diefenbachgasse

Nach der Volksschule (in der Haebergasse – 12. Bezirk) kam Georg Danzer ins Gymnasium Diefenbachgasse im 15. Bezirk und verbrachte bis zur Matura 1965 viel Zeit im 15. Bezirk – wenn er sich nicht gerade im Vergnügungspark Gaudenzdorf aufhielt (dieser befand sich zwischen 12. und 15. Bezirk, unter den Otto-Wagner-Stadtbahnbögen).

Seinen Eltern (Schulfreund Hermann, Anm.) gehörte der „Vergnügungspark Gaudenzdorf“, wo ich Messerwerfen übte und an den „Wuzlern“, wie wir die Tischfußballspiele nannten, eine gewisse Perfektion erlangte. Ich kann allerdings nicht behaupten, dass ich zu dieser Zeit in der Schule ebenfalls ein großes Licht gewesen wäre.

aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 – Kapitel 18 (S. 93-104)
Gymnasium Diefenbachgasse 2008

Die Mittelschule, in die ich ab meinem elften Lebensjahr ging, lag in der Diefenbachgasse im 15. Bezirk und war ein Realgymnasium. Mein Eltern wollten nämlich, dass aus mir einmal was Besseres werden sollte und fanden, dass ich dazu unbedingt die Matura brauchte. Heute bin ich ihnen dafür sehr dankbar, denn wenn ich auch nicht gerade sehr fleißig war, so hat mich die lange Schulzeit doch davor bewahrt, einen richtigen Beruf oder gar ein Handwerk erlernen zu müssen, was einem ja bekanntlich oft ein Leben lang nachhängen kann.

Mein Schulweg führte mich über den Wienfluss.

Im Winter stand ich oft auf der Brücke und schaute hinunter in das verschneite Bett, in dem sich ein dunkles, dampfendes, stinkendes Rinnsal schlängelte.

aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 – Kapitel 12 (S. 67-70)
Finden Sie Georg Danzer auf diesem Klassenfoto? Schreiben Sie uns Ihren Tipp gerne unter office@bm15.at

Pfarrkirche Reindorf & das Café Reindorf

Auch die Pfarrkirche Reindorf in der gleichnamigen Gasse besuchte Georg Danzer zumindest fallweise. Meist spielte er aber stattdessen im gegenüberliegenden Kaffeehaus Billard.

Ich jedenfalls zog es vor, in Gesellschaft einiger anderer subversiver Elemente aus der Schule die „Herz-Jesu-Messen“, die jeweils an den ersten Freitagen der Monate in der Reindorfkirche stattzufinden pflegten, zu boykottieren und diese „Stunde der Einkehr“ im gegenüberliegenden Kaffeehaus beim Billardspielen zu verbringen. Ich hielt dies für eine meinen Interessen entsprechendere Art der Einkehr.

aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 – Kapitel 14 (S. 75-76)
Die Reindorfkirche – in der die Schulmessen des Gymnasiums Diefenbachgasse stattfanden – in den 1960er Jahren
Hinten im Bild (1960er-Jahre) ist die Aufschrift „Café Reindorf“ zu sehen, wo Georg Danzer oft „Einkehr“ hielt. Heute gibt es dort immer noch ein Lokal.

Danzer in der Tanzschule

Mit 16 Jahren verfeinerte Georg Danzer seine Tanzkenntnisse in der Tanzschule Gmeiner (später Tanzschule Demel, jetzt Verein „Some like it hot“) in der Sechshauserstraße.

In der Tanzschule ging es meistens sehr lustig zu. Sie lag in der Gumpendorferstraße, kurz nach dem Gürtel stadtauswärts. Bei der Damenwahl blieb ich meistens über, weil ich ein gefürchteter Trampler war. Bei einer Polka habe ich sogar einmal eine Partnerin „niedergetanzt“. Irgendwie kamen wir in der Hitze des feurigen Tanzes zu Fall, und dann lag ich mit meinen 75 Kilo auf dem strampelnden Mädchen, das sich von meinem Gewicht zu befreien versuchte. Alle standen herum und lachten. Nur der Tanzschulbesitzer, der gleichzeitig auch den Unterricht gestaltete, fand das Ganze nicht sehr witzig und nannte mich einen „untalentierten Lulatsch“.

aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 – Kapitel 15 (S. 77-80)
Tanzschule Demel Anfang der 1980er Jahre. Zu Georg Danzers Zeiten hieß diese noch Tanzschule Gmeiner.

Das Tanzinstitut Franz Gmeiner wurde 1901 in der Sechshauserstraße 9 gegründet.

