đŸ€Œâ€â™‚ïž Die PlattenbrĂŒder auf der Schmelz #Teil 1

Unsere neunteilige Serie „History & Crime in Rudolfsheim (FĂŒnfhaus) Anno dazumal“ – erschienen 2018/19 – von Barbara BĂŒchner fand großen Anklang und gehört zu den meistgelesenen BeitrĂ€gen auf WIENfĂŒnfzehn!

Auf vielfachen Wunsch haben wir uns nun entschlossen, die Serie fortzusetzen. In unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden finden Sie nun weitere Forschungsergebnisse aus „History & Crime in Rudolfsheim“.

Barbara BĂŒchner recherchiert unermĂŒdlich in Archiven, durchforstet dutzende Zeitungsartikel und trĂ€gt fĂŒr Sie die spektakulĂ€rsten FĂ€lle zusammen, die sich auf dem Gebiet des heutigen 15. Bezirks zugetragen haben oder von Personen handeln, die im heutigen Rudolfsheim-FĂŒnfhaus wohnhaft oder beruflich (oder sonst wie) tĂ€tig waren.

Verfolgen Sie nun mit uns Teil 1 der Untaten der PlattenbrĂŒder auf der Schmelz.

History & Crime

SteinwĂŒrfe auf der Schmelz

Zwei MĂ€nner wollten nachts auf dem Heimweg ĂŒber die Schmelz nur kurz am Wegrand Pause machen, da flogen ihnen faustgroße Steine an den Kopf! Ein typischer „Streich“ der PlattenbrĂŒder, die in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts auf der Schmelz ihr Unwesen trieben – und keine „dummen Buben“ waren, sondern gefĂ€hrliche Verbrecher! Sie waren in ganz Wien berĂŒchtigt, aber speziell FĂŒnfhaus mit seinem riesigen ExerziergelĂ€nde war ihre „Zentrale“.

Illustrierte Kronen-Zeitung, 28. August 1908

SteinwĂŒrfe auf der Schmelz

Transkript (Auszug) Illustrierte Kronen-Zeitung, 28. August 1908, Seite 10.

Der 25jĂ€hrige Schuhmachergehilfe Friedrich Odradovsky und sein Arbeitskollege, der 32jĂ€hrige Mathias Nowak, die gemeinsam im 14. Bezirks, Schweglerstraße 12, wohnten, wurden Mittwoch abends auf der Schmelz, wo sie sich wĂ€hrend eines Spaziergangs in der NĂ€he der Reitschule niedergelassen hatten, von SteinwĂŒrfen zweier MĂ€nner getroffen. Beide erlitten am Kopf schwere Verletzungen, insbesondere Odradovsky. Beide wurden von der Rettungsgesellschaft in das Elisabethspital gebracht. Die MĂ€nner, die die Steine geworfen haben, befinden sich bereits in Polizeigewahrsam. (
)

Transkript Ende

Anmerkung: Von 1892-1938 war Rudolfsheim (gemeinsam mit Sechshaus) der 14. Bezirk und FĂŒnfhaus der 15. Bezirk. Mehr dazu finden Sie hier.

Ähnlich schlimm erging es, wie die Illustrierte Kronen-Zeitung am 20. November 1907 berichtet, einem anderen nĂ€chtlichen SpaziergĂ€nger:

Plötzlich seien zwei bis drei Burschen aufgetaucht und hÀtten ihm gebieterisch die Barschaft abverlangt.

Ein Überfall auf der Schmelz

Transkript

Der 29jĂ€hrige Tischlergehilfe Franz Dworak, Hietzing, Draskovichgasse 21 wohnend, kam Montag abends, aus vier Stichwunden heftig blutend, in die Koppstraße. Er hatte Stiche an der Stirn, in der linken Rippengegend, in der NĂ€he der Brustwarze und am Unterleib. Dworak erzĂ€hlte, er sei, auf dem Heimweg begriffen, ĂŒber das Schmelzer Exerzierfeld gegangen. Plötzlich seien zwei bis drei Burschen aufgetaucht und hĂ€tten ihm gebieterisch die Barschaft abverlangt. Als er sich weigerte, das Geld herzugeben, hĂ€tten sie ihn berauben wollen, und als er sich zur Wehr setzte, hĂ€tten sie ihm die Stiche versetzt. Dworak habe um Hilfe gerufen und da seien die Burschen unverrichteter Dinge geflĂŒchtet. Dworak wurde von Ärzten der Filiale Mariahilf der Rettungsgesellschaft verbunden und ins Stephaniespital gebracht.

