Tagebuchtag: Georg Springer – Der Schuttkaplan

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Vortrag & Lesung von Dr. Waltraud Zuleger

Eine Kirche entsteht aus den Trümmern des Krieges. Lesung aus den Erinnerungen des Kaplans Georg Springer der früheren Pfarre Schönbrunn-Vorpark.

Während eines Bombenangriffes auf die Straßenbahn-Remise im 15. Bezirk, findet in der nahe gelegenen Reindorfkirche ein Gottesdienst mit Kardinal Theodor Innitzer (1875-1955) statt. Georg Springer war dort seit 1932 als Kaplan tätig.

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In seiner Predigt versprach Innitzer:

„Wenn wir das überleben, werden wir (…) hier eine Kirche bauen.“

Ein Jahr nach Kriegsende löste der Kardinal sein Versprechen ein und beauftragte den jungen Kaplan der Reindorfkirche mit diesem Vorhaben.

Als Ort wurde ein zerbombte Grundstück in der Winckelmannstraße ausgewählt. Die „Schuttkirche“ wurde 1947 eingeweiht. Georg Springer wurde zum legendären „Schuttkaplan“.

Hören Sie mehr über dieses abenteuerliche Unterfangen in einer Lesung aus den Erinnerungen von Georg Springer.

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Zur Vortragenden:

Waltraud Zuleger, geb. in Linz (OÖ), hat Germanistik und Geschichte studiert und ist seit 2000 ehrenamtlich im BM 15 tätig, wo sie für bezirkshistorische Anfragebeantwortung zuständig ist, Vorträge hält und Führungen bzw. Kultur-Spaziergänge anbietet.


Zur Geschichte des Tagebuchtages

Wie entstand der TAGEBUCHTAG?

In vielen Hauptstädten Europas gibt es Tagebuch-Center, die Aufzeichnungen über das Leben von „ganz gewöhnlichen“ Menschen sammeln. Die Malerin Traute Molik-Riemer regte 2005 ein solches öffentliches Zentrum auch für Wien an. Der Vorschlag scheiterte
an den Kosten.

Molik-Riemer beschloss daher, vorerst durch einen jährlich stattfindenden TAGEBUCHTAG für ihre Idee eine Basis zu schaffen. Mit einer Förderung des Kulturamtes der Stadt Wien und sehr viel ehrenamtlicher Arbeit gab sie ab 2006 ein Programm heraus, das zahlreiche Lesungen aus autobiografischen Texten ankündigte.

Bald gab es nicht nur in Wien, sondern in ganz Österreich über 100 Lesungen aus Lebensgeschichten.

Ziel des TAGEBUCHTAGES …

… war es, Menschen zu bewegen, ihr Leben aufzuschreiben oder große Abschnitte des Lebens in Tagebüchern zu dokumentieren. Wer seine Probleme niederschreibt, kann sie leichter analysieren und bewältigen, raten selbst Psychologen. Für junge Menschen wirkt die schriftliche Beschäftigung mit dem eigenen Leben persönlichkeitsbildend, älteren Menschen hilft sie, ihre Erinnerungen und damit Selbstwert und Würde bis ins hohe Alter zu bewahren.

Tagebücher, die eines Tages ihren Weg in eine Sammlung finden, tragen dazu bei, Geschichte aus der Sicht der Menschen dieses Landes nachzeichnen zu können. Deshalb wurde bei den Tagebuchtagen immer wieder auf die Tagebuch-Sammlungen der Universität Wien
 verwiesen:

Die „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“ am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte und die „Frauennachlässe“ am Institut für Geschichte.

Der TAGEBUCHTAG diente somit als Bindeglied zwischen der historisch-wissenschaftlichen Arbeit und der Öffentlichkeit im sozial/psychologischen sowie im kulturellen Bereich. Der TAGEBUCHTAG mit seinen Veranstaltungen fokussierte alle mit Lebensaufzeichnungen verbundenen Aktivitäten in wissenschaftlicher, volksbildender und literaturfördernder Weise.

