Vielfalt vs. Spezialität

Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus – Fahrradmuseum Ybbs/Donau – Ein Vergleich.

Von Katharina Hölzl

Katharina Hölzl, MA, geb. 1993, ist unsere erste Gastbloggerin. Sie kommt aus Niederösterreich und hat Politikwissenschaft studiert. Erste journalistische Erfahrungen hat sie bei lokalen niederösterreichischen Medien gesammelt.

Warum diese beiden Museen?

Ich habe diese beiden Museen für den Vergleich gewählt, da ich ein Museum auf dem Land und eines aus der Stadt vergleichen wollte, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszufiltern.

Die Wahl fiel auf das BM 15, welches sich durch seine Vielfältigkeit auszeichnet und das Fahrradmuseum in Ybbs/Donau, da es sich auf ein bestimmtes Thema spezialisiert hat. Die Ergebnisse sind dann auch in einer abschließenden Tabelle noch einmal zusammengefasst.

Anhand einiger Kategorien werden das Wiener Bezirksmuseum 15. Rudolfsheim-Fünfhaus (BM 15), welches die Bezirksgeschichte behandelt, und das Fahrradmuseum in Ybbs/Donau, welches sich mit der Geschichte und Entwicklung des Fahrrades auseinandersetzt, verglichen.

Öffnungszeiten, Preise, Souvenirs und Zielgruppe

Das Bezirksmuseum hat am Montag von 17-19 Uhr und am Freitag von 15.30-17.30 geöffnet, bleibt jedoch an Feiertagen und während der Schulferien geschlossen. Der Eintritt ins Museum ist frei und auch die Zusatzangebote sind kostenlos. Freiwillige Spenden sind jedoch immer gerne gesehen. Außerdem ist es ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen aus dem Bezirk. Im Museum und auf der Homepage werden Ausstellungskataloge, Notizblöcke, Kalender, Glückwunschkarten und ein Rucksack zum Verkauf angeboten. Besucht wird das Museum großteils von Erwachsenen ab ca. 35 Jahren und von Volksschulkindern im Rahmen des Schulunterrichts.

Das Fahrradmuseum öffnet nur vom 2.Mai bis zum 30. September und zwar von Montag bis Samstag von 10-13 Uhr und 14-17 Uhr und ist auch an Feiertagen zu besuchen. Im Juli und August hat das Museum zusätzlich an Sonntagen offen. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 4€, für Kinder 2,50€ und für Gruppen ab 10 Personen 3€. Außerdem gibt es Vergünstigungen für InhaberInnen der NÖ Seniorencard und der NÖ Familiencard.

Das Museum bietet auch kleine Souvenirs an, wie Anstecker, Postkarten, T-Shirts und einen historischen Film über die Stadt Ybbs/Donau. Das Museum ist auf RadfahrerInnen am Donauradweg ausgerichtet und daher sind die BesucherInnen auch sehr international (viele Deutschsprachige, aber auch Personen aus Frankreich, Italien, USA, Kanada und Australien), aber auch unter TouristInnen, die mit dem Schiff kommen, finden sich Fahrradinteressierte.

Onlineauftritt

Das Bezirksmuseum besitzt eine eigene Homepage (www.museum15.at) und betreibt sogar einen eigenen Blog. Außerdem ist es sehr aktiv auf den unterschiedlichsten Social Media-Kanälen. Die Homepage ist sehr informativ, aktuell und modern und übersichtlich gestaltet. Zusätzlich liefert sie immer aktuelle Veranstaltungstermine und gibt einen guten Einblick in die Ausstellungsthemen, zeigt Fotos und bietet einige Zusatzangebote wie den aktuellen Besucherstand. Auch sind Videos auf der Homepage eingebunden und sind auch auf einem eigenen Youtube-Kanal zu finden.

Das Fahrradmuseum besitzt keine eigene Homepage und bietet auch sonst keine andere Präsentation im Internet. Dafür gibt es einige Flyer vor Ort und es ist in die Homepage der Stadtgemeinde Ybbs/Donau eingebunden, wo die wichtigsten Fakten und Daten zur Ausstellung, Öffnungszeiten und Eintrittspreise veröffentlicht sind.

Organisation, MitarbeiterInnen und Finanzierung

Das BM 15 wird von circa 20 ehrenamtlich tätigen MitarbeiterInnen unter der Leitung von Brigitte Neichl betreut, welche für alle anfallenden Arbeiten, auch Reparaturarbeiten zuständig sind. Das Team besteht aus sehr vielen jungen Leuten, was sehr bemerkenswert ist, da sich in den meisten Fällen PensionistInnen solcher Tätigkeiten annehmen (Altersdurchschnitt circa 40 Jahre). Da keine Einnahmen erzielt werden, ist das Museum auf freiwillige Spenden angewiesen. Trotzdem wird es wie alle Bezirksmuseen von der Stadt Wien subventioniert und ist von sonstigen Förderungen abhängig.