1967 übernahm das Ehepaar Demel die Leitung und machte sie zu einer der schönsten Tanzschulen Wiens.

Am 01. Juli 2001 trat Andreas Resch die Nachfolge an und führte die Tanzschule bis 2015 unter dem Namen „Tanzschule Demel“ weiter.

Seit September 2015 betreibt der Verein „Some like it hot“ das Lokal. Angeboten werden Swing und die Swing-Tänze Lindy, Balboa, Shag und Charleston – diese haben ihre Wurzeln in der SwingÄra der 1930er und 1940er Jahre

Jö schau! Der Danzer im 1. Bezirk

Gegen Ende seiner Gymnasiumszeit begann Georg Danzer zunehmend den 1. Bezirk zu erkunden und war mit 17 zum ersten Mal im legendären „Café Hawelka“, dem er auch seinen Hit „Jö schau!“ (1976) widmete.

Jö schau

SCHÜLER DANZER: Eine Spurensuche im 15. Bezirk

2008 zeigte das Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus anlässlich des 1. Todestages von Georg Danzer die Sonderausstellung „SCHÜLER DANZER: Eine Spurensuche im 15. Bezirk“.

Anhand von Objekten, Fotos, Zitaten und Erinnerungen ehemaliger Schulkollegen versuchte sich die Ausstellung an einer Annäherung an den jugendlichen Georg Danzer und seine Spuren in Rudolfsheim-Fünfhaus.

Die Schau war auch als Wanderausstellung in den Volkshochschulen Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus und der Wiener Urania und im Gymnasium Diefenbachgasse zu sehen.

Bericht über die Ausstellung in der Volkshochschule Wiener Urania in der Kronenzeitung 2010
Ausstellungsgestalterin Brigitte Neichl mit Georg Danzers erster Frau Dagmara Danzer im Gymnasium Diefenbachgasse (2010)

Ein Teil der Ausstellung ist in den Büroräumen des Bezirksmuseums Rudolfsheim-Fünfhaus gut verstaut.

Falls Sie diese einmal ansehen möchten, ist das nach Voranmeldung zu den Öffnungszeiten möglich. Infos unter office@bm15.at

Welches Hotel besang Georg Danzer denn nun?

Hier nun (gleich) die Lösung 😉

(…) nachmittags [trieb ich mich] eben meist auf dem Gelände dieses Vergnügungsparkes Gaudenzdorf herum (…), wo allerlei halbstarkes Gesindel in der Spielhalle und an der Schießbude umherlungerte.

Dieser Ort vorstädtischer Lustbarkeiten befand sich an jener Stelle, wo der Gürtel heute eine große Schleife nach links zieht, wenn man ihn von der Gumpendorfer Straße in Richtung Schönbrunner Straße herunterfährt.

Dort kreuzten und kreuzen immer noch die alten Stadtbahnbögen des Otto Wagner die Wienzeile, und etwas weiter drinnen im Gewirr der engen Gässchen lag das Hotel Bauer, ein Stundenhotel, vor dem schon um die Mittagszeit, wenn ich von der Schule nach Hause ging, ein paar Huren herumstanden. Diese Welt faszinierte mich, sehr zum Leidwesen meiner Eltern.

aus: Georg Danzer: Auf und davon, Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1993 – Kapitel 18 (S. 93-104)

Das Hotel Bauer: Das älteste – heute noch betriebene – Hotel von Wien

Das Hotel Bauer ist (wahrscheinlich) das älteste noch betriebene Hotel in Wien. Die Recherchen des Bezirksmuseums ergaben das Jahr 1879, in einer Presseaussendung des Hotel Bauer wird sogar das Jahr 1858 genannt.

Bekannt ist das Hotel – so wie es auch von Georg Danzer beschrieben wird – als Stundenhotel.

Das Hotel Bauer vor dem Abriss noch an der alten Adresse Graumanngasse 5

Machen Sie mit uns eine kleine Zeitreise …

1879

Das Hotel Bauer ist – lt. Recherche in „Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger“ – seit 1879 nachgewiesen und zwar als Hotel garni in Sechshaus, Wienflussgasse 5, mit dem Eigentümer Josef Bauer.

Ein Hotel garni ist ein Hotelbetrieb, der Beherbergung, Frühstück, Getränke und höchstens kleine Speisen anbietet, während der klassische Restaurantbetrieb fehlt. Der Begriff Hotel garni entstammt dem Französischen und bedeutet wörtlich „(mit Mobiliar) ausgestattete Herberge“. Hotels garnis werden meistens privat geführt und haben in der Regel weniger Zimmer als Hotelketten. Hotels Garnis haben in der Regel nachts keine durchgängig geöffnete Rezeption, also keinen Nachtportier.

