🏛 Bezirksmuseen in Wien – Geschichte und Gegenwart

23 + 5 und eine Arbeitsgemeinschaft

Die 23 Wiener Bezirksmuseen und fĂŒnf Sondermuseen (Aspern Essling 1809, Circus und Clownmuseum, Phonomuseum, Rauchfangkehrermuseum, Wiener Ziegelmuseum) sind in der ARGE (Arbeitsgemeinschaft) Bezirksmuseen (kurz ARGE) zusammengefasst und werden von der Stadt Wien gefördert.

Die ARGE Bezirksmuseen ist als Verein organisiert, wurde 1964 gegrĂŒndet und ist die Dachorganisation und der RechtstrĂ€ger fĂŒr die genannten Museen. Die Bezirksmuseen selbst haben keine eigene Rechtsform.

Aufgaben von Bezirksmuseen: Sammeln, veranstalten und beraten

Aufgabe der Bezirksmuseen ist „die Bewahrung und Erweiterung der bezirkshistorischen Sammlungen, DurchfĂŒhrung von Ausstellungen und sonstigen bezirksbezogenen Veranstaltungen“. Weiters geht es um die Erforschung und Dokumentation der Vergangenheit und Gegenwart des Bezirks. Bezirksmuseen sind Orte der Begegnung, kulturelle Veranstaltungsorte und Anlaufstelle fĂŒr bezirksgeschichtliche Fragen. Die Basis der Arbeit ist das Engagement der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

Alles begann in Meidling …

Die Wiener Bezirksmuseen entstanden als Heimatmuseen, von denen als erstes das Heimatmuseum Meidling 1923 gegrĂŒndet wurde und alle weiteren bis in die 1970er-Jahre entstanden sind. Nach 1945 erfolgte die Umbenennung in Bezirksmuseen.

Die Bezirksmuseen sind eine wichtige Anlaufstelle, wenn es um Bezirksgeschichte geht, und sie haben teils umfangreiche Sammlungen (dreidimensionale Objekte, Fotografien, StadtplÀne, Zeitungsartikel und diverse Akten).

„Die SammlungsgegenstĂ€nde unterscheiden sich aufgrund der stĂ€dtebaulichen Entwicklung, wichtiger Ereignisse oder Geografie und der Sammlungsschwerpunkte der Museumsleiter/innen. Dennoch kann man die meisten als Universalmuseen bezeichnen, bilden sie doch sowohl Topografie, Geologie und Biologie als auch Geschichte, Architektur, Handwerk, Politik, Kultur und Soziologie der Bezirke ab.“ (1)

Freizeit und Ehrenamt

Alle MitarbeiterInnen, auch die LeiterInnen und der PrĂ€sident bzw. die PrĂ€sidentin der ARGE Bezirksmuseen sind ehrenamtlich in ihrer Freizeit tĂ€tig (viele davon PensionistInnen). Im Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂŒnfhaus (kurz BM 15) gibt es dzt. 20 ehrenamtliche MitarbeiterInnen (Stand: Mai 2019).

Die Finanzierung der Bezirksmuseen und Sondermuseen setzt sich aus einer jÀhrlichen Subvention der Stadt Wien zusammen, die von der ARGE an die einzelnen Museen verteilt wird sowie Förderungen durch die jedem Museum angeschlossenen Museumsvereine bzw. der Kulturkommissionen der jeweiligen Bezirke und Spenden zusammen. Wie viele andere Bezirksmuseen ist das BM 15 im Amtshaus des Bezirks untergebracht.

Die SammlungsgegenstĂ€nde setzen sich hauptsĂ€chlich aus Zuwendungen von Privatpersonen zusammen. Die Gestaltung oblag und obliegt den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und KustodInnen, welche die jeweiligen AusstellungsrĂ€ume zum Teil selbst gestaltet bzw. die Gestaltung beaufsichtigt haben und nun auch als Auskunftspersonen zur VerfĂŒgung stehen.

