Rudolfsheim-Fünfhaus 2038: Eine Prognose

Buchvorstellung

In diesem Blogbeitrag stellen wir Ihnen – am Beispiel des 15. Bezirks – die Publikation „Kleinräumige Bevölkerungsprognose Wien 2018“ vor, die vor kurzem erschienen ist.

Herausgegeben wurde die 182 Seiten umfassende Broschüre von der Magistratsabteilung 23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik. Am Ende des Blogartikels finden Sie Links zum Download der Publikation und zur kostenfreien Bestellung der Broschüre.

Wozu Prognosen?

Öffentliche Infrastruktur und Dienstleistungen sind Schlüsselfaktoren für Lebensqualität. Um diese auch in Zukunft auf dem gewohnten Niveau anbieten zu können, benötigt die Stadt Informationen darüber, wie sich die Bevölkerungszahl und -struktur in Wien und in den Stadtteilen entwickeln wird:

Wo herrscht höherer Bedarf an Kindergartenplätzen? Wie viel Trinkwasser wird benötigt? Mit welchem Wohnungsbedarf müssen wir in den nächsten Jahren rechnen?

Diese und weitere Fragen lassen sich mit kleinräumigen Bevölkerungsprognosen beantworten.

Grundlagen der Prognosen

Als Grundlage für die kleinräumige Bevölkerungsprognose Wien 2018 dienten Annahmen über zu erwartende demographische und städtebauliche Entwicklungen sowie Einschätzungen von Expertinnen und Experten aus dem städtischen und wissenschaftlichen Bereich.

Ergebnisse der Untersuchung

Die Ergebnisse deuten – laut Klemens Himpele, dem Leiter der Magistratsabteilung 23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik mehrere Entwicklungen – auf folgendes hin:

  • Die Bevölkerungsgewinne aus Zuwanderung gehen zurück
  • Moderates Wachstum der Bevölkerung bei weiterhin hohen Geburtenzahlen
  • Der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung wird bis 2048 kaum noch ansteigen
  • Der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird etwas zurückgehen
  • Die Zahl der über 80-jährigen Bevölkerung Wiens wird sich mehr als verdoppeln

Ziel der Bevölkerungsprognose: Grundlagen für die Planung

Ziel der kleinräumigen Bevölkerungsprognose Wien 2018 ist es, der Stadt eine Grundlage für bedarfsgerechte Planungen zur Verfügung zu stellen.

Die vorausschauende Planung benötigt Einsichten über die gegenwärtige Situation und Kenntnis darüber, wie sich wichtige Kenngrößen in der Zukunft verändern könnten.

Die Statistik Wien (MA 23) erstellt zu diesem Zweck jeweils im Abstand von vier bis fünf Jahren eine neue Bevölkerungsprognose.

Woraus setzen sich diese Prognosen zusammen?

  • Aus Voranalysen und Workshops mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Demographie und der Stadtplanung
  • Darauf folgende Erarbeitung von Annahmen über die zukünftige Entwicklung der demographischen Prozesse und des Wohnbaupotenzials in Wien
  • Darauf aufbauend Erstellung einer Prognose über die Bevölkerungsentwicklung nach Alter, Geschlecht und Geburtsland für die Gesamtstadt auf 30 Jahre (bis 1. 1. 2048), für die 23 Gemeindebezirke auf 20 Jahre (bis 1. 1. 2038) und für die 250 Zählbezirke auf zehn Jahre (bis 1. 1. 2028)

Bevölkerungsentwicklung in Wien bis 2048

Die Prognoserechnung ergibt: Wien wird in den kommenden drei Jahrzehnten um 289.000 Menschen (+15,5%) wachsen. Der Bevölkerungsstand der Stadt wird am
1. 1. 2048 bei 2.178.000 hauptwohnsitzgemeldeten Wienerinnen und Wienern liegen.

Bis zum Jahr 2036 wird Wien den historischen Bevölkerungshöchststand aus dem Jahr 1910 mit 2.083.630 Einwohnerinnen und Einwohnern übertroffen haben.

2027 knackt Wien die Zwei-Millionen-Marke

Wien wird auch in den kommenden Jahren wachsen. Das zukünftige Bevölkerungswachstum wird im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren allerdings moderat ausfallen. Dennoch könnte die Bevölkerungszahl Wiens im Jahr 2027 die symbolische Zwei-Millionen-Marke überschreiten.

Bis zum Jahr 2036 wird Wien den historischen Bevölkerungshöchststand aus dem Jahr 1910 mit 2.083.630 Einwohnerinnen und Einwohnern übertroffen haben.

Worauf beruht diese Prognoserechnung?

Die Prognoserechnung beruht auf der Annahme, dass die Zuwanderung aus dem Ausland in den kommenden Jahren weiter zurückgehen wird. Der Anteil der im Ausland geborenen Wienerinnen und Wiener wird gegenüber 2018 (36,0 %) bis zum Jahr 2048 (38,6 %) nur noch geringfügig ansteigen.

Wie sieht die Entwicklung für Rudolfsheim-Fünfhaus aus?

Rudolfsheim-Fünfhaus ist der kleinste und am dichtesten besiedelte Wiener Bezirk außerhalb des Gürtels.

Bildschirmfoto 2018-12-09 um 21.44.29
  • Das relative Bevölkerungswachstum wird etwas unter jenem der Gesamtstadt liegen
  • Der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung wird stärker zurückgehen (–6,4 Prozentpunkte) als in allen anderen Wiener Bezirken und im Jahr 2038 mit 41,7 % nur noch leicht überdurchschnittlich sein
  • Das im Jahr 2018 noch relativ niedrige Medianalter (1) wird bis 2038 um fünf Jahre auf 41 Jahre ansteigen
  • Der Anteil der Kinder unter 15 Jahren wird leicht ansteigen
  • Der Anteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 39 Jahren wird stark zurückgehen
  • Der Anteil der über 65-Jährigen – der im Jahr 2018 relativ gering war – wird stark ansteigen, allerdings auch im Jahr 2038 noch deutlich unter jenem von Wien liegen
  • Die Anzahl der Hochbetagten über 80 Jahre wird sich in den kommenden 20 Jahre verdoppeln, deren Anteil wird mit 5,4 % (im Jahr 2038) nur wenig vom jenem der Gesamtstadt abweichen

Bildschirmfoto 2018-12-09 um 21.41.26

(1) Das Medianalter ist das mediane Lebensalter der Individuen einer Bevölkerung. Es ist also jenes Lebensalter, das die beobachtete Gruppe so teilt, dass höchstens 50 % ihrer Mitglieder jünger und höchstens 50 % älter sind als dieses Lebensalter. Es wird als Kennzahl benutzt, um die Alterung der Bevölkerung z. B. eines Staates zu beschreiben. Mehr dazu hier.

Infos zur Publikation:

Bauer, R., Fendt, C., Haydn, G., Remmel, W., und Seibold, E. (2018): Wien in Zahlen. Kleinräumige Bevölkerungsprognose Wien 2018
Statistik Journal Wien 1/2018.Stadt Wien (MA 23)
Kostenfreie Bestellmöglichkeit (auf „Bildung & Forschung“ klicken)
Download


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