Wohnexperiment Einküchenhaus

10.11.2017, 17.30: Durch die Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem damit einhergehenden rasanten Bevölkerungszuwachs wurde die Wohnungsfrage in vielen Städten zu einem zentralen politischen Thema. Hören Sie mehr über ein Reformmodell zu Beginn des 20. Jhdt. – das Einküchenhaus. Das Experiment überdauerte nicht, das Gebäude – der Heimhof – steht heute noch im 15. Bezirk in der Pilgerimgasse.

Vortrag von Christina Schraml und Lucia Wieger am Fr, den 10.11.2017, 17.30-19.00

Wo?
Museum 15 – Bezirksmuseum Rudolfsheim Fünfhaus
1150 Wien, Rosinagasse 4
www.museum15.at

So finden Sie uns.

Eintritt frei, wir freuen uns aber über eine kleine Spende!

Anmeldung hier.

Durch die Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem damit einhergehenden rasanten Bevölkerungszuwachs wurde die Wohnungsfrage in vielen Städten zu einem zentralen politischen Thema.

Infolge entstanden zahlreiche Reformkonzepte, mit dem Ziel, das Wohnungselend und die Wohnungsknappheit zu beenden.

Eine Antwort auf die Wohnungsfrage bot das Einküchenhaus: es war ein Reformmodell städtischer Wohnbebauung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bei der kollektive Hauswirtschaftsräume und eine zentral bewirtschaftete Großküche die Küchen in den einzelnen Wohnungen ersetzen. Obwohl das Modell viele Vorteile aus gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Sichtweise bot und international auf großes Interesse stoß, war es weder von Popularität noch von Dauer – und blieb ein „Wohnexperiment“.

Anhand der Beispiele Heimhof Frauenwohnheim (1912) in der Peter-Jordan-Straße 32-34 (18. Bezirk) und Heimhof (1923/26) in der Pilgerimstraße 22-24 beleuchtet der Vortrag die Potentiale und Grenzen der Einküchenhausbewegung und wirft mit Blick auf gegenwärtige kollektive Wohnformen dieFrage auf, was von der Idee des Einküchenhaus heute noch übrig geblieben ist.

Zu den Vortragenden:
Christina Schraml (Urbanistin) und Lucia Wieger (Landschaftsplanerin) arbeiten an der Schnittstelle zwischen Urbanismus, Kulturwissenschaften und Frauen- und Geschlechterforschung in Wien. In ihren Projekten stellen sie Fragen nach sozialer Raumproduktion, sowie politischer und gesellschaftlicher Partizipation.

Die Ausstellung „Bauen & Wohnen“ in deren Rahmen auch das Thema „Einküchenhaus“ und „Heimhof“ thematisiert wird, ist noch bis Ende Jänner 2018 zu den Öffnungszeiten zu besichtigen.

Das „Einküchenhaus“ wird danach auch Teil der Dauerausstellung.

6 Kommentare zu „Wohnexperiment Einküchenhaus

  1. Es gibt eine Führung „Wege der Frauen durchs Rathaus“, die von der MA 57 – Frauenabteilung der Stadt Wien angeboten wird. Dabei wird auch das Einküchenhaus als ein Beispiel aus der Zeit des „Roten Wiens“ vorgestellt wird. Die TeilnehmerInnen an den Führungen reagieren dann oft mit „Will haben“ 😉 Gerade in so stressigen Zeiten wie heute scheint ein solches Modell wieder sehr aktuell, da entlastend. Einen Film über das seinerzeitige Einküchenhaus in der Pilgerimgasse (das noch viel mehr zu bieten hatte, wie Wäscherei, Müllschlucker am Gang, fixer Staubsauger in der Wohnung, Kindergarten) gibt es übrigens im „Roten Waschsalon“ im Karl-Marx-Hof zu sehen, sehr empfehlenswert.

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