Schätze des Museums

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Schätze des Museums

Seit 2004 zeigen wir in unregelmäßigen Abständen besondere Objekte aus unseren Sammlungen. Unter dem Namen „MuseumsSchatz“ (früher ArchivSchatz) präsentieren wir diese kleinen, aber feinen Kostbarkeiten, die sonst in unserer Dauerausstellung keinen Platz finden würden. Unser aktueller MuseumsSchatz ist eine Medaille von 1998 mit dem Bezirkswappen, die der damaligen Museumsleiterin Dr. Monika Griebl anlässlich der Eröffnung der Dauerausstellung vom damaligen Bezirksvorsteher Ing. Rolf Huber übergeben wurde.

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Im Rahmen des Vorläufers des MuseumsSchatzes (Archiv.Schatz) wurden zwischen 2004 und 2010 einige Gegenstände aus den Beständen des Bezirksmuseums gezeigt, darunter ein Dokument zum Thema Schneeschaufeln aus der Zeit, als die fünf Dörfer (Reindorf, Rustendorf, Braunhirschengrund, Fünfhaus und Sechshaus) zu Ortsgemeinden wurden, oder Symbole der Volksfrömmigkeit. Nach 2010 musste dieses Ausstellungsprojekt aus räumlichen Gründen aufgegeben werden. In den Folgejahren entstand die Idee zu einem Nachfolgeprojekt, das im März 2018 eröffnet wurde.

Der aktuelle Museumsschatz ist eine silberfarbene Medaille (ca. 12,00 x 8,90 cm) in einem roten für diese extra angefertigten Etui. Die Medaille zeigt das Bezirkswappen von Rudolfsheim-Fünfhaus. Sie wurde am 19. Mai 1998 aus Anlass der Eröffnung der Dauerausstellung im neuen Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus der damaligen Museumsleiterin, Frau Dr.in Monika Griebl, vom damaligen Bezirksvorsteher Rolf Huber überreicht.

Geschichte des Museums

Das „erste“ Museum 15 / Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus wurde um 1971 eingerichtet. Hervorgegangen war es aus dem Verein „Rudolfsheim-Fünfhauser Heimatstube“, den Leopold Mistinger, der damalige Bezirksvorsteher des 15. Wiener Gemeindebezirks, am 20. Mai 1964 gegründet hatte.

Eröffnung 1972

Am 14. Juni 1972 wurde es mit der Ausstellung „Die Westbahn“ in Räumlichkeiten im Parterre des Amtshauses des 15. Wiener Gemeindebezirks (Eckhaus Rosinagasse / Gasgasse, Eingang Rosinagasse 4), in denen es noch heute untergebracht ist, eröffnet.

Renovierung 1993/94

Nach einer vorübergehenden Schließung und Renovierung 1993 / 94 wurde das „neue“ (oder „zweite“) Museum 15 / Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus am 19. Mai 1998 mit einer neu zusammengestellten Dauerausstellung zur Bezirksgeschichte eröffnet, die bis heute immer wieder überarbeitet und ergänzt wurde. Besondere Akzente wurden außerdem durch wechselnde kleinere und größere Sonderausstellungen, darunter auch Fotoausstellungen gesetzt.

Die Medaille

Das Bezirkswappen auf der Medaille zeigt die Wappen der fünf Dörfer, aus denen der jetzige 15. Wiener Gemeindebezirk entstanden ist.

Das Wappen von Fünfhaus befindet sich im unteren Teil. Es zeigt den Erzengel Michael, der mit einer Lanze den Drachen tötet. Die Grundobrigkeit über Teile des Vorortes Fünfhaus gehörte bis zur Aufhebung der Grundherrschaften um 1848 / 1850 dem Barnabiten-Collegium von St. Michael.

Das Wappen Rudolfsheim befindet sich im oberen Teil. Es besteht aus den drei Ortswappen der Dorfgemeinden, aus deren Zusammenschluss die Großgemeinde Rudolfsheim 1863/64 hervorgegangen war. Der braune Hirsch symbolisiert das frühere Braunhirschen und erinnert an das ehemalige Wirtshaus „Zum Braunen Hirschen“, das dem Ort seinen späteren Namen gegeben hat. Der Sichelmond war das Siegel eines Ortsrichters von Rustendorf, dem dort der Gasthof „Zum Mondschein“ gehörte. Die goldene Rebe erinnert an die Weingärten von Reindorf.