 Transkript Ende

„Stich eahm d®Augn aus!“

Anderen, die die Wege der PlattenbrĂŒder kreuzten, erging es noch viel schlimmer. Der Hilfsarbeiter Mathias Haut bezahlte beinahe mit seinem Augenlicht dafĂŒr, dass er einer Diebsbande auf dem Schmelzer Friedhof nachspionierte. Er hatte ihren besonderen Zorn auf sich gezogen, da er sie schon einmal bei der Polizei angezeigt hatte. Nun rĂ€chten sie sich.

Die Rache der Diebe. Gebunden und geknebelt.

Transkript Illustrierte Kronen-Zeitung, 11. MĂ€rz 1907

Mehrere Passanten hörten gestern gegen sieben Uhr abends Hilferufe, die aus dem Schmelzer Friedhofe zu kommen schienen. Sie verstĂ€ndigten sofort die Polizeiwachstube auf der Schmelz und mehrere Wachleute durchsuchten den Friedhof. Sie fanden in einer GrĂ€berreihe, ungefĂ€hr fĂŒnfzig Schritte von der Umfassungsmauer gegen die Schmelz entfernt, einen jungen Burschen liegen, dessen HĂ€nde und FĂŒĂŸe mit RebschnĂŒren gefesselt waren. Er trug nur Hemd und Unterhose; seine Kleider lagen unweit der Stelle, wo er gefunden worden war. Der Bursche war bewusstlos und wies an der Stirn eine Stichwunde auf. Neben seinem Kopf lag ein zusammengeballtes Taschentuch, das augenscheinlich als Knebel gedient hatte. Der Bewusstlose wurde, in das Sophienspital gebracht, wo er gegen halb 8 Uhr nachts das Bewusstsein wiedererlangte und folgende Angaben machte:

 â€žStich eahm d‘ Augen aus!“

Er ist der 21jĂ€hrige Hilfsarbeiter Mathias Haut, Hernals, Frauengasse 9 wohnhaft. Gestern nachmittags beobachtete er einige Burschen, die einer Diebsbande angehören sollen, wie sie ĂŒber die Mauer des Schmelzer Friedhofes stiegen. Da Haut vermutete, dass sie eventuell Diebsbeute auf dem Friedhof verstecken wollten, schlich er ihnen nach und dabei wurde er ertappt und die Burschen, denen er bereits einmal die Polizei auf den Hals gehetzt hatte, beschlossen, sich zu rĂ€chen. Sie entkleideten Haut, fesselten ihn an HĂ€nden und FĂŒĂŸen und steckten ihm, damit er nicht schreien könne, sein Taschentuch als Knebel in den Mund. Die AttentĂ€ter nahmen ihm dann noch 1 Krone 20 Heller weg und einer von ihnen tauschte seinen alten grĂŒnen PlĂŒschhut gegen den neuen schwarzen steifen Hut Haut’s aus. Schon wollten sie sich entfernen, da rief einer: „Stich eahm d‘ Augen aus!“ Und wirklich drehte sich einer der Bande um, ging mit offenem Messer auf den wehrlos auf dem Boden liegenden Haut zu und begann Stiche gegen seine Augen zu fĂŒhren. Haut wĂ€lzte sich so, dass er auf den Bauch zu liegen kam und das Gesicht in das Erdreich presste. Nur ein Stich traf ihn an der Stirne, aber seine Wangen wiesen mehrere Schnittwunden auf. Die Gauner entfernten sich. Nach lĂ€ngerem BemĂŒhen gelang es Haut endlich, den Knebel aus dem Munde zu bringen und Hilferufe auszustoßen, worauf seine Auffindung erfolgte. Die Ausforschung der TĂ€ter, die Haut ziemlich genau beschrieben hat, wurde eingeleitet.

Transkript Ende

Eingang zum Schmelzer Friedhof um 1900

Der Schmelzer Friedhof

Der Schmelzer Friedhof (15, MĂ€rzpark) war einer der fĂŒnf Kommunalfriedhöfe, die 1784 von Josef II. vor dem Linienwall eingerichtet wurden.

Er  wurde nach dem Ersten Weltkrieg aufgelassen und in den „MĂ€rzpark“ umgewandelt.

Die Benennung erfolgte 1928 in Erinnerung daran, dass auf dem Friedhof die 35 Gefallenen des 13. MĂ€rz 1848, die so genannten „MĂ€rzgefallenen“, bestattet gewesen waren.

Auf einem Teil des ehemaligen Schmelzer Friedhofs steht heute die Stadthalle.