Zu Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger

Auf der Seite der Wienbibliothek stehen die Wiener Adressbücher von 1859 bis 1942 (der sog. „Lehmann“) online zur Verfügung. In den Einwohnerverzeichnissen erfährt man, wer in welchen Häusern gewohnt hat. Sie beinhalten zwar nur jene Personen, die auch eine Wohnung (oder Haus) besessen haben, aber eben deren exakte Adresse, den Beruf und nicht selten sogar die Firmenadresse.

Die Branchenverzeichnisse liefern einen Spiegel der wirtschaftlichen Dynamik und die historischen Straßenverzeichnisse geben aufregende Einblicke in die Stadtentwicklung. Das heterogene Behördenverzeichnis gibt einen Aufriss der sich verändernden städtischen Infrastruktur.

1890

1890 wird das Hotel Bauer ebenfalls im Lehmann erwähnt, der Besitzer Josef Bauer wird als Gastwirt und k.k Weinschätzmeister beschrieben.

1892

1892 (Eingemeindung der Vororte) ändert sich die Beschreibung in „XIV Sechshaus“

1895

1895 steht bei Wienflussgasse 5 in Klammer bereits Graumanngasse.

Ab 1896 heißt die Adresse dann Graumanngasse 5

1900

Auch Telefonbücher können Geschichten erzählen … Im Lehmann aus dem Jahr 1900 wird Josef Bauer zum letzten Mal erwähnt – mit einem Kreuz neben seinem Namen. In der selben Ausgabe erscheint Marie Bauer (Witwe von Josef Bauer?) als Hotelbesitzerin.

Ebenfalls wird die Adresse bereits mit „XIV“ ohne den Zusatz „Sechshaus“ erwähnt.
(Vor der Bildung des 15. Bezirks Rudolfsheim-Fünfhaus bildeten Rudolfsheim und Sechshaus den 14. und Fünfhaus den 15. Bezirk. Mehr dazu finden Sie hier.)

1902

Bereits 1902 findet sich im Adressbuch Lehmann neben Marie Bauer ein Kreuz …

1904

1904 erscheint erstmals ein Inserat zur Bewerbung des Hotel Bauer. Als Besitzer wird der Hotelier Josef Bauer (Sohn des Gründers Josef Bauer?) genannt.

1908

1908 werden im Inserat „Telephon“ und „elektrisches Licht“ erwähnt, als Besitzer ist weiter Josef Bauer genannt.

1912

1912 wird die Nähe zum Westbahnhof und zur Station Meidling besonders hervorgehoben

1928

16 Jahre später heißt der Besitzer immer noch Josef Bauer. Kleine Änderung bei der Adresse: „beim Sechshauser Gürtel“.

1934, 1935

1934/35 wird das Hotel Bauer im Lehmann ohne BesitzerInnen genannt.

Wenn Sie die Geschichte des Hotel Bauer mit (belegbaren) Infos ergänzen können, freuen wir uns über Ihre Rückmeldung unter office@bm15.at.

1976

1976 findet das Hotel Bauer durch das Lied „Elfi“ von Georg Danzer, Eingang in die Musikwelt. Auch wenn mit dem im Song beschriebene Etablissement eigentlich gar nicht das Hotel Bauer gemeint ist. Aber dazu später mehr.

Elfi, 1976, Musik/Text Georg Danzer

Du bist gschdaundn in der Dunklergossn,
und du host di duat aufreißn lossn.
Du bist glant duat aun da Mauer
beim Hotel Bauer.

Jeden Tog, waun i von der Schui hamgaunga bin
bist duat gschdaundn in an Kladl, des woa blau oder grin
Deine Hoa woan so schen auftupiad,
und immer waun i di gsegn hob, hob i sowos Komisches gschbiad

Elfi, Elfi
i woa dreizehn Joa
du woast anazwanzg und wunderscheh fia mi
und du woasd mei große Liebe, waun a nur in meiner Fantasie

Nochmidog san daun di ersten Männer kuma
und an host immer mit aufs Zimmer gnumma
und i hob ned gewusst, wos do drinnen so rennt.
außer des, wos ma so dazöht ham in da Schui, hinter vorghoidene Händ.

Und du woast so zoat so hülflos und so kla
deine Augn woan so miad wia de Taubn aufn schdaubign Trottoa
aun an haßn Tog im August aun der Wien
waun der Suma riacht noch Kinderfreibod, noch Teer und Benzin.

Elfi, Elfi
i woa dreizehn Joa
du woast anazwanzg und wunderscheh fia mi
und du woasd mei erste Liebe, waun a nur in meiner Fantasie.

