Fronleichnams-Umzug der Klosterschule Friesgasse 1954

Unser Bild des Monats zeigt diesmal einen Fronleichnams-Umzug der Klosterschule Friesgasse von 1954.

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Fronleichnams-Umzug der Ordensschule der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau – heute Schulzentrum Friesgasse -1954. Foto: Eva Müller

Im Bereich der Erzdiözese Wien gibt es gegenwärtig (2018) etwa 50 katholische Privatschulen. Zwei davon – das Schulzentrum Friesgasse und die De La Salle Schule der Schulbrüder in der Gebrüder-Langgasse – sind in Rudolfsheim-Fünfhaus angesiedelt. Die Geschichte beider Schulen reicht bis in die zweite Hälfte des 19. Jhdts. zurück und ist eng mit der Niederlassung sogenannter „Schulorden“ in Wien verbunden.

Auf Wunsch der Gräfin Flora von Fries (1814-1882) – Enkelin von Fanny von Arnstein – sollten die Schulschwestern das wenige Jahre zuvor eingerichtete Waisenhaus betreuen.

Vom Waisenhaus zum Schulzentrum

Ordensschule der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau

Im Herbst 1860 wurden drei Ordensmitglieder der Kongregation der Armen Schulschwestern  von Unserer  Lieben  Frau aus dem Mutterhaus in München nach Wien-Fünfhaus entsandt. Auf Wunsch der Gräfin Flora von Fries (1814-1882) – Enkelin von Fanny von Arnstein – sollten sie hier das wenige Jahre zuvor eingerichtete Waisenhaus Mater misericordia (Mutter der Barmherzigkeit) betreuen.

Errichtung der Schule

1867 erhielt das Kloster von der k.k. Statthalterei schließlich die Erlaubnis eine Hauptschule mit sechs Klassen zu führen. 1878 entstand ein weiterer Neubau in der Friesgasse, der eine große Aula und vier Klassenräume umfasste.

Lehrkörper und Lehrinhalte

Der Schulunterricht wurde vorwiegend von Ordensschwestern abgehalten. Abgesehen von den in den diversen Schultypen üblichen Fächern wurde viel Wert auf die musikalische Ausbildung der Mädchen sowie auf den Handarbeitsunterricht gelegt. Da die von den Schulschwestern geführten Bildungseinrichtungen am Standort Friesgasse/Clementinengasse einen guten Ruf genossen, wurden sie bald auch von Mädchen aus höheren sozialen Schichten besucht.

Die Klosterkirche

Zum Kloster der Armen Schulschwestern gehörte auch die 1885 fertig gestellte Kirche, Maria – Mutter der Barmherzigkeit, in der Fünfhausgasse 29, deren Türme 1977 wegen Baufälligkeit abgetragen werden mussten.

Ende 19. Jhdt. bis Mitte 20. Jhdt.

Seit 1927 gab es eine 4-klassige Haupt- und Volksschule. Anfang der 1930er-Jahre eröffnete man schließlich eine Handelsschule und ein Realgymnasium für Mädchen.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten auf dem Gebiet des heutigen Österreichs im Jahr 1938 führte zu einer Ausschaltung des katholischen Privatschulwesens: In den Räumlichkeiten der Schule brachte man eine staatliche Oberschule unter.

Bei Bombenangriffen auf den 15. Bezirk entstanden schwere Gebäudeschäden, dennoch konnten im Herbst 1945 die meisten Einrichtungen wiedereröffnet werden.

Frühe 1960er-Jahre bis heute

1964-1969 wurde der bestehende Gebäudekomplex durch einen Neubau ersetzt (Einweihung durch Kardinal Franz König).

Heute umfasst das Schulzentrum Friesgasse, das seit 1981 gänzlich koedukativ (gemeinsame Bildung für Mädchen und Buben) geführt wird, einen Kindergarten, eine Volksschule, eine Neue Mittelschule, eine AHS, eine 3-jährige Handelsschule sowie eine Übergangsstufe (HAS), einen HAK-Aufbaulehrgang und einen Hort und beherbergt insgesamt etwa 1400 SchülerInnen. Schulerhalter ist der Verein Schulverbund SSND (Schulschwestern Notre Dame) Österreich.

Quellen

  • Arno Gerig: Die Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau (SSND) in Wien Fünfhaus als Beitrag des kirchlichen Erziehungswesens im Dienst an den sozial Schwachen in Wien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, unveröffentlichte Diplomarbeit (Wien 2017);
  • Christine Klusacek/Kurt Stimmer: Rudolfsheim Fünfhaus: zwischen Wienfluß und Schmelz (Wien 1978);
  • Kongregation der A. Schulschwestern v. U. L. F. (Hg.): 150 Jahre SSND in Wien Schulzentrum Friesgasse. Festschrift Jubiläumsjahr 2010 (Wien 2010);
  • Brigitte Neichl (Hg.): Eva Anna Welles: Ich folge meinen Spuren… Geschichte einer Familie in Rudolfsheim-Fünfhaus. Teil 2, Die Eltern (Wien 2013)

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