Erinnerungen an den Schmelzer Friedhof von Alfons Petzold

So hatte Alfons Petzold diesen alten Friedhof in Erinnerung:“ Ich hatte tĂ€glich einen weiten Weg zur Schule zu gehen, der ĂŒber das ausgedehnte Schmelzer Exerzierfeld an der RĂŒckseite des Altwiener Friedhofs vorbeifĂŒhrte, dessen frĂŒhere Gepflegtheit in eine wahre Urwaldwildnis ĂŒbergegangen war und der einen Tummelplatz fĂŒr die umwohnende Jugend abgab, wie man ihn herrlicher nicht trĂ€umen konnte.“

Die „Urwaldwildnis“ des Schmelzer Friedhofs um 1900

„Ein wahres Sodom und Gomorrha!“

„Was mĂŒssenÂŽs auch bei Nacht ĂŒber die Schmelz gehen!“, werden sich manche LeserInnen dieser Artikels gedacht haben, denn der Ruf des großen GelĂ€ndes – frĂŒher wurde die gesamte Gegend zwischen Thaliastraße, Wiener GĂŒrtel und Westbahntrasse als der Schmelz zugehörig empfunden, wie noch heute der Name der die Westbahn querenden SchmelzbrĂŒcke im SĂŒden bezeugt – war damals ein durchaus zwiespĂ€ltiger.

Die Schmelz war ursprĂŒnglich eine unverbaute, hochgelegene, große Acker- beziehungsweise WiesenflĂ€che westlich der Stadt. Die erste urkundliche ErwĂ€hnung des Gebietes fand um das Jahr 1309 als „Smeltz im Preitensewer aigen“ statt (bis zur Zweiten Wiener TĂŒrkenbelagerung 1683 fand sich auf der Schmelz ein Schmelzhaus).

Im Jahre 1847 wurde ein Teil des Areals als Parade- und Exerzierplatz eingerichtet. Der Paradeplatz auf der Schmelz bestand bis zum Ende des Kaiserreiches im Jahr 1918.

In den Jahren 1894 bis 1896 wurde am nördlichen Rand die heute noch bestehende Graf-Radetzky-Kaserne errichtet.

Im Jahre 1911 wurden die sĂŒdlichen und östlichen Teile der Schmelz zur Verbauung freigegeben.

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war das Gebiet fast zur GÀnze von SchrebergÀrten, Sportanlagen und auch WohnhÀusern bedeckt.

Am westlichen Rand des vormaligen Exerzierplatzes wurde ab 1919 die Siedlungs- und Wohnhausanlage Schmelz errichtet, einer der ersten Gemeindebauten Wiens.  
(Quelle: Wikipedia)

Ein Teil der Schmelz wurde bis Anfang des 20. Jhdts. als Exerzierplatz fĂŒr die kaiserlichen Truppen genutzt

Wie es damals auf der Schmelz aussah, schildert Alfons Petzold in seinen Jugenderinnerungen.

Alfons Petzold, „Das rauhe Leben“

Auf die Vorstellungen des Vaters hin erlaubte mir nun die Mutter das Spielen mit anderen Kindern auf den ausgedehnten Feldern, welche dem jetzt schon fast verbauten Schmelzer Exerzierplatz vorlagerten. O welch zahlreiche Freuden sind aus diesem Grasboden in meine Adern geströmt! Welch unerhörte BeglĂŒckung erfĂŒllte hier manchmal mein kleines Bubenherz! Was geschah nicht alles auf dieser fĂŒr das Kinderherz so unendlichen Heide, die an den TĂŒrschwellen der HĂ€userzeile begann, in der wir wohnten, und wie eine MeeresflĂ€che gegen die fernen Wienerwaldberge anwogte; mit Baumgruppen und phantastischem Schanzwerk als Inseln, durchzogen von geheimnisvollen GrĂ€ben, in denen seltsames Unkraut wucherte und in ĂŒppiger FĂŒlle Eidechsen, Kröten, Frösche, weiter draußen sogar FeldmĂ€use und Wildhasen hausten. Diese Heide war fĂŒr uns Kinder die unermeßliche PrĂ€rie, die gelbe WĂŒste Afrikas, der Tummelplatz asiatischer Völker und, wenn der Regen ĂŒber sie hinspĂŒlte, die Gefahren aller Art gebĂ€rende See. Auf ihrer Einsamkeit grĂŒndeten wir die Republik der Kindheit, dichteten wir im Spiele die Cooper- und Hoffmannschen Wildwestgeschichten in glĂ€ubigst hingenommene Wirklichkeit um. Alle Gestalten unserer MĂ€rchen bevölkerten ihre ErdhĂŒgel, BĂ€ume und GrĂ€ben. Zelte erstanden auf ihrem Boden und verbargen abenteuerlĂŒsterne Buben, die wĂŒrdevoll als rote oder germanische Helden Kartoffelkraut und getrockneten Huflattich rauchten.