Bezirksmuseum Rudolfsheim FĂŒnfhaus: Seit 1972 im Amtshaus

Das BM 15 besteht seit 1972 und befindet sich im Amtshaus in der Gasgasse 8-10 (Eingang des Museums Rosinagasse 4). Dieses steht an der Stelle des Hofes des ehem. FĂŒnfhauser Brauhauses (gegen Ende des 18. Jhdts. von Nikolaus Christoph Oesterlein erbaut) bzw. des ZobelĂ€ums (in den 1860er Jahren von Franz Zobel zu einem Etablissement, volkstĂŒmlich ZobelĂ€um genannt, erweitert).

Das Amtshaus des 15. Bezirk, Quelle: bz Bezirkszeitung

Das Amtshaus wurde 1882–1884 von Gustav Matthies und Alois Schumacher im Stil der Neorenaissance erbaut. Die vierflĂŒgelige Anlage umschließt zwei Höfe. Die Fassaden sind durch Risalite mit Riesenpilastern gegliedert, die Hauptgeschoße durch Klinker und Ädikulafenster hervorgehoben. Die Architekten bedienten sich italienischer und französischer Hochrenaissanceformen. Der Festsaal mit umlaufender Empore ist in seiner originalen Ausstattung erhalten (vgl. Czeike 1980: 18-19 und 42-43 und Wikipedia).

Felix Czeike: Wiener BezirkskulturfĂŒhrer XV. Rudolfsheim-FĂŒnfhaus, Jugend & Volk, Wien-MĂŒnchen 1980

Stiegenaufgang zum Festsaal, Quelle: WikiMedia Commons

BM 15 als Universalmuseum

Das BM 15 kann als Universalmuseen beschrieben werden, es befasst sich mit der Geschichte des 15. Bezirk, bietet Dokumente, Fotografien, Objekte, zeigt eine Dauerausstellung und wechselnde Sonderausstellungen und bietet Zusatzveranstaltungen wie VortrĂ€ge, Lesungen, BuchprĂ€sentationen, Kultur-SpaziergĂ€nge sowie div. Sonderevents, wie z.B. eine open mic night, Kleidertausch-Partys und ein Pub-Quiz an. Zudem ist das BM 15 auch ein spezieller Kultur-Treffpunkt fĂŒr Kinder, mit Workshop-Angeboten, einem jĂ€hrlichen Zeichen-Wettbewerb und einer Kinder-Festwoche im Sommer.

Das Museum vermittelt einen interessanten Eindruck vom Werden des Bezirks, macht vergangenes Handwerk und GeschÀftsleben lebendig und stellt auch Kunst und Kultur an ausgewÀhlten Beispielen dar.

Bezirksgeschichte auf 156 m2

Das BM 15 bespielt aktuell drei AusstellungsrÀume mit insgesamt 156 m2 im Erdgeschoss Ecke Gasgasse / Rosinagasse (Eingang Rosinagasse 4)

Gezeigt werden eine Dauerausstellung zur Bezirksgeschichte und jeweils 1-2 Sonderausstellungen (zum jeweiligen Jahresthema der ARGE Bezirksmuseen und Vitrinen zu wechselnden Themen, z.B. Hotel Holzwarth), Objekte (z.B. altes Wasserleitungsrohr, Stechuhr der Fa. Bally, GĂ€stebuch des EinkĂŒchenhauses, Engelsfiguten aus der Kapelle des ehemaligen Elisabethspitals) und eine Foto-, bzw. Kunstausstellung in der Galerie 15, der Bibliotheksecke.

Leo Mistinger als GrĂŒndungsvater des Museums

Am 20.5.1964 grĂŒndete der damalige Bezirksvorsteher Leo Mistinger den Verein Rudolfsheim-FĂŒnfhauser Heimatstube, der sich vorerst nur auf das Sammeln von geeigneten Exponaten beschrĂ€nkte.

Geburtsstunde des Museums: 1972

Erst sieben Jahre spĂ€ter ĂŒberließ man dem Museum im Parterre des Amtshauses in der Rosinagasse 4 einige RĂ€ume. Mit der Ausstellung „Die Westbahn“ wurde es schließlich am 14.6.1972 eröffnet. Erste Museumsleiterin war die Sonderschullehrerin Dr. Brigitte Kaufmann.

1993-94 erfolgte die Renovierung des Bezirksmuseums.

