Wussten Sie, dass … ein berühmter Schauspieler, Regisseur und Theatergründer seine Karriere in Rudolfsheim begonnen hat?

In unserer Rubrik „Wussten Sie, dass …“ berichten wir 1x pro Monat jeweils am dritten Montag des Monats über Interessantes & Ungewöhnliches aus der  Geschichte des 15. Bezirks.  Weitere Themen – ebenfalls an Montagen – sind das „Bild des Monats“ (historische Schmankerln aus unserem Sammlungsbestand), die „Bezirks(Museums)News“ (Neuigkeiten aus dem 15. Bezirk & dem Bezirksmuseum) und das „Zitat des Monats“ (Aussagen berühmter Persönlichkeiten zu den Themen „Zeit“, „Geschichte“, „Vergangenheit“, etc.).

Kennen Sie Moses Goldmann?

Er wurde 1873 in Baden bei Wien geboren. Er war Schauspieler, Regisseur, Theaterdirektor, in zweiter Ehe mit Helene Thimig verheiratet, nahm privaten Schauspielunterricht und debütierte 1890 in Sulkowskis Eleventheater. Aufgrund antisemitischer Strömungen änderte er seinen Namen in Max Reinhardt.

Max Reinhardt war das älteste von sieben Kindern eines jüdischen Kaufmanns aus Ungarn. Sein Urgroßvater Wolf Hirsch, ein jüdischer Religionslehrer in Stampfen (Stupava) bei Pressburg (Bratislava), hatte den Familiennamen Goldmann angenommen. Reinhardts Vater, Wilhelm Goldmann, übersiedelte in den 1860er Jahren nach Wien und die ganze Familie nahm mit Bewilligung des ungarischen Innenministeriums im Jahre 1904 den Namen Reinhardt an.

max-reinhardt-08Max Reinhardt

Über das Neue Volkstheater in Rudolfsheim, Salzburg und Preßburg kam Max Reinhardt 1894 ans Deutsche Theater Berlin.

Das Volkstheater Rudolfsheim befand sich im Gebäude von Schwenders Colosseum. Den Theaterbetrieb pachtete der damals sehr bekannte Agent C. A. Sachse. Das Theater wurde häufig als Versuchsbühne benutzt. Viele hervorragende KünstlerInnen (auch Karl Kraus trat dort als Franz Moor in Schillers „Räuber“ auf) haben dort gespielt. Am 26. April 1897 schloss das Theater seine Pforten. Es war in Blau und Silber gehalten und zeigte an den Seitenwänden vier prächtige Bilder: Krones als Jugend, Ferdinand Raimund als Aschenmann, Nestroy als Sansquartier und Scholz als Eulenspiegel. Es hatte eine Galerie und vier Logen (siehe WienGeschichteWiki)

 

schwenders_colosseumSchwenders Colosseum (1835-1898)

Im Sommer 1920 gründete Reinhardt die Salzburger Festspiele, bei denen er bis 1937 berühmte Aufführungen gestaltete. Besonders bekannt wurde die Inszenierung des „Jedermann“. 1924 erwarb er das Theater in der Josefstadt, baute es um und bildete eine Generation hervorragender SchauspielerInnen heran. 1929 eröffnete er schließlich das noch heute bestehende Max-Reinhardt-Seminar.

1938 musste Max Reinhardt Österreich verlassen und emigrierte über Großbritannien in die USA, wo er schließlich 1943 starb.

Quellen:
Phil – Samu. hrsg. von Archiv Bibliographia Archiv Bibliographia Judaica e.V.
Munzinger.de
Heinzinger Konstanze: Ein Traum von großer Magie
WienGeschichteWiki

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