Auszug Ende

Im Sommer spielten dort die Kinder, trafen sich die jungen Leute zum Stelldichein, und die Älteren tarockierten auf Tischen.

FĂŒr die armen Leute der Umgebung war die „GÂŽstettn“ ein Erholungsort: Im Sommer spielten dort die Kinder, trafen sich die jungen Leute zum Stelldichein, und die Älteren tarockierten auf Tischen, die aus Ziegeln erbaut und mit Wachstuch bedeckt waren.

Das gesamte Areal verwandelte sich bei schönem Wetter in ein riesiges Gasthaus, tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt von den Bier- und BranntweinschĂ€nken, die sich in sehr bescheidenen Lokalen ringsum etabliert hatten.

„Sank sanfter FrĂŒhlings-, wohltĂ€tiger Sommer-, schöner Herbstabend, konnte man auf der Schmelz oft die wehmĂŒtigen KlĂ€nge der Mundharmoniken vernehmen, die dunkle, nicht deutlich auszunehmende Gestalten bliesen. GlĂŒhende Zigaretten punktierten die Gruppen, bis die Nacht kam.“

Aber das war nur die eine Seite.

„War’s Neumond ohne Stern, floh alles rechtzeitig, denn dann regierten auf der unbeleuchteten Schmelz die „Platten“. Die fĂŒrchterlichen Verbrecherbanden aus den umliegenden Bezirken. Sie haben die Schmelz zu einem wahren Sodom und Gomorrha gemacht. Nie hat sich ein Wachmann allein zur Nachtzeit auf die Schmelz wagen können, nur in Patrouillen gingen sie.“

(Quelle: Weyr Siegfried: Von Lampelbrunn bis Hohenwarth. Durch Wiener VorstÀdte und Vororte, o. J., zitiert nach Maderthaner/Musner: Die Anarchie der Vorstadt. Das andere Wien um 1900, S. 149f., Campus Verlag, Frankfurt 1999)

Treffpunkt der PlattenbrĂŒder

Auch der bereits stark verwilderte Schmelzer Friedhof war ein beliebtes Versteck, sowohl fĂŒr die Beute als auch fĂŒr die TĂ€ter.

Die Schmelz war die zentrale Treff- und KampfstĂ€tte der „PlattenbrĂŒder“. Das Wort „Platte“ kommt von platt: „vertraut, sicher, gaunerisch“, von jidd. polat „entwischen, entkommen“, polit „FlĂŒchtling“, daraus auch platte Leute „Gauner“, Platte „Bande“

Quelle: https://www.wikizero.com/de/Rotwelsch

Laut Meyers Konversationslexikon ist die Platte (v. hebr. polat, »entwischen, entrinnen«), in der Gaunersprache ein Ort, wohin man sich flĂŒchten kann, wo man sicher ist, sodann organisierte Banden, deren Genossen sich zu einem gemeinsamen, verbrecherischen Handeln zusammenfinden.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 27.

Auf dem weitlĂ€ufigen GelĂ€nde der Schmelz also trieben die Unruhestifter, RevolutionĂ€re, „Strizzis“, „PĂŒlcher“ und PlattenbrĂŒder (zu denen auch Platten-Schwestern gehörten) ihr Unwesen, dort trugen die Straßenkinder- und Jugendbanden ihre Auseinandersetzungen aus, die nicht selten zu regelrechten Bandenkriegen ausarten.

Die Platten wurden zum Zentrum von Schutzgelderpressung, Diebstahl, Falschspielerei, ZuhÀlterei und Prostitution.

Ihre Namen leiteten sich in der Regel von den AnfĂŒhrern der Platte ab – etwa die „G’stutzte-Mirzl-Platte“ (nach der kurzhaarigen Hehlerin Marie Herold) oder die „Marzelli-Platte“ – oder von sozialen Kriterien wie bei der „Capskutscher-Platte“ oder nach PlĂ€tzen wie bei der „Richard-Wagner-Platte“ aus Neulerchenfeld.

Als Zuflucht dienten ihnen hĂ€ufig Obdachlosenasyle, wo die Polizei keine Hausdurchsuchungen vornehmen durfte, oder auch die weitverzweigten KanalschĂ€chte des unterirdischen Wien, wo sie sich durch ihre ĂŒberlegene Kenntnis des finsteren Labyrinths  der polizeilichen Verfolgung leicht entziehen konnten.

Auch der bereits stark verwilderte Schmelzer Friedhof war ein beliebtes Versteck, sowohl fĂŒr die Beute als auch fĂŒr die TĂ€ter.

