#FAQ15/011 Nach wem ist die Staglgasse benannt?

Was Sie schon immer über Rudolfsheim-Fünfhaus wissen wollten …

Hier erfahren Sie regelmäßig interessante Details aus Vergangenheit & Gegenwart von Rudolfsheim-Fünfhaus, dem 15. Wiener Gemeindebezirk.

Haben Sie auch eine Frage? Dann schreiben Sie uns unter faq15@bm15.at

FAQ 15

FAQ=Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen)


Staglgasse – eine von vier

Die Staglgasse ist gemeinsam mit der Gasgasse, der Rosinagasse und dem Friedrichsplatz eine von vier Gassen, die das Amtshaus des 15. Bezirks begrenzen.

Das Amtshaus – früher Rathaus von Fünfhaus – wurde 1882–1884 von Gustav Matthies und Alois Schumacher im Stil der Neorenaissance erbaut und gehört zu den denkmalgeschützen Objekten von Rudolfsheim-Fünfhaus.

Das Bezirksmuseum befindet sich ebenfalls im Amtshaus, in der Rosinagasse.

Plan Staglgasse
Amtshaus von Rudolfsheim-Fünfhaus in der Gasgasse
Amtshaus von Rudolfsheim-Fünfhaus in der Gasgasse

Der Namensgeber der Gasse

Benannt wurde die Staglgasse am 18. Juli 1894 nach dem Baumeister Michael Stagl (1814–1881), der um 1850 Gemeinderat in Fünfhaus war. Davor hieß die Gasse Braugasse.

Michael Stagl – In Mähren geboren …

Michael Stagl, der 1814 in Mähren geboren wurde, stammte aus kleinbäuerlichen Verhältnissen. Über seine Jugend und Ausbildung ist nahezu nichts bekannt.

… nach Wien zugewandert

Stagl dürfte schon in jungen Jahren in die Reichshauptstadt zugewandert sein, da seine Eheschließung 1842 bereits in Wien stattfand. Einige Jahre später erwarb er die Baumeisterkonzession und machte sich selbständig.

Stagl war in der Folge über mehr als zwanzig Jahre tätig und war insbesondere mit der Errichtung und Planung von Wohnhäusern befasst.

1847 war er – gemeinsam mit anderen Architekten – an der Planung der Kanalisation für Fünfhaus, Sechshaus, Braunhirschen und Rustendorf (Reindorf, Rustendorf und Braunhirschengrund vereinigten sich 1863 zum Vorort Rudolfsheim) beteiligt.

Auch dem beteiligten Architekten Ignaz Stättermayer ist eine Gasse im 15. Bezirk gewidmet.

In Folge einer Aufforderung des Kreisamtes vom 22. April 1847 wurde zur Linderung der durch Arbeitslosigkeit und Theuerung herbeigeführten Bedrängnis der Arbeiterclasse und um derselben Verdienst zuzuwenden, gleichwie in Wien, auch hier zu ausgedehnten Arbeiten geschritten. Zu diesem Zwecke regte man die Canalisation im Bezirke an, und gieng auch sogleich an deren Ausführung. Die Baumeister Ignaz Stättermayer sen., Burger, Stagl, Benedikt, Krehon, Killmann, Friedl und Hutzek theilten sich in die Arbeiten, und die Bauleitung war dem Architekten Herzig unter der Oberaufsicht des k.k. Kreis-Inigenieurs Kammerer übertragen.

Rudolfsheim. Historisch-topographische Darstellung des Ortes nebst einem Rückblicke auf die geschichtliche Entwicklung der vor fünfundzwanzig Jahren zur Ortsgemeinde Rudolfsheim vereinigten Gemeinden Reindorf, Braunhirschen und Rustendorf. Festschrift aus Anlass des vierzigjährigen Regierungs-Jubiläums Sr. k.k. Apostol. Majestät unseres allergnädigsten Kaisers und Herrn Franz Josef I. Nach den besten Quellen bearbeitet von Franz Echsel, Lehrer. Rudolfsheim 1888. Im Verlage der Gemeinde Rudolfsheim.

Gemeinderat von Fünfhaus

Über seine Baumeistertätigkeit hinaus engagierte sich Stagl auch kommunalpolitisch als Gemeinderat von Fünfhaus, das damals noch eine eigenständige Gemeinde war (heute Wien 15). Gegen Ende der 1870er Jahre zog sich Stagl ins Privatleben zurück und verstarb im 67. Lebensjahr in Wien.

Die Familie Stagl

Aus seiner Ehe mit Josepha Rösler (1819–1885) stammten eine Tochter (Wilhelmine, geb. 1843) und zwei Söhne (Josef Stagl 1845–1888, Heinrich Stagl 1852–1931), die gleichfalls Baumeister wurden und die Firma Heinrich & Josef Stagl betrieben.

Familie Stagl wohnte in Fünfhaus (Haus zum Hl. Joseph bzw. Nr. 16, Herklotzgasse 10 (heute Paula Mistinger-Mraz-Hof).

Josef Stagl

Stadtbaumeister Josef Stagl war Besitzer des Hauses Eisenbahnstraße 13 in Rudolfsheim (Conscriptionsnummer 411, früher Rustendorf 104, heute Avedikstraße 13). Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit war er ein Verwandter von Michael Stagl.