Auf dem heutigen Wappen, das die Medaille zeigt, fehlt das Wappen des Vorortes Sechshaus. Die Grundobrigkeit über Sechshaus gehörte bis zur Aufhebung der Grundherrschaften um 1848 / 1850 ebenfalls dem Barnabiten-Collegium von St. Michael, weswegen auch das Sechshauser Wappen den Erzengel Michael bei der Tötung des Drachens zeigt.

Die Darstellung dieses Erzengels unterscheidet sich in einigen Details allerdings von der des Fünfhauser Erzengels. Der Sechshauser Erzengel, dessen Darstellung ein wenig dem Heiligen Georg erinnert, einen weiteren bekannten „Drachenheiligen“, trägt einen Harnisch und ist mit Schwert und Schild bewaffnet.

Nach der Zusammenlegung der früheren Bezirke „Rudolfsheim“ und „Fünfhaus“ (gebildet um 1892 bei der Eingemeindung nach Wien, der heutige Doppelname des 15. Bezirks erinnert daran, dass der heutige 15. Bezirk ursprünglich aus zwei Bezirken entstand) im Jahr 1938 wurde der Sechshauser Erzengel durch das Fünfhauser Wappen ersetzt.

Um einen Vergleich zwischen den beiden Erzengeln möglich zu machen, ist in der Vitrine „Museumschatz“ zurzeit auch ein Bild aus den Beständen des Museums zu sehen, welches das Wappen jenes Bezirks zeigt, der nach der Eingemeindung aus den Vororten Rudolfsheim und Sechshaus gebildet war, ehe beide Teil des 15. Bezirks wurden.

Medaille in Vitrine

Die Übergabe

Die Medaille wurde aus Anlass des 20jährigen Jubiläums der Neueröffnung beziehungsweise „Wiedergründung“ des Bezirksmuseums in den 1990er-Jahren gewählt.

Dr. Monika Griebl, die damalige Leiterin des Museums, hatte damals gerade ihr Archäologiestudium beendet. Sie arbeitet heute an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Die jetzige Museumsleiterin, Mag. Brigitte Neichl fungierte in jenen Jahren als ihre Stellvertreterin. Beiden Museumsleiterinnen ist es zu verdanken, dass unser Bezirksmuseum damals nicht endgültig „Geschichte wurde“.

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V.l.n.r.: 2002: Ing. Rolf Huber (Bezirksvorsteher), Dr. Monika Griebl (Museumsleiterin), Mag. Brigitte Neichl (stv. Museumsleiterin), Dr. Andreas Mailath-Pokorny (Kulturstadtrat)

Rolf Huber war von 1996 bis 2003 der Bezirksvorsteher des 15. Bezirks. In seine Amtszeit fallen wichtige Maßnahmen zur Revitalisierung des 15. Bezirks, so die Althaus-Revitalisierung, die Sanierung von Kindergärten und Schulen sowie die Förderung von Projekten wie „Miteinander Leben“ oder der Start der „Lokalen Agenda 21“.

Der neue Museumsschatz kann bis Herbst 2018 besichtigt werden!
#viellosimmuseum – Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Literatur / Quellen:
Waltraud Zuleger: Kultur-Spaziergänge in Rudolfsheim-Fünfhaus. Teil 1: Im Umfeld der Reindorfgasse (= Brigitte Neichl (Hrsg.): Edition Bezirksmuseum 15. Nr. 7), 2016, S. 6ff.)
Wiener Rathauskorrespondenz online (OTS074 2003-12-02)
Hinweise zum Vorläuferprojekt „Archiv.Schatz“ finden sich in
Waltraud Zuleger: Hotel Holzwarth – Hotel Stieglbräu – Tourotel Mariahilf. Eine Zeitreise (= Edition Bezirksmuseum 15), 2011
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In unserer Rubrik „Bezirks(Museums)News“ berichten wir 1x pro Monat jeweils am zweiten Montag des Monats über Interessantes aus dem Bezirk oder aus dem Museum. Weitere Themen – ebenfalls an Montagen – sind das „Bild des Monats“ (historische Schmankerln aus unserem Sammlungsbestand), „Wussten Sie, dass …“ (Interessantes & Ungewöhnliches aus der Geschichte des 15. Bezirks) und das „Zitat des Monats“ (Aussagen berühmter Persönlichkeiten zu den Themen „Zeit“, „Geschichte“, „Vergangenheit“, etc.).

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