Zwei von der „G®stutzten-Mirzl-Platte“ vor Gericht, Bild: Illustrierte Kronen-Zeitung, 16. Mai 1905.

Diesen Platten gehörten nicht nur MÀnner und Burschen aus den umliegenden Armenvierteln an, sondern auch MÀdchen, oft erst elf bis sechzehn Jahre alt, die von der Prostitution und vom Diebstahl lebten und gemeinsam mit ihren mÀnnlichen GefÀhrten vor allem die Gastwirte terrorisierten.

1907 berichtet der Rechtsanwalt Max Pollak, Verteidiger der „Scherzer-Platte“ aus Hernals, in einem Monsterprozess ĂŒber die Kunden seiner elf- bis 16-jĂ€hrigen Mandantinnen, sie seien Kellner, BĂ€ckermeister, DelikatessenhĂ€ndler, Maler und Ärzte.

Diese jugendlichen „Platten“ hat auch Petzold noch in unheimlicher Erinnerung:

Wurden auf der unermesslichen Großsteppe der Schmelz die ewigen Blutfehden der FĂŒnfhĂ€usler gegen die Lerchenfelder ausgefochten, so verbanden sie sich zum gemeinsamen Kampf gegen die wilden Urbewohner dieser Uferwildnis. Das waren verwahrloste junge Taugenichtse, die hier hausten und Jagd auf uns besser gekleidete Buben machten. Wehe, wenn sie einen von uns fingen. Sie nahmen ihm alles, was er auf dem Leibe trug, und fĂŒhrten die grĂ¶ĂŸten Scheußlichkeiten mit ihm aus.

Wer waren die „PlattenbrĂŒder“?

Wie die „Illustrierte Kronen-Zeitung“ am 19. Mai 1905 anlĂ€sslich eines Diebstahls- und Hehlereiprozesses gegen die „GÂŽstutzte-Mirzl-Platte“ berichtete, erschienen als Angeklagte zumeist Vorbestrafte aus der Unterschicht, Hilfsarbeiter oder Arbeiter in kleinen Gewerbebetrieben:

Transkript (Auszug)

„
der BĂ€ckergehilfe Adolf Zavazal, der Hilfsarbeiter Josef Kolar, der Hilfsarbeiter Alois Skokan, der Kammmacher Rudolf König, der Agent Julius Hitzky, der Hilfsarbeiter Josef Siegl, der Kutscher Karl Mahr, der Metallschleifer Donat Moosbauer, der Silberschmied Oskar Blechner, die Hilfsarbeiterin Marie Herold und der Agent Adolf Weiß. SĂ€mtliche Angeklagte bis auf Oskar Blechner sind vorbestraft. Die Anklage lautet gegen die neun zuerst genannten Angeklagten auf Diebstahl, gegen Marie Herold und Adolf Weiß auf Diebstahlsteilnehmung (Hehlerei, Anm.d.Red.) Josef Kolar hat sich ĂŒberdies wegen Erpressung zu verantworten, weil er vor seiner Verhaftung dem Adolf Illichmann, der ihn festnehmen wollte, zurief: „Du willst mich arretieren lassen? Wie du ein Wort sprichst, mach ich dich kalt, mir liegt nichts an 7 Jahren!“ und dabei ein Messer schwang.“

Transkript Ende

Es waren zuweilen auch schwer gestörte Menschen wie der BandenfĂŒhrer Johann Marzelli, bei dem sich schon als Kind der spĂ€ter ausbrechende Wahnsinn andeutete (als Strafgefangener in Göllersdorf fiel er schließlich in einem wahren Blutrausch ĂŒber Mitgefangene her und verletzte drei davon schwer).

Transkript: Illustrierte Kronen-Zeitung,  4. September 1906

Der 19jĂ€hrige Pflasterergehilfe Johann Marzelli war ein berĂŒchtigter Plattenbruder und in Ottakring und Umgebung ebenso bekannt als gefĂŒrchtet. Er kam am 20. MĂ€rz d. I. zu einem Ringelspiel- und Schaukelbesitzer auf der Schmelz und gab aus einem Revolver mehrere scharfe SchĂŒsse ab. Bei der Polizei meinte er gleichgĂŒltig, er habe geschossen, »weil es ihm Freude machte.“

