Wenn Kirchenglocken schweigen müssen …

Die Herz-Mariä-Kirche in der Winckelmannstraße 34 (frühere Kirche: Unbeflecktes Herz Mariä) ist eine römisch-katholische Filialkirche.

Seit 1. Jänner 2017 gehört sie zur gegründeten Pfarre Hildegard Burjan. Sie ist in ein Wohnhaus integriert.

Bekannt ist sie auch als sogenannte „Schuttkirche“. Lesen Sie hier, wie die Kirche entstanden ist, warum Ihre Glocken schweigen müssen und wo sich diese heute befinden.

Eine Kirche aus Schutt

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs fielen am 21. Februar 1945 zwischen Schwendermarkt und Siebeneichengasse an der Jheringgasse, Bomben auch auf die Häuser in der parallelen Winckelmannstraße. Das eigentliche Ziel war die nahegelegene Zentralwerkstätte der Wiener Verkehrsbetriebe. Der Hausherr des Hauses Nummer 34 schenkte den Grund mit der Ruine zum Dank seiner Errettung der Erzdiözese Wien.

Dies traf mit einem Gelöbnis von Kardinal Theodor Innitzer  zusammen, wonach nach dem Kriegsende eine neue Kirche gebaut und später eine neue Pfarre errichtet werden sollte. Die fehlende Finanzierungsmöglichkeit verhinderte jedoch die Verwirklichung der Pläne für die nächsten zwei Jahre.

Die Geschichte einer Kirche an dieser Adresse beginnt dann im Jahr 1947, als der damalige Kaplan Georg Springer, später der „Schuttkaplan“ genannt, gemeinsam mit freiwilligen Helfern und in über 16.000 Arbeitsstunden den Schutt wegräumte, putzte und für den Bau herrichtete.

Ab März 1949 konnte Kaplan Springer gemeinsam mit einer Baufirma aus den Altmaterialien seine „Schuttkirche“ errichteten.

Ab März 1949 konnte Kaplan Springer gemeinsam mit einer Baufirma aus den Altmaterialien seine „Schuttkirche“ errichteten, die am 10. Juli 1949 dem „Unbefleckten Herzen Marias“ geweiht wurde.

Am 19. März 1970 erfolgte der Abbruch. Der Neubau nach Plänen von Josef Vytiska wurde 1972 eingeweiht. Die Kirche ist eine sogenannte „Hauskirche“.

Reliquien des Hl. Leopold und des Hl. Klemens Maria Hofbauer werden hier aufbewahrt. Sehenswert ist die neuzeitliche Krippe in der Kirche.

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Wohnhaus mit Pfarrkirche Herz-Mariä-Kirche

Das Glockenhaus wird errichtet …

Auf dem Dach des Wohnhauses wurde bereits bei der Errichtung auf dem Flachdach ein Glockenhaus mit Schallrichtung zur Straße hin angebaut. Am 15. März 1973 werden die drei Glocken von Weihbischof Jakob Weinbacher eingeweiht.

… die Glocken müssen aber schweigen …

Bald danach wurde aber wegen Schallbelästigung behördlich die Nichtverwendung der Glocken verfügt – die Glocken mussten zukünftig „schweigen“ .

Dauerleihgabe an Pfarre St. Paul

Durch Vermittlung des Pfarrers wurde im Jahr 1996 mit der Pfarre St. Paul in der Per Albin Hansson Siedlung Ost im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten ein Abkommen erzielt: Seither hängen und läuten sie dort in einem freistehenden Glockenturm als Dauerleihgabe.

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Glockenturm der Pfarrkirche St. Paul (Per Albin Hansson Siedlung Ost) mit den auf Dauer verliehenen Glocken der Pfarre Schönbrunn-Vorpark

Zur Geschichte der Pfarre

Vorerst als Seelsorgestation eingerichtet, wurde diese im Jahr 1955 zur Pfarre erhoben und Kaplan Springer zum Pfarrer ernannt. Nachdem dieser zu Beginn des Jahres 1975 auf die Pfarre resignierte, folgten ihm bis heute mehrere weitere Pfarrer bzw. Pfarrmoderatoren.

Mit 24. September 2000 wurde mit der Nachbarpfarre Reindorf der Pfarrverband Reindorf-Schönbrunn Vorpark gebildet, der mit Wirkung vom 31. August 2008 wieder aufgelöst wurde.

Die Pfarre Schönbrunn-Vorpark wurde am 1. Jänner 2017 mit den Pfarren Rudolfsheim und Neufünfhaus zur Pfarre Hildegard Burjan zusammengelegt. Die Pfarrkirche Schönbrunn-Vorpark ist seither eine Filialkirche der Pfarre Hildegard Burjan.


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