Die Stadtgemeinde Ybbs/Donau betreibt das Fahrradmuseum und finanziert es mit, da die Einnahmen aus den Eintritten nicht die Kosten decken. Der Leiter des Museums ist der Gemeinderat Robert Nussbaummüller. Während der Öffnungszeiten ist eine Person anwesend, welche alle Arbeiten von Kassadienst, Führungen, etc. erledigt. Jedoch wird diese Person von Gemeindebediensteten bei der Reinigung und bei Reparaturen unterstützt und muss sich nicht um den Druck von Flyern und Eintrittskarten kümmern. Da die Betreuung des Museums sehr zeitintensiv ist, wird sie meist von SchülerInnen oder StudentInnen ausgeführt.

Entstehung

Das BM 15 zählt zu den 23 Wiener Bezirksmuseen und wird von der Stadt Wien gefördert. Die Dachorganisation ist die ARGE (Arbeitsgemeinschaft Bezirksmuseen), welche seit 1964 besteht. Das Bezirksmuseen wurde erst 1972 gegründet und erweiterte die im Jahr 1964 gegründete Heimatstube, welche sich auf die Sammlung von Exponaten beschränkt hatte. Untergebracht ist es im Amtshaus im 15. Bezirk. Der Eingang befindet sich jedoch in der Rosinagasse. Die erste Museumsleiterin war Brigitte Kaufmann.

Das Fahrradmuseum besteht seit Anfang der 2000er Jahre und wurde von der Stadtgemeinde gegründet. Es ist im ehemaligen Pfarrhof der Stadt in der Herrengasse untergebracht und liegt im historischen Kern der Stadt Ybbs/Donau.

Schwerpunkte und Objektbeschaffung

Das Museum besitzt drei Ausstellungsräume, eine kleine Caféecke und sogar eine Kinderbibliothek. Zu sehen gibt es eine Dauerausstellung über die Geschichte des Bezirks und einige Sonderausstellungen, welche jährlich zum Tag der Bezirksmuseen im März eröffnet werden. Bei Fragen, die mit der Geschichte des Bezirks oder persönlichen Anliegen zu tun haben, helfen die MitarbeiterInnen gerne weiter.

Auch die Sammlung, Aufarbeitung und Archivierung von Fotos, Alltagsgegenständen, Plänen, Zeitzeugenberichten, Personenverzeichnisse, etc. ist ein wichtiger Schwerpunkt. Die Objekte stammen aus dem Bezirk von Privatpersonen, den MuseumsmitarbeiterInnen, Organisationen oder Kooperationspartnern und variieren je nach Ausstellung und Leihgaben. JedeR ist eingeladen, Objekte zur Verfügung zu stellen.

Da das Museum am Donauradweg in Ybbs/ Donau liegt, beschäftigt es sich mit der Geschichte des Fahrrades (Laufräder, Hochräder, Waffenräder) und zeigt auch unterschiedliche Kinder- Damen- und Rennräder. Zusätzlich gibt es noch Fahrradzubehör und Accessoires wie alte Lampen und Leuchten, ein Grammophon, Kleidung, etc. zu betrachten und einen Film, der die Geschichte genauer zeigt. Die gesamte Ausstellung verteilt sich auf zwei Ebenen mit drei Ausstellungsräumen.

Der Fokus liegt auf historischen Rädern aus dem 19. und 20. Jahrhundert und das Highlight ist der Hochrad-Simulator, wo alle BesucherInnen selbst auf einem Hochrad sitzen und in die Pedale treten dürfen. Fotografieren ist ebenfalls erlaubt. Die Objekte stammen zum Großteil von Walter Neumayer aus dem Oldtimermuseum in Altmünster am Traunsee, der auch viel zur Dekoration beiträgt, um das Flair der vergangenen Jahre realistisch darzustellen. Andere Objekte sind Leihgaben von Personen aus der Gemeinde und Umgebung oder wurden angekauft.