Bald danach, am 10. April, erschien er im Gasthaus „zur WindmĂŒhle“ in der Gablenzgassc und bestellte Wein. Da ihm wegen seiner bekannten GemeingefĂ€hrlickeit das Lokal verboten war, verweigerte der Zahlkellner Pitzelsberger die Verabreichung dos GetrĂ€nkes.  Marzelli geriet darob in heftigen Zorn, zog einen Dolch aus der Tasche und lief damit drohend im Lokal herum. Entsetzt flĂŒchteten die GĂ€ste auf die Straße. Da erschien der Gastwirt Huber mit einem Weinschlauch bewaffnet. Mit den Worten: „Den muß i niederstechen!“ stĂŒrzt« Marzelli mit gezĂŒcktem Dolche auf Huber los, wurde aber von einigen MĂ€nnern zurĂŒckgerissen und der Polizei ĂŒbergeben. Aus dem Strafprotokoll ging hervor, dass Marzelli schon als zwölfjĂ€hriger Junge einen Burschen durch Messerstiche in den Bauch verletzt hatte; einmal brachte er sich selbst im Grimm darĂŒber, dass seine Mutter ihm ein paar Kreuzer verweigerte, mit einem Messer Kopfwunden bei.

Transkript Ende

Im Jahr 1912 schrieb der Autor Hans W. Gruhle in einem – allerdings sehr zeitgebundenen – Beitrag zur Kriminalpsychologie ĂŒber die Entstehung dieser Platten:

Quelle: Hans w. Gruhle, „Die Ursachen der Jugendlichen Verwahrlosung und KriminalitĂ€t“, Studien zur Frage: Milieu oder Anlage, Abhandlungen aus dem Gesamtgebiet der Kriminalpsychologie.

Den sozialen Hintergrund dieser weitrÀumigen Verwahrlosung hat Gruhl nicht im Blick.

Man muss bedenken, dass sich zwischen 1870 und 1900, also innerhalb von 30 Jahren, die Wiener Bevölkerung verdoppelt hatte, vornehmlich durch den Zuzug armer Leute aus Böhmen und MÀhren.

1910 beherbergte die Stadt ĂŒber zwei Millionen (gemeldete) Einwohner, von denen 65 Prozent „fremdbĂŒrtig“ waren.

Sie wohnten in „Zinskasernen“ in sogenannten „Substandard-Wohnungen“: „Zimma-Kuchl-Kabinett“, Wasser von der Bassena, Gemeinschaftsklosett am Gang.

In einem ausfĂŒhrlichen Artikel berichtet die „Montags-Post“ vom 13. November 1911 ĂŒber die ZustĂ€nde in diesen Wohnungen.

Transkript: Morgen-Post vom 13. November 1911:

So ist z.B. in der Absberggasse 7 ein Kabinett, welches von einem Manne und zwei Kindern im Alter von 7 und 11 Jahren bewohnt ist. In diesem Kabinett (4 Meter mal 2,5 m) befindet sich ein Bett, ein Tisch, ein Koffer und ein eiserner Sparherd als Einrichtung; der ĂŒbrige Raum ist mit verschiedenen AbfĂ€llen, die auf dem in der NĂ€he liegenden Ablagerungsplatz der Kommune gesammelt werden, ausgefĂŒllt. Mietzins 20 Kronen monatlich.

Im selben Haus hat ein Mann mit Frau und drei Kindern im Alter von 3 bis 10 Jahren ein mĂ€ĂŸig großes Kabinett inne, fĂŒr das monatlich 14,60 Kronen bezahlt werden mĂŒssen. Die gesamte Einrichtung besteht aus einem durchlöcherten Strohsack und einer Kiste, die als Tisch dient; anstelle eines Ofens wird ein Lavoir (WaschschĂŒssel, Anm. de. Red) mit Holzkohlen verwendet. Die Wohnung ist in Ă€ußerst unreinem Zustande.

Kennzeichnend ist, dass die Wohnungszinse solcher Wohnung durchwegs erhöht worden sind und zwar nicht selten bis zu 25 Prozent des vorjÀhrigen Mietzinses.

Transkript Ende

Zimmer – KĂŒche – Kabinett

Bis zu 20 Menschen lebten miteinander auf zwei Zimmern und KĂŒche. In solchen UnterkĂŒnften wohnten viele, die sich keine Hauptmiete leisten konnten, zur Untermiete.

Bettgeher

Tief unter den „Zimmerherren“, die wenigstens ein Kabinett ihr Eigen nannten, standen die „Bettgeher.“

Sie mieteten nur das Recht, in einem Bett zu schlafen, wobei Schichtarbeiter einander oft sogar im selben Bett abwechselten, der eine bei Tag, der andere bei Nacht.

Es kam nicht selten vor, dass drei Personen in einem Bett schliefen, zuweilen 30 Schlafgelegenheiten in ein Zimmer gezwĂ€ngt wurden und ĂŒberhaupt jeder freier Platz in KĂŒchen, Dachböden, hinter HolzverschlĂ€gen und zwischen angesammeltem GerĂŒmpel stundenweise „vermietet“ wurde, um das karge Haushaltsgeld aufzubessern.

