đŸ’ƒđŸ»đŸ•șđŸ» Zum „FĂŒnf Kreuzer Tanz“ in die StefaniesĂ€le

Unser Bild des Monats zeigt diesmal „Kochmanns StefaniesĂ€le“ (Ecke HĂŒtteldorfer Straße 73-75 / Huglgasse 15), ein Veranstaltungsort, der von 1889-1955 bestand.

Im Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂŒnfhaus können Sie ein GemĂ€lde von Hermann Klingsbögl betrachten, der die StefaniesĂ€le um 1930 festgehalten hat.

Bild des Monats
Kochmanns StefaniesÀle, GemÀlde von Hermann Klingsbögl (*1874, Wien-1943, Schwarzach)

1889 – Markthalle und Gasthaus

Inmitten eines landwirtschaftlich genutzten Gebiets rund um die HĂŒtteldorferstraße wurde 1889 eine Markthalle mit anschließendem Gasthaus erbaut.

Dieses musste wegen UnrentabilitÀt geschlossen werden.

SpĂ€ter entstand dort ein Tanzsaal. Dieser erfreute sich bald großer Beliebtheit. GrĂŒnde waren die NĂ€he der Breitenseer Kaserne und der dort stationierten Dragoner und Bosniaken.

Als Dragoner bezeichnete man ursprĂŒnglich berittene Infanterie, die ihre Pferde primĂ€r zum Transport, nicht aber fĂŒr den Kampf verwendete.

Wikipedia

Bosniaken sind eine sĂŒdslawische Ethnie mit etwa drei Millionen Angehörigen, die primĂ€r in Bosnien und Herzegowina, aber auch in Serbien, Montenegro und dem Kosovo leben.

Wikipedia

In diesem Tanzsaal fanden auch die beliebten FĂŒnfkreuzertĂ€nze statt.

Der FĂŒnfkreuzertanz war ein billiges VergnĂŒgen in den WirtshĂ€usern der Wiener VorstĂ€dte und besonders im Prater.

Dabei zahlte man pro Person (bzw. pro Paar) fĂŒr jeden Tanz 5 Kreuzer.

Zum Vergleich: um 1880 kostete eine Semmel 10 Kreuzer.

Meist waren Soldaten und DienstmĂ€dchen aus den LĂ€ndern der Österreichisch-Ungarischen Monarchie die GĂ€ste.

Der FĂŒnfkreuzertanz soll Anfang des 19. Jahrhunderts im Lokal „Böhmische Redoute“ vor der Taborlinie entstanden sein, dessen Saal man nur ĂŒber Leitern erreichen konnte.

Von den TĂ€nzern (meist Soldaten und MĂ€gden) wurde anfangs keine EintrittsgebĂŒhr verlangt, wohl aber fĂŒr jeden Tanz ein Betrag von fĂŒnf Kreuzern eingehoben. SpĂ€ter zahlten MĂ€nner fĂŒnf Kreuzer und Frauen hatten freien Eintritt.

Diese Art der Belustigung erfreute sich in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts großen Zuspruchs.

Das Lokal wurde nach dem Ersten Weltkrieg vergrĂ¶ĂŸert und war dann unter dem Namen „Kochmanns StefaniesĂ€le“ bekannt und war bald in ganz Wien bekannt.

Anton Kochmanns StefaniesÀle, 1919
Feier eines 25-jÀhrigen DienstjubliÀums in Kochmanns StefaniesÀlen

In „Kochmanns StefaniesĂ€len“ befand sich auch das Vereinsheim des 1899 im heutigen 15. Bezirk gegrĂŒndeten SC Rapid.

Kochmanns StefaniesÀle wie sie einige von Ihnen vielleicht noch kennen

Neben Tanzveranstaltungen gab es Vereinsfeste, Theatervorstellungen, VortrĂ€ge sowie sportliche WettkĂ€mpfe und politische Versammlungen.  

Kinderfaschingsfest in Kochmanns StefaniesÀlen, 1928

In „Kochmanns StefaniesĂ€len“ befand sich auch das Vereinsheim des 1899 im heutigen 15. Bezirk gegrĂŒndeten SC Rapid.

1955 wurden die StefaniesĂ€le geschlossen.  


Literatur & Quellen

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2 Kommentare zu „đŸ’ƒđŸ»đŸ•șđŸ» Zum „FĂŒnf Kreuzer Tanz“ in die StefaniesĂ€le

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