„Für gute Speisen und echte Getränke ist bestens gesorgt“

Unser Bild des Monats zeigt diesmal eine Einladung in Eduard Lachners Gasthaus „zur Stadt Paris“.


Bild des Monats

Einladung zu einer Gesangs-Soirée

Einladung, Lachner, Mühlbachgasse (Stadt Paris) 001

Transkript (die rot markierten Textstellen werden weiter unten kommentiert):

Euer Wohlgeboren!
EINLADUNG
zu einer
Gesangs-Soirée
welche
Jeden Sonn-und Feiertag
in Ed. Lachners Gasthaus-Lokalitäten (sic!)
„zur Stadt Paris“
Sechshaus, Mühlbachgasse Nr. 61
stattfindet.
Auftreten des allbekannten urwüchsigen Komikers
FRANZ DECKMEYER
in Vereine mit der deutsch-jüdischen Gesangskomikerin Frl.
GNALLMEYER
und der beiden Charakterdarsteller
Kock und Weniger
mit hochkomischen (sic!) interessanten (sic!) Programm.
Anfang 6 Uhr Eintritt frei.
Für gute Speisen und echte Getränke ist bestens gesorgt.
Seine ehrgebenste Einladung macht hochachtungsvoll


Sechshaus ist eines der 5 Dörfer, aus denen der heutige 15. Bezirk besteht. Der Vorort entstand im 18. Jhdt. Auf dem Plan von Marioni (1706) waren bereits fünf Häuser an der heutigen Sechshauserstraße zu sehen. Diese bildeten die Keimzelle der späteren Ortschaft Sechshaus.

Nach der Eingemeindung der Vororte nach Wien 1890 bildeten Rudolfsheim (die Großgemeinde Rudolfsheim hatte sich 1863 aus den Vororten Reindorf, Rustendorf und Braunhirschen gebildet) und Sechshaus den 14. Bezirk, Fünfhaus konnte seine Selbständigkeit als 15. Bezirk behaupten.

Nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland 1938 wurden Rudolfsheim und Fünfhaus zum Bezirk Fünfhaus zusammengefaßt. Seit 1957 heißt der Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus.


Die heutige Ullmannstraße (benannt nach Josef Ullmann – 1846-1890 – Zuckerwarenfabrikant, Bürgermeister und Ehrenbürger von Sechshaus) hieß bis 1894 Mühlbachgasse.


Die Volkssängerin Frl. Gnallmeyer legte sich diesen Künstlername in Anspielung auf die in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts äußerst populäre (in Leipzig geborene) Schauspielerin und Theaterdirektorin Josefine Gallmeyer (1838-1884) zu.

In dem 1887 erschienen „Flugschriften einer literarisch-künstlerischen Gesellschaft, XV. Heft, Die Corruption im Kleinen (Verlag Carl Graeser)“ heißt es dazu:

„Als in Wien die Gallmayer und Geistinger auf dem Gipfel ihrer Beliebtheit standen, suchten zwei Volkssängerinnen von deren klangvollen Namen zu profitiren. Die Eine nannte sich Gnallmayer, die Andere dagegen Geistiger. Ein Wiener dürfte hier kaum aufgesessen sein. Einem „Fremden“ konnte es aber leicht passiren, dass er in der Meinung die berühmte Soubrette zu hören oder der gefeierten Operettensängerin zu lauschen, Vertreterinnen der Brettelmuse anhörte und dann weidlich über die erwähnten Künstlerinnen schimpfte, die diese Beeinträchtigung ihres Renommees ruhig erdulden mussten.“

„Einem „Fremden“ konnte es aber leicht passiren, dass er in der Meinung die berühmte Soubrette zu hören oder der gefeierten Operettensängerin zu lauschen, Vertreterinnen der Brettelmuse anhörte (…)“

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Jede Belehrung und Berichtigung, welche in Beziehung auf größere Vervollkommnung und Gemeinnutzmachung dieser Herausgabe beabsichtigt ist, wird mit dem ausgezeichnetsten Danke empfangen.

(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828

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