Wer kein Dach ĂŒber dem Kopf hatte, nĂ€chtigte vor dem Ringofen der Ziegelfabriken auf dem Wienerberg oder in der „Schmittn“ im Wienkanal, gleich außerhalb des Stadtparks – einer alten Schmiede, die wĂ€hrend des Stadtbahnbaus eingerichtet worden war.

Die AllerÀrmsten rudelten sich in verborgenen Winkeln in den KanÀlen zusammen, immer in Gefahr, bei plötzlich steigendem Wasser ertrÀnkt zu werden.

Kein Wunder, dass vielen jedes Mittel recht war, um diesem Elend zu entfliehen.

„Im offensichtlichen Bestreben, dem Druck schlecht bezahlter Lohnarbeit zu entgehen, versuchten sie, ein ĂŒber die Existenzsicherung hinausgehendes Auskommen durch KleinkriminalitĂ€t und vor allem ZuhĂ€lterei zu sichern und einen bĂŒrgerlichen Lebensstil zu kopieren, was den typischen Strizzis und PĂŒlchern nicht selten zu einer Karikatur der Insignien eines ersehnten Luxuslebens geriet (goldene Uhr und Kette, protzige Brillantringe, aufwendiges und exzessives Konsumverhalten.“

(aus:  Die Anarchie der Vorstadt: das andere Wien um 1900 von Wolfgang Maderthaner, Lutz Musner)

Die Anarchie der Vorstadt: das andere Wien um 1900 von Wolfgang Maderthaner, Lutz Musner, noch erhĂ€ltlich bei „Weltbild“ und im „Falter-Shop“
meine meinung

Wann immer man sich versucht fĂŒhlt, ĂŒber die ausufernde KriminalitĂ€t der heutigen Zeit, die Verrohung von Kindern und Jugendlichen, die aggressiven Jugendbanden, die organisierte KriminalitĂ€t, das „GÂŽsindl“ ganz allgemein zu schimpfen und dergleichen als typisch fĂŒr das beginnende 21. Jahrhundert zu verstehen, sollte man einen Blick zurĂŒck in die „gute alte Zeit“ der Jahrhundertwende tun 


VerfĂŒgen Sie ĂŒber weitere Informationen zu den PlattenbrĂŒdern auf der Schmelz? Dann freuen wir uns, wenn Sie uns diese zukommen lassen! Kontakt: office@bm15.at

Video zum Beitrag

PlattenbrĂŒder auf der Schmelz Teil 1

Quellen:

  • ANNO
  • Wien Geschichte Wiki
  • Wikipedia
  • Alfons Petzold, „Das rauhe Leben“
  • „Polizeifiles“, Polizeigeschichte des BM fĂŒr Inneres.
  • Hans W. Gruhle, „Die Ursachen der Jugendlichen Verwahrlosung und KriminalitĂ€t“, Studien zur Frage: Milieu oder Anlage, Abhandlungen aus dem Gesamtgebiet der Kriminalpsychologie.
  • Weyr Siegfried: Von Lampelbrunn bis Hohenwarth. Durch Wiener VorstĂ€dte und Vororte, o. J., zitiert nach Maderthaner/Musner: Die Anarchie der Vorstadt. Das andere Wien um 1900
  • Die Anarchie der Vorstadt: das andere Wien um 1900, von Wolfgang Maderthaner, Lutz Musner, S. 149f., Campus Verlag, Frankfurt 1999. Noch erhĂ€ltlich bei „Weltbild“ und im „Falter-Shop“.

Ende Teil 1. Teil 2 lesen Sie am 15.9.2019 hier auf WIENfĂŒnfzehn.

Abonnieren Sie unseren Blog und versÀumen Sie keinen Artikel mehr!


Hier finden Sie alle Artikel unserer Serie „History & Crime in Rudolfsheim“

Teil 1: Die Verhaftung des Einbrecherkönigs Johann Breitwieser (1918)
Teil 2: Die HyĂ€ne der Armen – Der Kinder-BetrĂŒger Georg Prödinger (1905)
Teil 3: Von einer Greisin erstochen – Das Ende des „Revolvergustl“ (1928)
Teil 4: Der Gattinnenmörder Anton Karner – Eifersucht in der Enge der Proletarierwohnung (1913)
Teil 5: MotorfĂŒhrer Johann PrĂŒgl als DienstmĂ€dchenmörder (1905)
Teil 6: Der Raubmörder und der tapfere Wirt (1920)
Teil 7: „Noch 48 Stunden, dann hol ich ihn mir, den Hager“ (1911)
Teil 8: Eine Greisin im Schlaf abgeschlachtet: Der Raubmörder Anton Senekl (1902)
Teil 9: Raubmord an einem Kind – Der Fall Rudolf Kremser (1914)

Sie haben noch nicht genug von „History & Crime in Rudolfsheim“?
In unserer BroschĂŒre „Blut im Beisl. Historische KriminalfĂ€lle in GasthĂ€usern des 15. Bezirks um 1900“ können Sie weiterschmökern.