Leitung durch ein Frauenteam: 1996

Am 17.8.1996 ĂŒbernahm die bisherige Mitarbeiterin Dr. Monika Griebl gemeinsam mit Mag. Brigitte Neichl, ihrer Stellvertreterin, die Leitung des nunmehrigen Museum 15, Dr. Griebl betreute auch das Archiv, Mag. Neichl war fĂŒr die Öffentlichkeitsarbeit zustĂ€ndig. UnterstĂŒtzt wurden sie von weiteren ehrenamtlich tĂ€tigen MitarbeiterInnen. Im Herbst 2000 initiierte Mag. Neichl das Projekt KinderKulturTreffpunkt 15 (seit 2016 MuseumsKinder), ein sozio-kulturelles Projekt fĂŒr Kinder von 6-12 Jahren.

Dauerausstellung und EU-Projekt

Einer der Höhepunkte der Arbeit des Museumsteams war die Eröffnung der Dauerausstellung zur Bezirksgeschichte am 19.5.1998. Im Jahr darauf gelang es den beiden Museumsleiterinnen, ein EU-Projekt (im Rahmen von Urban 2000) bewilligt zu bekommen.

Dadurch wurde es u.a. möglich, nach einer Buchsammelaktion, eine Kinderbibliothek einzurichten. Ebenso wurden (gefördert von der MA 57) GesprĂ€chsrunden mit Frauen zum Thema „Die wilden 50-er Jahre in Rudolfsheim-FĂŒnfhaus“ durchgefĂŒhrt.

Erweiterung der Dauerausstellung

Im Juni 2000 konnte die Erweiterung der Dauerausstellung mit weiteren fĂŒnf Tafeln u.a. zu den Themen „MĂ€rkte“ und „Unser GrĂ€tzel“ ergĂ€nzt werden.

Neue Leitung – Kultur & CafĂ©

Am 1.1.2007 ĂŒbernahm DDr. Thomas Benesch gemeinsam mit Mag. Brigitte Neichl, seiner Stellvertreterin, die Leitung des Museums.Unter der Leitung von Dr. Benesch und Mag. Neichl wurde u.a. das Projekt „Kultur & CafĂ©“ ins Leben gerufen, das seither ein vielfĂ€ltiges Vortragsangebot bietet.

Brigitte Neichl ĂŒbernimmt Leitung

Am 1.1.2011 ĂŒbernahm Mag. Brigitte Neichl, langjĂ€hrige stv. Museumsleiterin und seit 1995 im Museum, die Leitung des Bezirksmuseums. Sie setzt das Vortragsprogramm „Kultur & CafĂ©“ fort, vergrĂ¶ĂŸert das Museumsteam und gibt seit 2011 die „Edition Bezirksmuseum 15“, die (bezirks)historische Themen behandelt, heraus.

Die MuseumsleiterInnen auf einen Blick:

1972-1987  Dr. Brigitte Kaufmann
1987-1991 Erika Ehmer
1991-1992 Susanne Böck (prov.)
1993-1994 Mag. Robert Schlesinger
1994-1996 Peter JĂ€ger (prov.)
1996-2006 Dr. Monika Griebl / Mag. Brigitte Neichl
2007-2010 DDr. Thomas Benesch / Mag. Brigitte Neichl
seit 2011 Mag. Brigitte Neichl / Eva MĂŒller


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Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf grĂ¶ĂŸere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nÀchste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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Das Museum nimmt auch seine Aufgabe als Kultur-Drehscheibe des Bezirks wahr und fördert die Begegnung und Vernetzung der BewohnerInnen durch Veranstaltungen und auch durch den Kultur-Podcast „FĂŒnfzehn Minuten ĂŒber den FĂŒnfzehnten“ .

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Bezirksmuseum Rudolfsheim-FĂŒnfhaus
Rosinagasse 4
1150 Wien
Mail: office@bm15.at
Web: www.museum15.at

Öffnungszeiten
Mo: 17.00-19.00
Fr: 15.30-17.30
(an Feiertagen, schulfreien Tagen und im Juli & August geschlossen)

#viellosimmuseum
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5 Kommentare zu „🏛 Bezirksmuseen in Wien – Geschichte und Gegenwart

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