Gegenüber vom Bezirksmuseum zwischen der Volksschule Friedrichsplatz und der Lerngemeinschaft 15 in der Gasgasse befindet sich seit September 2018 die erste farblich markierte Wohnstraße in Wien. 2022 erfolgte eine Neugestaltung. Die Farbe ist weg, dafür gibt es einige Baum-Neupflanzungen. Und: die Wohnstraße wurde zur Fußgängerzone!
„Wir sagen unseren Kindern, dass sie nicht auf der Straße spielen sollen. In vielen Wohnstraßen erkennen sie dann auch nicht, dass es dort eigentlich erlaubt wäre.“ (Sylvia Kostenzer)
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Nutzung erlaubt!
Die farbliche Gestaltung lädt Kinder und AnrainerInnen ein, die Wohnstraße zu nutzen. Gleichzeitig signalisiert die Gestaltung den motorisierten VerkehrsteilnehmerInnen, dass es sich bei der Staglgasse um eine Wohnstraße handelt. Durchzugsverkehr ist in Wohnstraßen verboten.

Gestaltung: Sylvia Kostenzer
Die Gestaltung erfolgte von der Grafikdesignerin Sylvia Kostenzer, die überlegte, wie man Wohnstraßen einladender gestalten kann.
„Wir sagen unseren Kindern, dass sie nicht auf der Straße spielen sollen. In vielen Wohnstraßen erkennen sie dann auch nicht, dass es dort eigentlich erlaubt wäre.“
Sylvia Kostenzer
Mit ihrem Vorschlag hat sie den Ideenwettbewerb „Kinder, Kinder“ der Wirtschaftsagentur gewonnen.

Sylvia Kostenzer Foto: bz – Bezirkszeitung
„Die bemalte Staglgasse soll die Bevölkerung einladen, die Wohnstraße zu nutzen. Das bringt mehr Verkehrssicherheit und mehr Lebensqualität im Grätzel.“ (Gerhard Zatlokal)
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Mehr Lebensqualität im Grätzel
Hier befindet sich die Wohnstraße Staglgasse:
„Die bemalte Staglgasse soll einerseits zu einer Verkehrsberuhigung führen, andererseits wollen wir die Bevölkerung einladen, die Wohnstraße zu nutzen. Das bringt mehr Verkehrssicherheit und mehr Lebensqualität im Grätzel. Wir schaffen mehr Raum für unsere Kinder im Bezirk.“, so Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal (SPÖ).

Neugestaltung 2022: Von der Wohnstraße zur Fußgängerzone
Im September 2018 wurde die Staglgasse zur Wohnstraße umgewidmet. 2022 wurde die Staglgasse im Zuge der Umgestaltung des Grätzels rund um den Ikea-Westbahnhof ebenfalls neu gestaltet. Die Bemalung ist (leider) weg, dafür gibt es jetzt vier Baumscheiben mit sechs neu gepflanzten Bäumen und ein neues Straßenpflaster.
Im Dezember 2022 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Die Staglgasse ist eine Fußgängerzone.
Fußgängerzone = Sperrzone für Straßenverkehr
Ausnahmen gibt es für öffentliche Dienstwagen wie jene der Müllabfuhr, öffentliche Verkehrsmittel wie Busse oder Feuerwehr, Rettung, Polizei oder Straßendienst. Mit dem Fahrrad darf die Fußgängerzone ebenfalls befahren werden, ebenfalls ist in der Fußgängerzone Staglgasse Ladetätigkeit und Zufahrt zu den genehmigten Stellplätzen erlaubt.
Angezeigt wird die Fußgängerzone durch das entsprechende Hinweiszeichen Fußgängerzone, das zwei Menschen zeigt. Das Verkehrszeichen Ende der Fußgängerzone ist das Gegenteil und hebt die Verkehrsregeln wieder auf, die in der Fußgängerzone gelten.
Namensgeber der Gasse
Benannt wurde die Staglgasse am 18. Juli 1894 nach dem Baumeister Michael Stagl (1814–1881), der um 1850 Gemeinderat in Fünfhaus war. Davor hieß die Gasse Braugasse.
In Mähren geboren …
Michael Stagl, der 1814 in Mähren geboren wurde, stammte aus kleinbäuerlichen Verhältnissen. Über seine Jugend und Ausbildung ist nahezu nichts bekannt.
… nach Wien zugewandert
Stagl dürfte schon in jungen Jahren in die Reichshauptstadt zugewandert sein, da seine Eheschließung 1842 bereits in Wien stattfand. Einige Jahre später erwarb er die Baumeisterkonzession und machte sich selbständig.
Stagl war in der Folge über mehr als zwanzig Jahre tätig und war insbesondere mit der Errichtung und Planung von Wohnhäusern befasst.
Gemeinderat von Fünfhaus
Über seine Baumeistertätigkeit hinaus engagierte sich Stagl auch kommunalpolitisch als Gemeinderat von Fünfhaus, das damals noch eine eigenständige Gemeinde war (heute Wien 15). Gegen Ende der 1870er Jahre zog sich Stagl ins Privatleben zurück und verstarb im 67. Lebensjahr in Wien.
Familie
Aus seiner Ehe mit Josepha Rösler (1819–1885) stammten eine Tochter (Wilhelmine, geb. 1843) und zwei Söhne (Josef Stagl 1845–1888, Heinrich Stagl 1852–1931), die gleichfalls Baumeister wurden und die Firma Heinrich & Josef Stagl betrieben.
1894: Benennung einer Gasse
Seine Tätigkeit als Gemeinderat würdigend, wurde 1894 eine Gasse im 15. Bezirk nach ihm benannt.
Stellenwert als Baumeister
Michael Stagl, der von der Mitte des 19.Jahrhunderts an rund dreißig Jahre in Wien tätig war, gehört zu den vielen Baumeistern, die nur eine praktische Ausbildung erhalten hatten und fallweise auch als Planverfasser bei Wohnhäusern auftraten.
Die wenigen dokumentierten Bauten Stagls reflektieren den formalen Kanon der Zeit. Demgemäß ist das Miethaus Wien 7, Kaiserstraße 100 (1861) noch einer sehr zurückhaltenden frühhistoristischen Ausgestaltung verpflichtet, deren Dekor in der Folge zunehmend aufwändiger wird (Miethaus Wien 7, Apollogasse 20, 1874).
WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1861 Miethaus, Wien 7, Kaiserstraße 100
1868 Miethaus, Wien 5, Sonnenhofgasse 4
1874 Miethaus, Wien 7, Apollogasse 20
1877 Miethaus, Wien 6, Fügergasse 5 (Dekor abgeschlagen
Quelle: architektenlexikon.at
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(*) Wiens nächste Umgebungen an den Linien, herausgegeben von Anton Ziegler und Carl Graf Vasquez, Wien 1827-1828
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Ein Kommentar zu „Staglgasse: Erste bunt bemalte Wohnstraße Wiens!“