„Elfi“ von Georg Danzer

2017

Da das Hotel Bauer inzwischen in die Jahre gekommen war und modernen Standards nicht mehr genügte, beschloss der Eigentümer den Abriss des Gebäudes.

Das alte Hotel Bauer in der Graumanngasse 3-5 wurde abgetragen und wird durch einen Neubau ersetzt.

In der Zwischenzeit übersiedelt das Hotel Bauer schräg gegenüber in das ehemalige Hotel Reither in der Graumanngasse 16, das als Drei-Stern-Hotel klassifiziert ist.

In diesem schönen und modernen Hotel sind alle Zimmer mit Bad/Dusche und WC innerhalb des Hotelzimmers. Trotzdem – so der Hotelier – sollen alle Preise gleich bleiben, auch alle MitarbeiterInnen wurden übernommen.

Laut derzeitigem Eigentümer Herbert Ziehensack wird auch das neue Hotel Bauer eines der preisgünstigsten Hotels in Wien sein.

Das traditionsreiche Hotel Bauer am Übergangsstandort in der Graumanngasse 16
Hier stand das alte Hotel Bauer (Graumanngasse 5) und hier wird das neue Hotel Bauer gebaut (Foto: 2.10.2019)

Weitere interessante Infos zum Hotel Bauer finden Sie in diesem Artikel auf meinbezirk.at

Künstlerische Freiheit …

Wie bereits erwähnt, ist Georg Danzer – bewusst oder unbewusst, lässt sich nun nicht mehr klären – ein kleiner Fehler unterlaufen.

Georg Danzer singt:
Du bist gschdaundn in der Dunklergossn,
und du host di duat aufreißn lossn.
Du bist glant duat aun da Mauer
beim Hotel Bauer.

Wie wir aber nun bereits wissen, befand und befindet sich das Hotel Bauer in der Graumanngasse. Mauer reimt sich halt besser auf Bauer – vielleicht war ja das der Grund für die historische Ungenauigkeit.

Möglich wäre aber auch, dass Georg Danzer etwas verwechselt hat: Denn in der Dunklergasse – durch die er auf seinem Schulweg in die Diefenbachgasse gegangen ist – befand sich ebenfalls ein Hotel – auch dieses ein Stundenhotel.

Der Name dieses Etablissements: Hotel Schwarzinger. Zugegeben – Schwarzinger reimt sich so gar nicht auf Mauer …

Auch zu diesem Hotel haben wir – obwohl es sich im „befreundeten Ausland“ in Meidling befindet – ein wenig recherchiert.

Wie auch schon beim Hotel Bauer erwähnt: sollten Sie weitere Informationen haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht!

Kleine Zeitreise Hotel Schwarzinger, Dunklergasse 37

1917

Die erste Erwähnung im Adressbuch Lehmann findet sich im Jahr 1917. Als Besitzerin wird Josefa Schwarzinger genannt.

1921/22

1921 oder 1922 dürfte Josefa Schwarzinger gestorben sein. Der Eintrag im Lehmann lautet „Josefa Schwarzinger (Erben)“.

1924

Zwei Jahre später wird eine Frau Franziska Hutzler als Besitzerin des Hotel Schwarzinger genannt. Das Etablissement bleibt also in Frauenhand.

1932

1932 wird das Hotel Schwarzinger ohne BesitzerIn, dafür mit Telephon genannt.

1940

Die letzte Erwähnung des Hotel Schwarzinger in Lehmanns Adressbuch findet sich 1940. Hier werden „Theresia Eder und Mitbesitzer“ genannt.

An dieser Ecke in der Dunklergasse lehnte Danzers „Elfi“. Das Hotel Schwarzinger gibt es nicht mehr. (Foto: 2.10.2019)
Hier geht’s von der Dunklergasse weiter in Richtung Rudolfsheim-Fünfhaus (Foto: 2.10.2019)

Ich denke, wir verzeihen Georg Danzer diese kleine Ungenauigkeit „um des Reimes willen“ und erfreuen uns an dem berührenden Lied.

Besonders diese vier Textzeilen sind sehr vielsagend und mit ihnen möchte ich diesen Blogartikel auch schließen:

Und du woast so zoat so hülflos und so kla
deine Augn woan so miad wia de Taubn aufn schdaubign Trottoa
aun an haßn Tog im August aun der Wien
waun der Suma riacht noch Kinderfreibod, noch Teer und Benzin.

Quellen

Presseaussendung zum Hotel Bauer
Wikipedia – Bruno-Kreisky-Park
Wikipedia zu Georg Danzer
Webseite Gymnasium Diefenbachgasse


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