Höhepunkte der TAGEBUCHTAGE

Die meisten Veranstaltungen wurden extra für die TAGEBUCHTAGE kreiert. Allein schon die Veranstaltungsorte in Wien, wie z. B. Österr. Wirtschaftsmuseum, Österr. Theatermuseum, Volkskundemuseum, Volkstheater, Freie Bühne Wieden, Wien Museum, Tschechisches Zentrum, stadtTheater Walfischgasse, Heeresgeschichtliches Museum, Gesellschaft der Musikfreunde, das Bundeskanzleramt und zahlreiche Bezirksmuseen zeugten für das hohe Niveau und die breite Akzeptanz des TAGEBUCHTAGES.

Für die Initiatorin Molik-Riemer war zweifellos der Höhepunkt als sie im Volkstheater die
Lesung von Johanna Mertinz und Michael Schottenberg selbst moderieren durfte.

Aber auch über die Tatsache, dass sie z.B. Ernst Fuchs, Ian Holender, Frank Hoffmann, Louise Martini und Elfriede Ott für Lesungen oder Erzählungen aus ihren Lebenserinnerungen gewinnen konnte, war sie sehr stolz.

Im Wirtschaftsmuseum wurde 2010 neben der Ex-Ministerin Maria Rauch-Kallat auch Alexander Van der Bellen eingeladen, über sein Leben zu sprechen und Molik-Riemer stellte dem nachmaligen Bundespräsidenten die sehr persönliche Frage: „Schreiben Sie Tagebuch?

Aus dem TAGEBUCHTAG wurden schon 2009 wegen der zahlreichen Veranstaltungen im November die TAGEBUCHTAGE.

Aus einem zweifach gefalzten A4-Blatt war 2015 ein A4-Heft mit 16 Seiten und einer Auflage von 5000 Stück geworden. Auf dem Cover des Jubiläumsheftes lächelte Erika Pluhar, die den TAGEBUCHTAG von Anfang an unterstützt hatte.

Diese Ausweitung des Projektes wurde für eine ehrenamtlich agierende Organisatorin leider zu viel. Traute Molik- Riemer gab die Organisation und Gestaltung des Folders 2016 an eine PR-Agentur ab.

2017 wurde daher eine höhere Förderung des Projektes benötigt, die aber leider nicht mehr bewilligt wurde. Wie so viele Kulturprojekte „starb“ also der TAGEBUCHTAG am Geldmangel.

TAGEBUCHTAG und kein Ende …

Sehr glücklich ist die Initiatorin Traute Molik-Riemer über die Tatsache, dass einige der Veranstalter, auch ohne einen Programmfolder zu bekommen, den TAGEBUCHTAG weiterhin in ihrem Bereich organisieren. Auch allen Mitwirkenden und ZuhörerInnen dieser wertvollen Lesungen gilt ihr besonderer Dank.


 

Unser weiteres Programm finden Sie hier.

#viellosimmuseum

#dasVeranstaltungsmuseum

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Unsere nächste Veranstaltung

1918: Die Folgen des Umbruchs im Bezirk

Vortrag mit Mag. Thomas Reithmayer

1918

Das Jahr 1918 steht synonym für einen der heftigsten Umbrüche der Menschheitsgeschichte. Der Vortrag beleuchtet dessen Auswirkungen auf die gesellschaftliche, soziale und politische Entwicklung des heutigen 15. Bezirks.

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Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus
1150 Wien, Rosinagasse 4

So finden Sie uns!

Jeden Donnerstag erhalten Sie einen speziellen BM 15 – Tipp. Wir informieren Sie über Veranstaltungen & Events, die am darauffolgenden Freitag stattfinden, machen Sie auf Gewinnspiele, Ausstellungseröffnungen oder Deadlines für Bewerbungen für die open mic night, als GastleserIn etc. oder auch auf interessante Veranstaltungen im Bezirk aufmerksam.

Nachlese BM 15 – Tipps & Hinweise

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