Zusatzangebote

Das BM 15 bietet zahlreiche Zusatzangebote wie Kultur-Spaziergänge, die Open Mic Night, wo sich Talente aus dem Bezirk präsentieren oder dient als Veranstaltungsort für Vorträge, Lesungen, Buchpräsentationen, etc. Die Anmeldung zu allen Veranstaltungen erfolgt über die Homepage, wo sie jedeR selbst durchführen kann. Einmal im Jahr im März findet eine große Feier zum Tag der Bezirksmuseen statt. Auch für Kinder gibt es eigene Veranstaltungen wie die Kinder-Festwoche in den Sommerferien, wo das Museum von Montag bis Samstag von 13-17 Uhr für Kinder geöffnet ist und interaktive und spielerische Stationen bereithält.

Das Fahrradmuseum bietet kaum Veranstaltungen an. Beim Donau-Bike Event Anfang Mai, wo einige Gemeinden entlang des Donauradweges Stationen bereitstellen, stellt das Radmuseum einige Exemplare aus. Alle Veranstaltungen werden jedoch von der Gemeinde ausgerichtet und daher ist das Fahrradmuseum oftmals eingebunden wie beispielsweise beim jährlich stattfindenden Stadtfest.

Resümee

Obwohl beide Museen von öffentlichen Institutionen gefördert werden und kleine Museen sind, sind sie doch sehr unterschiedlich. U.a. beim Eintrittspreis, bei der Homepage, den Zusatzangeboten und natürlich beim Ausstellungsschwerpunkt gibt es große Differenzen. Abschließend kann gesagt werden, dass das BM 15 ein sehr aktives Museum ist. Wohingegen die Stärke des Fahrradmuseums in den ausgestellten Rädern und den kleinen Details liegt.

  BM 15 Fahrradmuseum
Adresse Rosinagasse 4, 1150 Wien Herrengasse 12, 3370 Ybbs/Donau
Öffnungs-zeiten Montag 17-19 Uhr und Freitag 15.30-17.30 Mai-September von Mo-Sa 10-13 & 14-17 Uhr (im Juli und August täglich von 10-13 & 14-17 Uhr
Preise Eintritt frei, Spende erwünscht Eintritt 4€, Ermäßigungen für Gruppen, Kinder, NÖ Seniorencarbesitzer und NÖ Familienpassbesitzer
Museums-Shop Bietet Ausstellungskataloge und Souvenirs an Ansichtskarten, Anstecker, Shirts
Zielgruppen Erwachsene ab ca. 35 Jahren und Volksschulkinder RadfahrerInnen, ToruistInnen und Radinteressierte
Online-auftritt www.museum15.at

http://www.bezirksmuseum.at/de/bezirksmuseum_15/veranstaltungen/

www.bm15blog.wordpress.com

www.facebook.com/museum15

www.twitter.com/museum15

https://www.ybbs.gv.at/ybbs-die-stadt/tourismuskultur/fahrradmuseum/

 

Organisation Alle MitarbeiterInnen sind ehrenamtlich tätig Durch die Gemeinde Ybbs/Donau
Mitarbeiter Innen Dzt. 22 1
Finanzierung ·         Subvention Stadt Wien, MA 7(verteilt durch ARGE Bezirksmuseen)

·         Tlw. Subvention durch Kulturkommission des Bezirks

·         Spenden

·         Sponsoring (meist Sachspenden)

Durch die Gemeinde Ybbs/Donau
Entstehung 1972 Anfang 200er Jahre
Schwer-punkte ·         Dauerausstellung zur Bezirksgeschichte (Einküchenhaus, ehem. Elisabethspital, Fußballklub Rapid, Arnsteinschloss –  Schwenders Colosseum – Rudolfsheimer Volkstheater, Schuhfabrik Bally, Westbahnhof, Schüler Danzer (Liedermacher Georg Danzer, …)

·         Jährlich wechselnde Sonderausstellungen (z.B. 2018: Kirche, Tempel & Moschee. Sakralbauten in Rudolfsheim-Fünfhaus)

  • Fahrräder aus dem 19 und 20. Jahrhundert (Laufräder, Hochräder, Waffenräder, Kinderräder, Damen- und Rennräder)
  • Highlight ist der Hochradsimulator, wo jedeR aufsteigen und treten darf
Objekt-beschaffung Leihgaben aus dem Bezirk von Privatpersonen, Organisationen oder den MitarbeiterInnen Teilweise von der Gemeinde angekauft, Leihgaben von Privatpersonen aus der Gemeinde oder vom Oldtimermuseum in Altmünster
Zusatz-angebote Reichhaltiges Veranstaltungsprogramm (Vorträge, Lesungen, Kultur-Spaziergänge, Sonderevents, Kinder-Festwoche, …) Kein eigenes Zusatzprogramm, sondern nur im Rahmen von Veranstaltungen der Gemeinde Ybbs/Donau

 

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Gastbloggerin Katharina Hölzl, MA

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Gastautorin

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