Ausschnitt aus einem Plan von Josef Stagl, Fünfhaus 1879

Benedikt Stagl

Ein weiteres Mitglied der Familie Stagl war der Maurermeister Benedikt Stagl, Besitzer der Häuser Nr. 234 in Fünfhaus 234 (Obere Feldgasse, heute Sperrgasse?), auch Hauseigentümer

Weitere Mitglieder der Familie Stagl

  • Benedikt Stagl, Hauseigentümer, Reindorf 52 (Arnsteingasse)
  • Benedikt Stagl, Wirt in Sechshaus 106, Mühlbachgasse, auch Hauseigentümer
  • Benedikt Stagl, Maurermeister in Fünfhaus
  • Ein Johann Stagl ist um 1853 als Essigsieder in Gaudenzdorf 140 (heute Plankengasse) nachgewiesen.

1894: Benennung einer Gasse

Seine Tätigkeit als Gemeinderat würdigend, wurde 1894 eine Gasse im 15. Bezirk nach Michael Stagl benannt.

Stellenwert als Baumeister

Michael Stagl, der von der Mitte des 19. Jahrhunderts an rund dreißig Jahre in Wien tätig war, gehört zu den vielen Baumeistern, die nur eine praktische Ausbildung erhalten hatten und fallweise auch als Planverfasser bei Wohnhäusern auftraten.

Die wenigen dokumentierten Bauten Stagls reflektieren den formalen Kanon der Zeit. Demgemäß ist das Miethaus Wien 7, Kaiserstraße 100 (1861) noch einer sehr zurückhaltenden frühhistoristischen Ausgestaltung verpflichtet, deren Dekor in der Folge zunehmend aufwändiger wird (Miethaus Wien 7, Apollogasse 20, 1874).

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:

1861 Miethaus, Wien 7, Kaiserstraße 100
1868 Miethaus, Wien 5, Sonnenhofgasse 4
1874 Miethaus, Wien 7, Apollogasse 20
1877 Miethaus, Wien 6, Fügergasse 5 (Dekor abgeschlagen

Quellen

architektenlexikon.at
Austria-Forum

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ihnen fehlt etwas? Sie haben weiterführende Informationen?
Dann schreiben Sie doch einfach einen Kommentar. Nützliche Inhalte mit Quellenangabe bauen wir – mit Verweis auf Ihren Kommentar – gerne noch in den Text ein. Alternativ können Sie uns auch ein Mail an office@bm15.at schicken!

Oder wie es Anton Ziegler 1828 (*) so schön ausgedrückt hat:

Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf größere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

Sie möchten die Arbeit des Bezirksmuseums mit einer Spende unterstützen?

€ 10,- spenden
€ 20,- spenden
€ 50,- spenden

Gefällt Ihnen der Artikel? Dann teilen Sie ihn doch mit Ihren FreundInnen!

Schaut mal, ich hab was Interessantes auf WIENfünfzehn gefunden!

Hier unsere neuesten Blogbeiträge zum Reinschmökern 😉

Jeden Montag finden Sie bei uns abwechselnd folgende Rubriken:

„Bild des Monats“
historische Schmankerln aus unserem Sammlungsbestand

„Bezirks(Museums)News & Oldies“
Neuigkeiten aus Gegenwart & Vergangenheit aus dem 15. Bezirk & dem Bezirksmuseum

„History & Crime“
Historische Kriminalfälle auf dem Gebiet des heutigen 15. Bezirks um 1900.

„Zitat des Monats“
Aussagen berühmter Persönlichkeiten (aus dem 15. Bezirk) u.a. zu den Themen „Zeit“, „Geschichte“, „Vergangenheit“, etc.

Jeden Donnerstag erwarten Sie abwechselnd folgende Beiträge:

„FAQ15“ 
„Renovierte“ (refurbde) Beiträge aus der Rubrik „Rubrik „FAQ15“

„Es war einmal“
Spannende Rudolfsheim-Fünfhauser Vorort-Geschichte(n)

Kennen Sie schon unseren Podcast „Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten“?

Seit Februar 2019 berichten wir über interessante Menschen und Themen aus Rudolfsheim-Fünfhaus.

Hören Sie doch mal rein 😉

#040 imgraetzl.at – Unterstützung und Vernetzung Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten

  1. #040 imgraetzl.at – Unterstützung und Vernetzung
  2. #039 Vergangenheit und Zukunft in Rudolfsheim-Fünfhaus
  3. #038 Darf's ein bisserl Crime sein?

Information – Unterstützung – Events

Das Team des Bezirksmuseums Rudolfsheim-Fünfhaus unterstützt Menschen dabei, ihr Wissen über die Geschichte des 15. Bezirks zu erweitern und sich über kulturelle und gesellschaftspolitische Themen zu informieren.

Das Museum nimmt auch seine Aufgabe als Kultur-Drehscheibe des Bezirks wahr und fördert die Begegnung und Vernetzung der BewohnerInnen durch Veranstaltungen und auch durch den Kultur-Podcast „Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten“ .

Der Eintritt ist frei. Alle MitarbeiterInnen sind ehrenamtlich tätig.

Sie möchten regelmäßig über die Aktivitäten des Museums informiert werden? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!

Hier finden Sie unsere aktuellen Veranstaltungen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus
Rosinagasse 4
1150 Wien
Mail: office@bm15.at
Web: www.museum15.at

Öffnungszeiten
Mo: 17.00-19.00
Fr: 15.30-17.30
(an Feiertagen, schulfreien Tagen und im Juli & August geschlossen)

#viellosimmuseum
#WIENfünfzehn
#dasVeranstaltungsmuseum
#mansiehtsichimmuseum

Ein Kommentar zu „#FAQ15/011 Nach wem ist die Staglgasse benannt?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s