Liebe Leserin, lieber Leser!

Ihnen fehlt etwas? Sie haben weiterfĂŒhrende Informationen?
Dann schreiben Sie doch einfach einen Kommentar. NĂŒtzliche Inhalte mit Quellenangabe bauen wir – mit Verweis auf Ihren Kommentar – gerne noch in den Text ein. Alternativ können Sie uns auch ein Mail an office@bm15.at schicken!

Oder wie es Anton Ziegler 1828 (*) so schön ausgedrĂŒckt hat:

Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf grĂ¶ĂŸere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nÀchste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

Sie möchten die Arbeit des Bezirksmuseums mit einer Spende unterstĂŒtzen?

€ 10,- spenden
€ 20,- spenden
€ 50,- spenden

GefÀllt Ihnen der Artikel? Dann teilen Sie ihn doch mit Ihren FreundInnen!

Schau mal! Ich hab was Interessantes auf WIENfĂŒnfzehn entdeckt!

Hier unsere neuesten BlogbeitrĂ€ge zum Reinschmökern 😉

Jeden Montag finden Sie bei uns abwechselnd folgende Rubriken:

„Bild des Monats“
historische Schmankerln aus unserem Sammlungsbestand

„Bezirks(Museums)News & Oldies“
Neuigkeiten aus Gegenwart & Vergangenheit aus dem 15. Bezirk & dem Bezirksmuseum

„History & Crime“
Historische KriminalfÀlle auf dem Gebiet des heutigen 15. Bezirks um 1900.

„Zitat des Monats“
Aussagen berĂŒhmter Persönlichkeiten (aus dem 15. Bezirk) u.a. zu den Themen „Zeit“, „Geschichte“, „Vergangenheit“, etc.

Jeden Donnerstag erwarten Sie abwechselnd folgende BeitrÀge:

„FAQ15“ 
„Renovierte“ (refurbde) BeitrĂ€ge aus der Rubrik „Rubrik â€žFAQ15“

„Es war einmal“
Spannende Rudolfsheim-FĂŒnfhauser Vorort-Geschichte(n)

Kennen Sie schon unseren Podcast „FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten“?

Seit Februar 2019 berichten wir ĂŒber interessante Menschen und Themen aus Rudolfsheim-FĂŒnfhaus.

Hören Sie doch mal rein 😉

#040 imgraetzl.at – UnterstĂŒtzung und Vernetzung FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten

  1. #040 imgraetzl.at – UnterstĂŒtzung und Vernetzung
  2. #039 Vergangenheit und Zukunft in Rudolfsheim-FĂŒnfhaus
  3. #038 Darf's ein bisserl Crime sein?

Information – UnterstĂŒtzung – Events

Das Team des Bezirksmuseums Rudolfsheim-FĂŒnfhaus unterstĂŒtzt Menschen dabei, ihr Wissen ĂŒber die Geschichte des 15. Bezirks zu erweitern und sich ĂŒber kulturelle und gesellschaftspolitische Themen zu informieren.

Das Museum nimmt auch seine Aufgabe als Kultur-Drehscheibe des Bezirks wahr und fördert die Begegnung und Vernetzung der BewohnerInnen durch Veranstaltungen und auch durch den Kultur-Podcast „FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten“ .

Der Eintritt ist frei. Alle MitarbeiterInnen sind ehrenamtlich tĂ€tig.

Sie möchten regelmĂ€ĂŸig ĂŒber die AktivitĂ€ten des Museums informiert werden? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!

Hier finden Sie unsere aktuellen Veranstaltungen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂŒnfhaus
Rosinagasse 4
1150 Wien
Mail: office@bm15.at
Web: www.museum15.at

Öffnungszeiten
Mo: 17.00-19.00
Fr: 15.30-17.30
(an Feiertagen, schulfreien Tagen und im Juli & August geschlossen)

#viellosimmuseum
#WIENfĂŒnfzehn
#dasVeranstaltungsmuseum
#mansiehtsichimmuseum

5 Kommentare zu „đŸ€Œâ€â™‚ïž Die PlattenbrĂŒder auf der Schmelz #Teil 1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s