Als die Kalasantinerkirche noch Idakirche hieß

Das Bild des Monats zeigt Ihnen diesmal eine kolorierte Postkarte um 1900 mit der Ansicht der Kalasantinerkirche in der Pater-Schwartz-Gasse – damals noch Idagasse (*).

Pater Schwartz G_009
K(C)alasantinerkirche in der Idagasse (heutige Pater-Schwartzgasse)

Die Kalasantinerkirche

Die Kalasantinerkirche „Maria, Hilfe der Christen“ wurde 1889 nach Plänen des Architekten Fresel in Formen der Neurenaissance als erste Arbeiterkirche Wiens erbaut. Die beiden Fassadentürme wurden 1908 hinzugefügt.

1908 wurde die Kirche vergrößert und mit einer zweitürmigen Fassade versehen (40 Meter hohe Türme).

Sie ist das Mutterhaus der seit 1889 bestehenden von Anton Maria Schwartz gegründeten „Kongregation für die christlichen Arbeiter vom heiligen Joseph Kalasanz“ (Kalasantiner).

Durch die letzte Umgestaltung der Kirche (1984) ging das ursprünglich einheitliche späthistoristische Aussehen verloren.

So sieht die Kalasantinerkirche heute aus (Fotos vom März 2018).

(*) Idagasse, benannt (6. Dezember 1867) nach Ida Zumstein, geborene Arnberger (* 8. September 1828, † 15. September 1901, Heiligenstädter Friedhof); seit 1936 Pater-Schwartz-Gasse; ursprünglich Steingasse.

Anton Maria Schwartz

Anton-Maria-Schwartz
Der selig gesprochene Pater Anton Maria Schwartz

Der Kalasantinerorden ist der einzigen Orden, der auf dem Areal der heutigen Stadt Wien gegründet wurde.

Pater Anton Maria Schwartz (*28. Februar 1852, Baden / NÖ, †15. September 1929, Wien; röm.-kath.), Gedenktag: 17. September, „Arbeiterapostel“ und „Lehrlingsvater“

Ab 1886 widmete sich Schwartz der Lehrlingsseelsorge. Er eröffnete ein Lehrlings-Asylheim und gründete eine Gemeinschaft mit dem Namen Liebeswerk vom hl. Josef Calasanctius. 1888 schuf er ein Büro, das kostenlos Lehrstellen vermittelte. Am 24. November 1889 erfolgte die Gründung der Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Kalasanz von der Mutter Gottes, kurz Kalasantiner genannt.

Er errichtete mehrere Tagesheimstätten, die er Knabenoratorien nannte, setzte sich für einen arbeitsfreien Sonntag, den Acht-Stunden-Tag, Lehrlingsurlaub, Gewerkschaften, menschliche Behandlung und Sozialversicherung ein. Er nahm auch an mehreren Streiks teil. Für ihn war neben der religiösen Formung auch die Bildung der jungen Arbeiter und Lehrlinge wichtig.

Bis zu seinem Tod leitete er den Orden, fand aber nicht die Anerkennung und das Verständnis, das er sich gewünscht hätte. Der Wiener Erzbischof Anton Joseph Gruscha, der gegenüber den Problemen der Arbeiter sehr aufgeschlossen war, sah als Generalpräses des Kolpingwerks in Pater Schwartz lange Zeit einen Konkurrenten.

Erst 1939 approbierte der Heiligen Stuhl den Kalasantinierorden.

Es handelt sich um den einzigen Orden, der auf dem Areal der heutigen Stadt Wien gegründet wurde. Seine Aufgabe ist die Betreuung von Lehrlingen und jungen Arbeitern.

Seligsprechung 1998

Pater Schwartz fand seine letzte Ruhestätte in der Kirche seines Ordens, die gemeinsam mit dem Mutterhaus in der Idagasse erbaut wurde. Diese wurde 1936 in Pater-Schwartz-Gasse umbenannt. Auf der Ansichtskarte oben findet sich noch die Bezeichnung „Idagasse“.

1954 wurde für Pater Schwartz ein Seligsprechungsprozess in Rom eingeleitet, die Seligsprechung erfolgte am 21. Juni 1998 durch Papst Johannes Paul II.

Quellen


https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Maria_Schwartz
https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Kalasantinerkirche_(15)
https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Idagasse_(15)


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2 Kommentare zu „Als die Kalasantinerkirche noch Idakirche hieß

  1. Die Türme der Kalasantinerkirche sind schon sehr beeindruckend! Das wurde auch in den aktuellen Bildern (in der Bildergalerie) sehr gut eingefangen. Danke für die vielen Infos!

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